bitterkeit,
die
;
-Ø/–
.
1.
›bitterer Geschmack‹;
zu (Adj.) 1.

Belegblock:

Henisch
128
 ff. (
Augsb.
1616
):
Der artzt lobt wol die myrrhen / dennoch ist sie voll bitterkeit.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
293, 18
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ez [honig] sänftigt den würzen und kräutern und andern dingen, dâ zuo man ez mischet, ir pitterkait.
Schmitt, Ordo rerum
467, 8
;
Voc. inc. teut. t iijv;
Serranus
38v
;
Maaler
70v
;
Dietz, Wb. Luther
310
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 16
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 624;
Schwäb. Wb.
1, 1145
.
2.
›Schmerz, Kummer, Leid‹;
zu (Adj.) 2.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
6182
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Und daz sie sin deste mechtiger | Zu tragene menschliche leit | In diser werlde bitterkeit.
Froning, Alsf. Passionssp. 
4986
(
ohess.
,
1501 ff.
):
hye enhat uch gethayn nach nye keyn leyt! | des kummet er yn groisße bitterkeyt.
Quint, Eckharts Pred.
2, 446, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
aller der geistliche hunger und bitterkeit […] daz sol er allez gedulticlîche lîden.
Langen, Myst. Leben
154, 9
(
nobd.
,
1463
):
Es ist vil pesser zw leiden ein clayne pitterkait an / den lipsen, dan ein ewige pein / inwendig an dem goderm.
Ebd.
179, 28
:
Den andern pater noster sprich in den eren aller / marter vnd smerczen vnd / pitterheit, dy der herr Iesus geliden hat.
Gille u. a., M. Beheim
175, 24
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das man pedenk | die piterkait, des todes czwenk.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 283
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
sin ǒgen vergiengent von bitterkeit der pinen vnd des todes.
Warnock, Pred. Paulis
19, 28
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Du solt betrachten […] die scherpfe und piterkait des lydens Christi.
Adrian, Saelden Hort
890
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
dis bitterkait und daz geschre, | nim war.
Lemmer, Brant. Narrensch.
50, 32
(
Basel
1494
):
Der gantzen welt wollustikeyt | Endt sich zů letst / mitt bitterkeyt.
Buijssen, Dur. Rat.
34, 19
(
moobd.
,
1384
):
pey dem salcz ist ze vorsten die pitterchait der puͤzz.
A. à S. Clara. Deo Gratias
25, 16
(
Wien
1680
):
niemand kan es anderst aussagen / als daß wir etlich Monat aneinander durch das Meer gewandert / das ist / durch lauter Bitterkeit und Trübsalen.
3.
›Gekränktheit, Verbitterung, Zorn‹;
zu (Adj.) 3.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 139, 6
(
Köln
1582
):
Sie thůn ihr lippen gar hinwenden | Hoͤnlich zůschmehen vnd zůschenden, | Mit grosser bitterkeit.
Palmer, Tondolus
135
(
Speyer
um 1483
):
Do scheid sich mein sele von minem korpel vff dem sie stunt mit groser bitterkeit.
Ebd.
488
:
Do sprach ich mit grosser bitterkeit vnd iamer vnd in leid.
Quint, Eckharts Pred.
2, 25, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
sô treget si inne bitterkeit und schaden und übel und ungemach.
Tittmann, Schausp. 
16
. Jh. 92, 382 (
Zwickau
1536
):
den tot den solln sie selber tragen, | den sie der frauen auferleget, | durch ire bitterkeit beweget.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
41, 35
(
omd.
,
1487
):
Szall sich das weyp mitt etlicher bitterkeitt yres gemúttes gehorsamlich haldenn.
Gille u. a., M. Beheim
69, 162
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Chum, heilger geist, gib mir weishait. | chum und ersüs mein piterkait | mit deiner gnaden taue.
Vetter, Pred. Taulers
30, 1
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
und in in stont vil gebresten, hochfart, geswindekeit, bitterkeit, eigenwillekeit, kriegelicheit.
Heydn. maister 7v,
23
(
Augsb.
1490
):
Darumb sol kein mensch sprechen / das er aller ander bitterkeit vnd betrübung die vnleydlichisten trage.
Schmidt, Rud. v. Biberach
40, 6
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Bitterkeit dirre ruwe loͤschet pin des kvnftigen zornes.
Warnock, Pred. Paulis
7, 280
(
önalem.
,
1490
/
4
):
ir hertz ist voll pitterkait, falschait und glichsnery.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.,
14
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Mein hercze daz wart bechrencket, do redt ich mit mir selber in pitterchait meiner sele.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
44, 2
(
tir.
,
1464
):
Mein sel ist verdriessen meines lebens, ich rede in pitterkait meiner selen.
4.
›Unannehmlichkeit, Last, Bürde‹;
zu (Adj.) 4.
Bedeutungsverwandte:
 2 (subst.).

Belegblock:

Schwartzenbach
38v
(
Frankf.
1564
):
Hat feindtliche bitterkait vnd grollen wider vns außgelassen.
Strauch, Par. anime int.
65, 11
(
thür.
,
14. Jh.
):
ein mensche mac Got also lip habin daz ime alle dinc ein bittirkeit und ein kerker sint.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
12, 39
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Darumb ficht er [tewffel] den menschen an czuforderst mit czorn, mit grymme, mit haß, mit neyd, mit aller sewerkeit und pitterkeit.
Vetter, Pred. Taulers
81, 17
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
so muͤssent wir ǒch den weg mercken den er drú und drissig jor uns bewiset het in ellende, armůte, in bitterkeit uber die masse.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 10, 5
([
Augsb.
]
1524
):
Alle bitterkait vnd grim̃ / vnd zorn / vñ geschray vnd lesterung sey ferr von euch.
Päpke, Marienl. Wernher
11099
(
halem.
,
v. 1382
):
Von dirre grossen bitterkait | Hest du úns dike vor gesait.
Steer, Schol. Gnadenl.
1, 227
(
noschweiz.
,
15. Jh.
):
also das jm der welt luste werd ain bitterkait.
Bauer, Imitatio Haller
89, 18
(
tir.
,
1466
):
Wer da wil kchömen czu den inwenndigen vnd geistleichen dingen, der mues auch versuechen mit Jesu die pitterkchait.
Kummer, Erlauer Sp. 
4, 201
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
mit der selben arbait | hab ich verdient di ewig pitterchait.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
123, 7
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sô verkêrnt si guoteu dinch in pœseu und vergiftent die unschuldigen mit irr valschen pitterkait.