bitten,
V., unr. abl.;
zu
mhd.
biten, bitten
›bitten‹
(Lexer
1, 286
), Herkunft umstritten (Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 142
 f.);
vgl. Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988
. 275; 433 (Lexemverschmelzung mit
beten
). Das Bedeutungsfeld läßt sich aufgrund der syntaktischen Ergänzungen gliedern.
1.
›jn. um etw. bitten, bei jm. um etw. nachsuchen‹.
Syntagmen:
Inhalt der Bitte als Gen. Obj. und präp. Obj.;
jn. des geleits / gerichts
(›Urteils‹) /
gesprächs, der lere
(›Belehrung‹)
b.; jn. um den beistand / frieden, die absolution / barmherzigkeit / gnade / hilfe / seligkeit / vergebung, das almosen / gericht
(›Urteil‹) /
heil / leben / urteil b
; als mit
das
eingeleiteter Objektsatz und als erweiterter Infinitiv (mit
zu
).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
2254
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Ich schreib als her mich schriben bat | der aller sachen hat gewalt.
Ebd.
8941
:
Dar die vil bosen wichte |Der werlde zu gesichte | Gerichtes ober in baten.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
125, 18
(
preuß.
,
1578
):
eure f. g. sollen den treuen gott teglich und vleisig umb trew und fleisige diener bieten.
Große, Schwabensp. 
94a
, 39 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
her sal den richtere bitten, daz her in herlaze.
Ebd.
100, a
, 6:
So sal her sprechen ia oder nein oder gespreches bidden.
Ebd.
192, l
, 32:
Swer stelen wil, vnde get zo einem menschen vnde bitet in vmme eyne letteren tů liene.
Ebd.
195, l
, 14:
hat aber iz neman gesen, ich bitte wol dar vmme nemen den eit.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 581, 9
(
rib.
1397
):
hei bat mich, dat ich eme leinde ein altertafel.
Loersch, Weist. Boppard
234, 12
(
mosfrk.
,
1598
, Hs.
18. Jh.
):
haben die mehrgedachte scheffen und höwer sambt und sonders umb ein abtritt, sich uf das vorgeleßene weißthumb zu bedenken, […] gebeten.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
57
(
mrhein.
,
um 1335
):
Vil guder man, wir biden dich, | daz dů vns sages werlich, | ob du sist elyas.
Köbler, Ref. Wormbs
348, 6
(
Worms
1499
):
mag derselb beclagt fordern bitten vnd begern syn entschuldigung zu hoͤren.
Ders., Ref. Franckenfort
86, 16
(
Mainz
1509
):
so einer abschrifft oder Copyen der beschehen jnlegunge begert oder vmb vrteil bittet.
Rueff, Rhein. Ostersp. 
77
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
nu sing aber eyns, des bidden ich dich.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
127, 31
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Die konnigynne bade got […] / das er sie wolde behüden.
Ebd.
140, 23
:
Es stünt ouch manig mensch dar vmb / die da züsahen vnd got alle baden / jr iglichem zu syme rechten zu helffen.
Froning, Alsf. Passionssp. 
1312
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Disse bedde hot mich gar wonderlich, | das du Judde des biddest mich.
Allg. Schau-Buͤhne
54, 33
(
Frankf.
1699
):
Sigismund Bathori bittet umb des Kaysers Gnade.
Schmitz, Schiltb.
125, 12
(
Frankf.
1597
):
Bitten derowegen euch Juncker Keyser / vns nicht zuverschmehen zu vns zukommen.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
5, 1
(
hess.
,
14. Jh.
):
aber die gehorsamen und die geduldigen bidden, daz sie wrbaz varen in den dogenden.
Quint, Eckharts Pred.
2, 309, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wir biten des unsern lieben herre, daz wir ein werden.
Ebd.
2, 626, 1
:
der mensche, der got bitet umbe iht anders dan umbe sich selben, der machet got ein warumbe.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
202, 12
(
thür.
,
1474
):
beten sy […] den richter, daz er yn synen willen darczu gebe wolle.
Ebd.
318, 13
:
hat er Nigkeln Fischer guttlichen gebetin, sin phert wedder zcu sich zcu nemen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
140, 24
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
so muz he biten eines urteiles.
Anderson u. a., Flugschrr.
5, 6, 14
([
Zwickau
]
1524
):
sonder all gleichfoͤrmig für einander bitten / Vm̃ vergebũg der sünd.
Schönbach, Adt. Pred.
4, 11
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
nu bitet unsern herren Jesum Christum daz er mir vorlie etteswas von sinen genaden.
Palm, Veter Buoch
55, 25
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Nu bat in ein ander bruder vlachses zv eime deckelachen.
Ebd.
51, 8
:
vuren sie zu den altvetere vnd baten, das sie wider enpfangen wurden.
Leman, Kulm. Recht
2, 3, 56
(
Thorn
1584
):
Wir beten vch noch vmme eyn recht orteyl vf das erste.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
22, 10
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
bitte got vernunft dir zu verleihen.
Henschel u. a., Heidin
1780
(
nobd.
,
um 1300
):
Ich bit dich diner lere | Daz dv die wollest geben mir | Daz ich kvnne geleben dir.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
92, 31
(
Nürnb.
1548
):
Derhalb bittest du vmb vergebung der suͤnde.
Chron. Nürnb.
1, 180, 28
(
nobd.
,
um 1390
):
man sol auch einen vom rate biten, daz er bey der panir sey.
Gille u. a., M. Beheim
279, 42
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ich paiset nider zu dem mynniglichen weib | und pat sie zu mir siczen.
Chron. Strassb.
108, 35
(
els.
,
1362
):
hilf uns, lieber herre got, | Des bitten wir dich durch dinen tot.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
148, 25
(
els.
,
1362
):
Do bat sant Basilie got daz er ime sin leben lengerte.
Ebd.
509, 12
:
Do bat er vmb einen regen.
Sappler, H. Kaufringer
14, 312
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wölt ir nun auch mir ze lon | ewren leib tailen mit | so will ich tuon, des ir mich pit.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3638
(
schwäb.
,
1453
):
Doch bit wir sie ummb lenger zil.
Chron. Augsb.
7, 63, 24
(
schwäb.
, zu
1548
):
so betten sie auf das allerunderthenigist, inen solches lauter anzuͤzaigen.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
49, 3
(
Ulm
1486
):
da ward mich der man flechend biten, das ich im vergunte das von mir zelernen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
79, 22
(
Basel
1494
):
Ich hab sie des gebetten nitt | Ir yeder selb den fůrlon gytt.
Bachmann, Haimonsk.
151, 26
(
halem.
,
1530
):
du solt wŭssen, daz ich dich niemmer von forcht wegen umm gnad bätten wett.
Ebd.
237, 4
:
ich bit dich, daz du disse kleydung abthüegest.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
53, 18
(
moobd.
,
1478
/
81
):
sy sante poten zu dem künig und pat in gelaits.
Dirr, Münchner Stadtr.
184, 17
(
moobd.
,
um 1310
/
2
):
so bittet man aber umb einen vrid.
Munz, Füetrer. Persibein
110, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
in kurtzer zeit darnach pat man dy werden gar zúe hofe kummen.
Mollay, H. Kottanerin
15, 20
(
moobd.
,
1439
/
40
):
ich pat ain alte frawn, daz si mir ettlich kerczen geb.
Bischoff, Steir. Landr.
152
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
die ersten zwen teg sol er newr gerichts piten.
Bauer, Imitatio Haller
91, 20
(
tir.
,
1466
):
Heb deine augen auf in die höch czue got dem herren vnd pitt in, das er dir vergeb deine sünden.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
108, 23
(
tir.
,
1464
):
da hüeben si all an zue pitten die götleich parmherczikhait.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
146, 26
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
und paten sein gnad umb hylff mer dan aynsten.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 83
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
des pitt Johannes keuscher leib.
Ebd.
36, 31
:
bit, das got still des meres flüt.
Piirainen, Stadtr. Sillein
35, l
7 (
sslow. inseldt.
,
1378
):
pitte dich genedygez gerichtes vͤber alle meyn svͤnde.
Qu. Brassó
5, 461, 21
(
siebenb.
,
1613
):
Geczy […] bitt umb das Furstentum.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
126, 19
(
mslow. inseldt.
,
1569
):
demüettiglich biettend, Ihnen einen fraien Land Weg Vber iren Weingarten […] Zuuergünnen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
443
(
schles. inseldt.
,
1470
):
habin gebattin Merttin Teychman iren formonder, das her salde den geczewg wedir rwffin.
Schmitt, Ordo rerum
612, 20
;
Voc. inc. teut. t iijv;
Schöpper
102b
;
Serranus
38r
;
Maaler
70r
/v;
Henisch
398
 f.;
Dietz, Wb. Luther
309
 f.;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 24
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 118
;
West, Dasypodius.
1989, 280
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 15
;
Göpfert, Wb. Katechismus
48
 f.;
Dief./Wü.
512
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
41
;
Bad. Wb.
1, 240
;
Schwäb. Wb.
1, 1144
;
Schweiz. Id.
4, 1851
;
Öst. Wb.
3, 236
 f.;
Rwb
2, 353
 f.
2.
›etw. (vereinzelt:) jn. (von jm.) erbitten‹.
Syntagmen:
den beschüz / frieden / himmel, die almacht / barmherzigkeit / gnade / vergebung, das brot / buch / buch / weib b
.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 4711
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
wir konnen ouel bidden broit.
Wyss, Limb. Chron.
48, 19
(
mfrk.
, zu
1360
):
der selbe von Wirtenberg fil dem keiser zu fuß unde bat sine gnade.
Laufs, Reichskammergo.
259, 12
(
Mainz
1555
):
obgemeltermassen absolutionem von instantz, dem gerichtstandt oder außgangner ladung zu bitten.
Dubizmay, kurß zu Teutze
79, 6
(
hess.
,
1463
):
Lose | der schuldigen bantt bringe | lichte den blinden vertreybe | alles vbel vnd bitt vns | alles gütte.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
18, 22
(
hess.
,
14. Jh.
):
Zu vellichen ziden sal man […] bidden waz da zu beddene ist.
Luther, WA
30, 3, 278, 30
(
Wittenb.
1531
):
haben die unsern […] dennoch jmer friede gebeten.
Ebd.
30, 3, 345, 31
:
Weil sie aber da keine sunde haben, duͤrffen sie auch Vergebung solcher sunden nicht bitten noch haben.
Palm, Veter Buoch
43, 28
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
viel nider vor theonam sinen appet vnd bat gnaden vber die sunde.
Wolf, Norm im sp. Ma.
63,
Am, 80 (
omd.
,
v. 1496
):
Welche bruder von gotlicher in gebunge wollen geen vnder dy heyden […], dy sollen do von loube bethen von oren ministern provincial.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
27, 30
(
els.
,
1362
):
Vnder des kam der boͤse geist in der glichnisse eins bilgerins, vnd bat das almůsen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 193, 23
(
Augsb.
1548
):
Wer ains Weibs darff / sols von Gotte bitten.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
29, 32
(
Straßb.
1650
):
bewahre euch alle Gott, in dessen Namen ich euch gesegne, demütig seine Allmacht bittend.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
121, 13
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
umb daz wan etwer etwaz bittet alse von got zerfüllen.
Koller, Ref. Siegmunds
319, 25
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
was wir bitten, das verliht uns got.
Lemmer, Brant. Narrensch.
45, 8
(
Basel
1494
):
So weiß er selbst nit was er bitt.
Seemüller, Chron.
95
Herrsch. 23, 17 (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
der [Ptolomeus] schuff die gefangen ledig lassen und pat von Aleazaro dem priester die půch der ee.
Klein, Oswald
27, 90
(
oobd.
,
1431
/
2
):
stee für, Maria, wend dein kind! | ich Wolkenstein das bitte.
Ebd.
119, 41
:
Dein gnad ich bit an argen list.
Buijssen, Dur. Rat.
31, 7
(
moobd.
,
1384
):
Anderwaid dann so sprengt der priester inwendig daz tabernakel, wann er pitt die parmherzichait gocz.
Rudolf, Peuntner. Sterbek.
150
rb, 36 (
moobd.
,
n. 1434
):
Egerst du vnd pittest von got vergebung aller deiner sunden.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
170, 18
(
moobd.
,
1478
/
81
):
paten den hertzog Ludwig beschütz vor den herren in Nider Bayren.
3.
›jn. bitten, anflehen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
den apostel / vater / got / herren / kaiser / teufel b
.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 264
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
ir heren alle gader, | ich bidden uch grois ind clein.
Palmer, Tondolus
597
(
Speyer
um 1483
):
Ich bite dich liber her.
Kurz, Waldis. Esopus
3, 95, 20
(
Frankf.
1557
):
ich bitt dich auff mein trew.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
323, 17
(
thür.
,
1474
):
Darnach, also Eghart Wolfferam abegetretin waz, da bath Heinrich Keyser durch synen vorgenanten vorreder den richter.
Luther, Hl. Schrifft, Matth.
5, 42
(
Wittenb.
1545
):
Gib dem der dich bittet / vnd wende dich nicht von dem / der dir abborgen wil.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. M.
8, 5
(
osächs.
,
1343
):
dô her în gegîng in Kapharnaum, dô gîng zů ime Centuriô und bat en, Und sprach.
Henschel u. a., Heidin
1320
(
nobd.
,
um 1300
):
Er wer gerne gelegen | Mit der vrowen an der leger stat | Vnd hort wie er die gvten bat.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
193
(
Nürnb.
1517
):
Zum anderen bat er unterschiedlich: Mag der kelch nit wegkgeen, so geschech dein will.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
68, 19
(
Nürnb.
1548
):
so […] du Got von hertzen bitest / so wil er dich solcher suͤnde auch nit entgelten lassen.
Ebd.
84, 6
:
Da tratten zu jm seine Juͤnger / baten jhn / vnd sprachen.
Bell, G. Hager
175, 3, 19
(
nobd.
,
1597
):
wer noch gott biden dette, | vnd sich zu im be kert, | So hilft er noch aus aller notte.
Sappler, H. Kaufringer
18, 169
(
schwäb.
, Hs.
1472
):
Er gieng in die kammer wider. | er sass zuo der jungfraw nider | und wollt den teufel pitten mer.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
40, 22
(
Ulm
1486
):
Ich bit dich und gebüt dirs.
Ebd.
119, 1
:
Ich bin hin, O du meine ich bitt dich.
Schmidt, Rud. v. Biberach
39, 12
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Etwenne ret der geist mit gotte in an rvͤffende vnd bittende als ein vatter.
Lemmer, Brant. Narrensch.
88, 24
(
Basel
1494
):
Ob joch Moyses vnd Samuel | Mich bätt / so bin ich doch der sel | So vyndt / die nit von sünden latt.
Bauer, Imitatio Haller
57, 14
(
tir.
,
1466
):
er hat den herren vester vnd fleissikleicher gepeten darnach.
Weber, Füetrer. Poyt.
133, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Alls du mich patst, han ich volpracht dein gerde.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
2, 48
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
du wendest alles truren | aller menklich wer dich pit.
Klein, Oswald
113, 13
(
oobd.
,
1431
/
2
):
wer da gaistlich ist bedacht | andächtiklich solt bitten rain | Den got, der alle creatur | beschaffen hat.
4.
›für jn./etw. bitten, beten, Fürbitte einlegen‹.
Syntagmen:
für den feind / freund / herren / ketzer / toten / vorfaren, das ackerland / feld b
.

Belegblock:

Buch Weinsb.
1, 320, 39
(
rib.
,
um 1560
):
er wolt auch got vur sei alle bidden.
Wyss, Limb. Chron.
70, 18
(
mfrk.
, zu
1374
):
Biddet Got vur den schriber Dilemanne.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
130, 35
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Aber sin fursten vnd sin herren / die hant vor mich gebeden.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. M.
5, 44
(
osächs.
,
1343
):
Bittet vor di, di ûch sint hazzinde.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 628, 12
(
Leipzig
1537
):
Wir bieten fuͤr alle Ketzer vberall, | Vnd Secten die da gehn nach eigner wall.
Ebd.
2, 404, 1
(
Nürnb.
1631
):
Bitt fuͤr vns Maria.
Ebd.
2, 535, 6
:
Bitt fuͤr das Feld vnd Ackerland.
Rieder, Gottesfr.
88, 38
(
els.
,
1390
/
1402
):
daz sú woltent einhellecliche von minnen und von großer truwe und von sunderlicher erbermede vúr die cristenheit bitten.
Vetter, Pred. Taulers
43, 30
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
der heilge geist bittet fúr uns mit unzellichem súftzende.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 53, 39
(
schwäb.
,
1411
):
daz sy fuͥr die armen selen bitten suͥllent die in liden des vegfuͥrs.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
747
(
schwäb.
,
1453
):
Daß ir mich bitten für ain man, | Dem ich doch wenig gůtes gan.
Ebd.
5109
:
Es bitten gar vil lüt für dich.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 8, 4
([
Augsb.
]
1524
):
bittet für die euch belaydigen vnd verfolgen.
Koller, Ref. Siegmunds
219, 3
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
darumb das sie [bettelorden] für gemein lüte singen und bitten süllent.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
120, 2
(
moobd.
,
1325
):
das sy got fuͤr mich pitten suͤllen mit sogetaner beschaydenhait.
Munz, Füetrer. Persibein
230, 1
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Nw pitt got für mein sele.
5.
›etw., z. B. einen Psalm, ein Gebet beten‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
1, 108, 16
(
rib.
,
um 1560
):
ich moist von dem tage alle tag den psalmum, miserere mei deus etc. bidden.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
192
(
Nürnb.
1517
):
Hat er [Christus] nit im gartenn erstlich gebeten, do er sprach: Vater, alle dingk sein dir müglich, nim weck den kelch.
6.
›jn. bitten, sich an einen bestimmten Ort zu begeben, vorladen‹.

Belegblock:

Dirr, Münchner Stadtr.
42, 6
(
moobd.
,
1294
):
Swer oͧch statrihter ist, der hat niht ze schaffen bi den burgaern […] ez si danne, daz si in zů in biten oder laden.
McClean, Havich
522
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
ze haus man in da pat, | der im uncz in tod e was gehas.
Ebd.
1340
:
den selben maister sant er [chaiser] dan | [… ] und pat den herren in das lant.
7.
Höflichkeitsformel (in Parenthese), drückt einen Wunsch aus.

Belegblock:

zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
23
(
Nürnb.
1517
):
Und ermisse getreulich – bit ich, o andechtige seel – was gesagt ist.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
153, 2
(
Ulm
1486
):
warumb ist er (bitt ich) oder auß was ursach zu uns gefürt.