bitten,
V., unr. abl.;
zu
mhd.
biten, bitten
›bitten‹
(), Herkunft umstritten (
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 142
f.);
vgl.
Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988
. 275; 433 (Lexemverschmelzung mit
beten
). Das Bedeutungsfeld läßt sich aufgrund der syntaktischen Ergänzungen gliedern.
1.
›jn. um etw. bitten, bei jm. um etw. nachsuchen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  2, , V. 2, .
Syntagmen:
Inhalt der Bitte als Gen. Obj. und präp. Obj.;
jn. des geleits / gerichts
(›Urteils‹) /
gesprächs, der lere
(›Belehrung‹)
b.; jn. um den beistand / frieden, die absolution / barmherzigkeit / gnade / hilfe / seligkeit / vergebung, das almosen / gericht
(›Urteil‹) /
heil / leben / urteil b
; als mit
das
eingeleiteter Objektsatz und als erweiterter Infinitiv (mit
zu
).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Ich schreib als her mich schriben bat | der aller sachen hat gewalt.
Dar die vil bosen wichte |Der werlde zu gesichte | Gerichtes ober in baten.
Lohmeyer, K. v. Nostitz (
preuß.
,
1578
):
eure f. g. sollen den treuen gott teglich und vleisig umb trew und fleisige diener bieten.
Große, Schwabensp.  (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
her sal den richtere bitten, daz her in herlaze.
So sal her sprechen ia oder nein oder gespreches bidden.
Swer stelen wil, vnde get zo einem menschen vnde bitet in vmme eyne letteren tů liene.
hat aber iz neman gesen, ich bitte wol dar vmme nemen den eit.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
1397
):
hei bat mich, dat ich eme leinde ein altertafel.
Loersch, Weist. Boppard (
mosfrk.
,
1598
, Hs.
18. Jh.
):
haben die mehrgedachte scheffen und höwer sambt und sonders umb ein abtritt, sich uf das vorgeleßene weißthumb zu bedenken, […] gebeten.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
57
(
mrhein.
,
um 1335
):
Vil guder man, wir biden dich, | daz dů vns sages werlich, | ob du sist elyas.
Köbler, Ref. Wormbs
348, 6
(
Worms
1499
):
mag derselb beclagt fordern bitten vnd begern syn entschuldigung zu hoͤren.
Ders., Ref. Franckenfort
86, 16
(
Mainz
1509
):
so einer abschrifft oder Copyen der beschehen jnlegunge begert oder vmb vrteil bittet.
Rueff, Rhein. Ostersp. 
77
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
nu sing aber eyns, des bidden ich dich.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
127, 31
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Die konnigynne bade got […] / das er sie wolde behüden.
Ebd.
140, 23
:
Es stünt ouch manig mensch dar vmb / die da züsahen vnd got alle baden / jr iglichem zu syme rechten zu helffen.
Froning, Alsf. Passionssp. 
1312
(
ohess.
,
1501ff.
):
Disse bedde hot mich gar wonderlich, | das du Judde des biddest mich.
Allg. Schau-Buͤhne (
Frankf.
1699
):
Sigismund Bathori bittet umb des Kaysers Gnade.
Schmitz, Schiltb.
125, 12
(
Frankf.
1597
):
Bitten derowegen euch Juncker Keyser / vns nicht zuverschmehen zu vns zukommen.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
aber die gehorsamen und die geduldigen bidden, daz sie wrbaz varen in den dogenden.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wir biten des unsern lieben herre, daz wir ein werden.
der mensche, der got bitet umbe iht anders dan umbe sich selben, der machet got ein warumbe.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
202, 12
(
thür.
,
1474
):
beten sy […] den richter, daz er yn synen willen darczu gebe wolle.
Ebd.
318, 13
:
hat er Nigkeln Fischer guttlichen gebetin, sin phert wedder zcu sich zcu nemen.
Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
so muz he biten eines urteiles.
Anderson u. a., Flugschrr.
5, 6, 14
([
Zwickau
]
1524
):
sonder all gleichfoͤrmig für einander bitten / Vm̃ vergebũg der sünd.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
nu bitet unsern herren Jesum Christum daz er mir vorlie etteswas von sinen genaden.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Nu bat in ein ander bruder vlachses zv eime deckelachen.
vuren sie zu den altvetere vnd baten, das sie wider enpfangen wurden.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
Wir beten vch noch vmme eyn recht orteyl vf das erste.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
22, 10
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
bitte got vernunft dir zu verleihen.
Henschel u. a., Heidin
1780
(
nobd.
,
um 1300
):
Ich bit dich diner lere | Daz dv die wollest geben mir | Daz ich kvnne geleben dir.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
92, 31
(
Nürnb.
1548
):
Derhalb bittest du vmb vergebung der suͤnde.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
um 1390
):
man sol auch einen vom rate biten, daz er bey der panir sey.
Gille u. a., M. Beheim
279, 42
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ich paiset nider zu dem mynniglichen weib | und pat sie zu mir siczen.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
hilf uns, lieber herre got, | Des bitten wir dich durch dinen tot.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
148, 25
(
els.
,
1362
):
Do bat sant Basilie got daz er ime sin leben lengerte.
Ebd.
509, 12
:
Do bat er vmb einen regen.
Sappler, H. Kaufringer
14, 312
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wölt ir nun auch mir ze lon | ewren leib tailen mit | so will ich tuon, des ir mich pit.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3638
(
schwäb.
,
1453
):
Doch bit wir sie ummb lenger zil.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
so betten sie auf das allerunderthenigist, inen solches lauter anzuͤzaigen.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
da ward mich der man flechend biten, das ich im vergunte das von mir zelernen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
79, 22
(
Basel
1494
):
Ich hab sie des gebetten nitt | Ir yeder selb den fůrlon gytt.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
du solt wŭssen, daz ich dich niemmer von forcht wegen umm gnad bätten wett.
ich bit dich, daz du disse kleydung abthüegest.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
sy sante poten zu dem künig und pat in gelaits.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1310
/
2
):
so bittet man aber umb einen vrid.
Munz, Füetrer. Persibein
110, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
in kurtzer zeit darnach pat man dy werden gar zúe hofe kummen.
Mollay, H. Kottanerin
15, 20
(
moobd.
,
1439
/
40
):
ich pat ain alte frawn, daz si mir ettlich kerczen geb.
Bischoff, Steir. Landr. (
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
die ersten zwen teg sol er newr gerichts piten.
Bauer, Imitatio Haller
91, 20
(
tir.
,
1466
):
Heb deine augen auf in die höch czue got dem herren vnd pitt in, das er dir vergeb deine sünden.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
108, 23
(
tir.
,
1464
):
da hüeben si all an zue pitten die götleich parmherczikhait.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
und paten sein gnad umb hylff mer dan aynsten.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 83
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
des pitt Johannes keuscher leib.
Ebd.
36, 31
:
bit, das got still des meres flüt.
Piirainen, Stadtr. Sillein 35, l
7
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
pitte dich genedygez gerichtes vͤber alle meyn svͤnde.
Qu. Brassó
5, 461, 21
(
siebenb.
,
1613
):
Geczy […] bitt umb das Furstentum.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
126, 19
(
mslow. inseldt.
,
1569
):
demüettiglich biettend, Ihnen einen fraien Land Weg Vber iren Weingarten […] Zuuergünnen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
443
(
schles. inseldt.
,
1470
):
habin gebattin Merttin Teychman iren formonder, das her salde den geczewg wedir rwffin.
Schmitt, Ordo rerum
612, 20
;
Voc. inc. teut. t
iijv
;
Maaler /v;
Dietz, Wb. Luther f.;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 24
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 118
;
West, Dasypodius.
1989, 280
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 15
;
Göpfert, Wb. Katechismus
48
f.;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Bad. Wb.
1, 240
;
Öst. Wb.
3, 236
f.;
2.
›etw. (vereinzelt:) jn. (von jm.) erbitten‹.
Syntagmen:
den beschüz / frieden / himmel, die almacht / barmherzigkeit / gnade / vergebung, das brot / buch / buch / weib b
.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
wir konnen ouel bidden broit.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, zu
1360
):
der selbe von Wirtenberg fil dem keiser zu fuß unde bat sine gnade.
Laufs, Reichskammergo.
259, 12
(
Mainz
1555
):
obgemeltermassen absolutionem von instantz, dem gerichtstandt oder außgangner ladung zu bitten.
Dubizmay, kurß zu Teutze
79, 6
(
hess.
,
1463
):
Lose | der schuldigen bantt bringe | lichte den blinden vertreybe | alles vbel vnd bitt vns | alles gütte.
Sievers, Oxf. Benedictinerr. (
hess.
,
14. Jh.
):
Zu vellichen ziden sal man […] bidden waz da zu beddene ist.
Luther, WA (
Wittenb.
1531
):
haben die unsern […] dennoch jmer friede gebeten.
Weil sie aber da keine sunde haben, duͤrffen sie auch Vergebung solcher sunden nicht bitten noch haben.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
viel nider vor theonam sinen appet vnd bat gnaden vber die sunde.
Wolf, Norm im sp. Ma. 63, Am,
80
(
omd.
,
v. 1496
):
Welche bruder von gotlicher in gebunge wollen geen vnder dy heyden […], dy sollen do von loube bethen von oren ministern provincial.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
27, 30
(
els.
,
1362
):
Vnder des kam der boͤse geist in der glichnisse eins bilgerins, vnd bat das almůsen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 193, 23
(
Augsb.
1548
):
Wer ains Weibs darff / sols von Gotte bitten.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
bewahre euch alle Gott, in dessen Namen ich euch gesegne, demütig seine Allmacht bittend.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
121, 13
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
umb daz wan etwer etwaz bittet alse von got zerfüllen.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
was wir bitten, das verliht uns got.
Lemmer, Brant. Narrensch.
45, 8
(
Basel
1494
):
So weiß er selbst nit was er bitt.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
der [Ptolomeus] schuff die gefangen ledig lassen und pat von Aleazaro dem priester die půch der ee.
Klein, Oswald
27, 90
(
oobd.
,
1431
/
2
):
stee für, Maria, wend dein kind! | ich Wolkenstein das bitte.
Ebd.
119, 41
:
Dein gnad ich bit an argen list.
Buijssen, Dur. Rat.
31, 7
(
moobd.
,
1384
):
Anderwaid dann so sprengt der priester inwendig daz tabernakel, wann er pitt die parmherzichait gocz.
Rudolf, Peuntner. Sterbek.
150rb, 36
(
moobd.
,
n. 1434
):
Egerst du vnd pittest von got vergebung aller deiner sunden.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
paten den hertzog Ludwig beschütz vor den herren in Nider Bayren.
3.
›jn. bitten, anflehen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
den apostel / vater / got / herren / kaiser / teufel b
.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
ir heren alle gader, | ich bidden uch grois ind clein.
Palmer, Tondolus (
Speyer
um 1483
):
Ich bite dich liber her.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
ich bitt dich auff mein trew.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
323, 17
(
thür.
,
1474
):
Darnach, also Eghart Wolfferam abegetretin waz, da bath Heinrich Keyser durch synen vorgenanten vorreder den richter.
Luther, Hl. Schrifft,
Matth. 5, 42
(
Wittenb.
1545
):
Gib dem der dich bittet / vnd wende dich nicht von dem / der dir abborgen wil.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. M. (
osächs.
,
1343
):
dô her în gegîng in Kapharnaum, dô gîng zů ime Centuriô und bat en, Und sprach.
Henschel u. a., Heidin
1320
(
nobd.
,
um 1300
):
Er wer gerne gelegen | Mit der vrowen an der leger stat | Vnd hort wie er die gvten bat.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
193
(
Nürnb.
1517
):
Zum anderen bat er unterschiedlich: Mag der kelch nit wegkgeen, so geschech dein will.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
68, 19
(
Nürnb.
1548
):
so […] du Got von hertzen bitest / so wil er dich solcher suͤnde auch nit entgelten lassen.
Ebd.
84, 6
:
Da tratten zu jm seine Juͤnger / baten jhn / vnd sprachen.
Bell, G. Hager
175, 3, 19
(
nobd.
,
1597
):
wer noch gott biden dette, | vnd sich zu im be kert, | So hilft er noch aus aller notte.
Sappler, H. Kaufringer
18, 169
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
Er gieng in die kammer wider. | er sass zuo der jungfraw nider | und wollt den teufel pitten mer.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
Ich bit dich und gebüt dirs.
Ich bin hin, O du meine ich bitt dich.
Schmidt, Rud. v. Biberach
39, 12
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Etwenne ret der geist mit gotte in an rvͤffende vnd bittende als ein vatter.
Lemmer, Brant. Narrensch.
88, 24
(
Basel
1494
):
Ob joch Moyses vnd Samuel | Mich bätt / so bin ich doch der sel | So vyndt / die nit von sünden latt.
Bauer, Imitatio Haller
57, 14
(
tir.
,
1466
):
er hat den herren vester vnd fleissikleicher gepeten darnach.
Weber, Füetrer. Poyt.
133, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Alls du mich patst, han ich volpracht dein gerde.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 48
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
du wendest alles truren | aller menklich wer dich pit.
Klein, Oswald
113, 13
(
oobd.
,
1431
/
2
):
wer da gaistlich ist bedacht | andächtiklich solt bitten rain | Den got, der alle creatur | beschaffen hat.
4.
›für jn./etw. bitten, beten, Fürbitte einlegen‹.
Syntagmen:
für den feind / freund / herren / ketzer / toten / vorfaren, das ackerland / feld b
.

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
er wolt auch got vur sei alle bidden.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, zu
1374
):
Biddet Got vur den schriber Dilemanne.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
130, 35
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Aber sin fursten vnd sin herren / die hant vor mich gebeden.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. M. (
osächs.
,
1343
):
Bittet vor di, di ûch sint hazzinde.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Leipzig
1537
):
Wir bieten fuͤr alle Ketzer vberall, | Vnd Secten die da gehn nach eigner wall.
Ebd. (
Nürnb.
1631
):
Bitt fuͤr vns Maria.
Bitt fuͤr das Feld vnd Ackerland.
Rieder, Gottesfr. (
els.
,
1390
/
1402
):
daz sú woltent einhellecliche von minnen und von großer truwe und von sunderlicher erbermede vúr die cristenheit bitten.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
der heilge geist bittet fúr uns mit unzellichem súftzende.
Hauber, UB Heiligkr. (
schwäb.
,
1411
):
daz sy fuͥr die armen selen bitten suͥllent die in liden des vegfuͥrs.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
747
(
schwäb.
,
1453
):
Daß ir mich bitten für ain man, | Dem ich doch wenig gůtes gan.
Ebd.
5109
:
Es bitten gar vil lüt für dich.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 8, 4
([
Augsb.
]
1524
):
bittet für die euch belaydigen vnd verfolgen.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
darumb das sie [bettelorden] für gemein lüte singen und bitten süllent.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
120, 2
(
moobd.
,
1325
):
das sy got fuͤr mich pitten suͤllen mit sogetaner beschaydenhait.
Munz, Füetrer. Persibein
230, 1
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Nw pitt got für mein sele.
5.
›etw., z. B. einen Psalm, ein Gebet beten‹.

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
um 1560
):
ich moist von dem tage alle tag den psalmum, miserere mei deus etc. bidden.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
192
(
Nürnb.
1517
):
Hat er [Christus] nit im gartenn erstlich gebeten, do er sprach: Vater, alle dingk sein dir müglich, nim weck den kelch.
6.
›jn. bitten, sich an einen bestimmten Ort zu begeben, vorladen‹.

Belegblock:

Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1294
):
Swer oͧch statrihter ist, der hat niht ze schaffen bi den burgaern […] ez si danne, daz si in zů in biten oder laden.
McClean, Havich
522
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
ze haus man in da pat, | der im uncz in tod e was gehas.
Ebd.
1340
:
den selben maister sant er [chaiser] dan | [… ] und pat den herren in das lant.
7.
Höflichkeitsformel (in Parenthese), drückt einen Wunsch aus.

Belegblock:

zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
23
(
Nürnb.
1517
):
Und ermisse getreulich – bit ich, o andechtige seel – was gesagt ist.
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
warumb ist er (bitt ich) oder auß was ursach zu uns gefürt.