billich,
Adj.;
billichen
nur adv.; vereinzelt im späteren Frnhd. auch
billig
mit Übergang von
-ch
zu
-g
(
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 139
).
›angemessen, passend, gerecht, rechtmäßig, zu Recht‹.
Bedeutungsverwandte:
 5, .
Syntagmen:
eine b. strafe, ein b. lob; b. und recht / b. und gemäs sein; jn. b. achten / eren / ermanen / liben / loben / verdammen; etw. b. bedenken / erleiden
.
Wortbildungen:
unbillich
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Und hette uns lazen gebliben | in sines vater unhulden, | Die wir mit grosen schuldin | Hetten billichen vorlon.
Den gab ich mutwilliche | Min lon billiche | Sam ich den zwelfboten tu.
Große, Schwabensp.  (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
swer daz nicht en duͤt, daz rechet god billiche an ime vnde an den, de von gotte de gewalt hant.
erbeitet her iz oder wirt iz geergert, he můz iz bilchen zwiualdich gelden.
Se sin bilchen in den vrede vnde suͤlen der werlde vrede machen.
Schöpper (
Dortm.
1550
):
Billich gerecht rechtfertig.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
265
(
Köln
1476
):
Dorch byllych reed | Spraychen dye Nuysser zo handt.
Ebd.
605
(
Köln
1497
):
Dayr wurden seer beschruwen, as dat wayl billich was.
Ebd.
658
:
byllych hayt sy dat verdrossen.
Rosenthal. Bedencken
27, 10
(
Köln
1653
):
Sie ermahnen vns auch billich.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp. 
1129
(
mrhein.
,
um 1335
):
Wir zwene liden dise pin | billich vmme vnser missedat.
Rueff, Rhein. Ostersp. 
62
(
rhfrk.
,
M. 15. Jh.
):
daz dir lob und wirdekeit | billich sy alle czyt bereit.
Ebd.
1803
:
ich hette dich billich lan genießen | diner wonderczeichen und sußen lare.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
132, 12
(
rhfrk.
,
um 1435
):
dar vmb so ist es wol billich das ich üch die warheyt sage.
Dubizmay, kurß zu Teutze
78, 3
(
hess.
,
1463
):
Aller libsten cristen muter […] kum vns zu statten den die dich billich ruffen an.
Froning, Alsf. Passionssp. 
2359
(
ohess.
,
1501ff.
):
So wirt uns ee gar unreyn | und uns Juddische gesecz | vorstoret und vorleczet! | das sail uns bilch alle vordryssen.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
billich ein jeder tregt | In seinem beruff die arbeit schwer, | Wie es von alter ist kummen her.
Der wirdt billich so abgericht, | Wie diesen Vischern hie geschicht.
Sein Eltern vnd all sein vorfahrn | Groß that gethan in alten Jarn, | Das sie bilch auff der gantzen Erdt | Wern alles lobs vnd ehrn werdt.
Schmitz, Schiltb.
125, 7
(
Frankf.
1597
):
Wir haben euch das ewer abgefressen vnnd abgesoffen / darumb ist es billich / daß wir euch auch widerumb etwas nach vnserm vermoͤgen erzeigen.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
ich weiß wol, daß diß […] billich vnd recht ist.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Des wyr jm̃ billich auß allen vnseren kraͤfften vnd vermoͤgen / danckenn / loben vn̄ lieben soͤllen.
Alliu diu heilige kristenheit biutet unserer vrouwen grôe êre […] dar umbe, daz si lîplîche ist diu muoter Kristi, und daz ist billich.
Quint, Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
sô ist gar billich und recht, daz got verhenget hât, daz der schade dem menschen ist geschehen.
Nû volget hernâch in dem andern teile von den stücken bî drîzigen, der ieglîches aleine billîche trœsten sol den redelîchen menschen in sînem leide.
ez wære gar billich, daz er bî im wære und in trôste.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2591
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
nu thu zu aller frist | was du thun salt unnd dir zemlich ist | unnd billich ist in aller diner dad.
Strauch, Par. anime int.
3, 26
(
thür.
,
14. Jh.
):
brudir Johan, der bewiset dri dinc wa rumme sich der mensche billiche betrubit in disme lebine.
Ebd.
36, 39
:
ez was wol billich daz der ein lerere solde sin allir dirre werlinde, fon nimande inlernite.
Ebd.
91, 13
:
wen duchte nu billicher, daz man neme der heligin wort mide zu bezugine Christi rede.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
18, 35
(
thür.
,
1474
):
so blebin dye megenanten brudere der schulde billich clageloß.
Ebd.
131, 17
:
so blebe er der schulde von ym pillichin clageloß.
Ebd.
173, 37
:
so werdet ir der schulde also billichin ledig.
Küther, UB Frauensee
167, 24
(
thür.
,
1373
):
alle dyͤ dyͤ gud erbeten und dyͤ man bilche davor phendet.
Thür. Chron.
9v, 7
(
Mühlh.
1599
):
Man solte aber viel mehr vnd billicher Ehren die Frommen / Warhafftigen / Weisen.
Müller, Quellenschr. Frangk (
Wittenb.
1531
):
solten wir billich schamrot werden / das wir so gantz ablessig vnd sewmig sein / Vnser edle sprach so vnwert […] halten.
Luther, WA (
1544
):
Darumb […] solt jr ja billich des nicht erschrecken noch betrübt sein.
Ebd. (
1531
):
drumb rhume ich michs billich, unnd als dan stehets einem prediger recht unnd wohl ahn, das er sich also rhume wider die schwermergeister.
Ebd. (
1543
):
So solt ein Christ den tod billig verachten oder züm wenigsten nicht so seer fürchten das er vmb seinen willen Gott nicht verachtet.
Ebd. (
1545
):
Derhalben, Sol man billich die Heilige Schrifft die Gottes wort ist gerne vnd vleissig Lesen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. M. (
osächs.
,
1343
):
Abir gêt billicher zů den schâfen di vortorbin wâren des hûsis Israêl.
Ebd. L. :
Der abir nicht bekant hât und nicht getân hât billîche dinc, der wirt mit wênic plâgen geslagen.
Schönbach, Adt. Pred. (
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
wanne wir dicke unsern herren got erzuͤrnen mit unsern suͤnden, so ist daz billic daz wir dicke bichtin und uns bezzern.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
71, 24
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
abir der bischof und sine geselleschaft […] bestundin mechticlichin in irem geloubin, als is billichin was.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 6, 24
(
Leipzig
1520
):
wie wol die angetzeigtẽn ketzer / die schwere hant gottes / billich erschreckt.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
daran behalden sie die erbliche abwartung auch pillich und moglich.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Bautzen
1567
):
Soͤlchs Creutz billich zu preisen ist, | Doran man Gotts geheimnus list.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1337
/
619
):
ob die gewerken von dem vreien Stein ire gruben und ir lehen mit pesserm rechte und pillicher nicht behalden schullen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
44, 15a, 3
(
schles.
,
1388
):
das petir, petir Jekils son, billich hat ding vnd tag von rechtis wegen.
Ebd.
44, 15b, 2
:
Orteil vnd recht gegebn̄ hat, das frauwe Hedewig Hentschel […] billich beleibet bey irme liebgedyng.
Opitz. Poeterey
3, 12
(
Breslau
1624
):
solchem ehrlichen begehren wie billich zue verhengen.
Ebd.
8, 8
:
allerley gutte Geister des Himmels wehren Gottes Söhne vnnd Mitgesellen / welche wir Menschen vieler grossen wolthaten halber billich ehren solten.
Ebd.
36, 25
:
Wir sollen frembdlingen gar billich ehr’ erzeigen.
M. Cunitia. Ur. Prop.  (
Öls
1650
):
und der ursach billich der Curiosische Leser dahin remittirt wird.
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
ab ich des nicht billich ledig sulle syn adir waz eyn recht sey.
Ab das ungerichte des dorffes herre icht billich richten sulle wenne der lantrichter.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
3, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
):
Weget es selber, ob ich icht billich zürne.
Ebd.
7, 4
:
Wann nach großem leide große klage billich sol folgen.
Ebd.
21, 3
:
Wann billichen dann ein guter strafer auch ein guter anweiser wesen sol.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
So sulden bilche di phlagen | Glich wegen in einer wagen | Den sunden.
Dorumme Job billichen was | Strafens wert durch daz er sich las | Gerecht.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
21, 34
(
omd.
,
1487
):
Szo den gott ein gemein gutt aller creatüren ist, soll wyr yn billich meher lieben den vns selber.
Henschel u. a., Heidin
1451
(
nobd.
,
um 1300
):
si weiz wol waz si tvn sol | Da von ist billich vn̄ reht.
Pyritz, Minneburg
3091
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Die ist von wandel gar benomen | Und auch loblich vollenkumen, | Daz man sie lobet billich.
Ebd.
3102
:
Dem solt sie sicherlichen doch | Billich dancken dannoch.
Ebd.
3384
:
Wann der ist so glentzig clar, | Daz ich wer billich sorgen bar.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1427
):
desselben briefs wir ewrer fursichtikeit ein abschrift hierynnen verslossen schiken, daz allen fromen cristenmentschen pillich zu bedenken ist.
Ebd. (
nobd.
,
1449
/
50
):
die von Nürmberg […] puten recht von dem herrn von Heideck, wo und an welcher stat er des billeich gen dem marggrafen über sten solt.
Ebd. (
nobd.
,
1500
):
das teten sie darümb und auch pillich, wann markgraf Fridrich der het […] auch sovil uns genumen on alle ursach.
Langen, Myst. Leben
173, 20
(
nobd.
,
1463
):
Darvmb so sol pillich der kranck geduldig sein.
Bührer, Kl. Renner
54
(
nobd.
, Hs.
um 1480
):
Des leiden ir arme leute groß leit | Wann sie beschuczen vnd beschirmen, | Sie den sie billichen solten stewren.
Gerhardt, Meister v. Prag
217, 14
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
do der pillich tag kam do macht Herodes ein abent essen seiner gepurt den fursten.
Köbler, Ref. Nürnberg
67, 19
(
Nürnb.
1484
):
dardurch zu cossten vnd scheden bracht sind worden anders dann sich gepuͤrt vnd pillich ist.
Gille u. a., M. Beheim
26, 18
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das pantell der wirtschafft nicht wirdig were, | darumb solt man es pilich treiben ab.
Ebd.
77, 12
:
Seit uns den tot ein frau pracht, sa | was pilich, das uns wer ein fra | das leben wider frumen.
Ebd.
82, 124
:
Darumb ist pilichen, das wir | sundigen menschen mit pegir | uns machen under tenig | dem sacrament der pusse.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
49
(
Nürnb.
1517
):
von dannen, und billich, ist die weißheit der welt […] ein narheit vor got.
Ebd.
242
:
und wirdet billich der splitter ehe aus deinem, dann das pözig aus dem fremden oug gezogen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
wie das jenig alles […] pillich denselben aus […] bruderlicher liebe und dem zusagen und annemung der bruderschaft verwart und uffgehalten werden soll, bey dem bleybt es auch pillich.
Serranus (
Nürnb.
1552
):
Billicher weis […] Iure, Optimo iure.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
77, 1
(
Nürnb.
1548
):
vnd es billicher sey / es geschehe / was Got also gut / vnnd vetterlich thut / denn was er gern wolte.
Ebd.
110, 19
:
so werren sie billich alß ketzer verdammet worden.
Ebd.
273, 16
:
So sol ye billig ein yeder Christ solche gnad erken̄en.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Die Krafft wird vberschatten dich, | Deß Allerhoͤchsten, drumb billich, | Gotts Sohn genennt wird werden.
Chron. Strassb. (
els.
,
1362
):
daz man in billich ahten sol zů den besten keisern.
Ebd. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
er heisset billich Jacop, ein undertretter, wan er mich zwurent undergedrucket und betrogen het.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
von dem gejegede wurt der hirtz billichen zů Gotte gejaget.
Ebd. (
els.
,
1359
):
moͤhtent si ze mole zů eime luter nichte werden, das dúchte si billich unde recht sin.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
406, 13
(
els.
,
1362
):
do sprochent die arzode: ,Es ist nút billich daz ein man gebere oder enphohe‘.
Strauch, Schürebrand (
els.
,
E. 14. Jh.
):
in vil ungeordenter zornmuͤtiger biliger geberde und ampar one alle göttliche minne.
des süllent ir úch billiche fröwen in gantzer gůter wolgetruwender fröudenricher zůversicht.
erfrouwet in gantzer gůter zůversicht, daz ir billiche aller swermuͤtikeit vergessent.
das widersleht úch billiche allen ingetragenen lust und trost der welte.
Anderson u. a., Flugschrr.
18, 6, 4
([
Straßb.
]
1523
):
Es sol billich all Christenlich Künig […] im wort gottes behertzigen.
Roloff, Brant. Tsp. 
449
(
Straßb.
1554
):
Ich bin es gewiß und gtar es wol sagen | Ich hab mich billich von dir zů klagen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Die Poetae Comici aber haben es am allerärgsten, zur billigen Straff, daß sie so manche Königinnen […] ihrer Ehre beraubet.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
1. H. 15. Jh.
):
Der sollt billich nemen war | Das lim, adran und bain horn / Wær alles samen usserkorn.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
orhein.
,
1520
):
Wann der bapst oder bischof zů billicher oberkeit kommen und begeren früntschaft und verein uf zů richten.
Karnein, Salm. u. Morolf
43, 2
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
,here, es duncket mich gar billich getan. | sie enist aber noch nit dot, | ir vil liechte farwe | ist nit verwandelt‘.
Morrall, Mandev. Reiseb.
41, 12
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
so ist noch vil billicher und múglicher, wir cristen lút sůchent und opffernd uns selber Sant Katherinen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1388
):
man sagt, daz die zwien man also grozzen schaden taten under den Bairn, daz man si pillich clagen sol.
Ebd. (
schwäb.
, zu
1397
):
als ferr so sich ain raut erkent hett durch pessrung willen der stat, daz man pi den ungelten solt beliben, so wär ez pillich ir guter will.
Ebd. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
wan man hett im unrecht getan, des entgalt man pillich.
da was niemant mer den man fürchten solt, dann die pflegerin mit iren junkfrawen die saßen und warn erschrocken, als das wol pillich was.
Ebd. Var. (
schwäb.
,
1529
):
so sie am gwin anligen und tailhefftig sind, legen sie am verlust auch billich an.
Ebd. (
schwäb.
, zu
1548
):
auch meinen schefflin mit rechtem ebenpild der lehr und des lebens nit vorgegangen, welche ich billich solt haben gebessert, die hab ich geergert und an irem hail verhindert.
ine on alle billiche ursach von grosser eher und gůt, haus und hof schmechlich und beschwerlich austrungen und verstoßen.
Mollwo, Rotes Buch Ulm (
schwäb.
,
um 1420
):
das in ainem ieglichen conmun und versamnung der stette von usschaidung der geschrift und natürlicher gesetzt billichen gemainer nutze angesehen wirt.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
15. Jh.
):
ordenung, die billich abzulegen were.
Ebd. (Hs. P:
15. Jh.
):
der sol geadelt werden billich vor got und vor der weltt; den sol der keyser begoben mit lehen.
Ebd. (Hs. N:
3. V. 15. Jh.
):
haben sy billich yr adelschafft verloren und heissen nit edel, wan es ist nit adellich gethan.
Ebd. (Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
Man sol von allen keuffen den pfündtzoll pillichen auffnemen.
Sappler, H. Kaufringer
9, 251
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
Man vindt noch mengen guoten man, | der oft unrecht haben muos | und seinem weib stets in buos, | die si selber pillich trüeg.
Brandstetter, Wigoleis
202, 28
(
Augsb.
1493
):
vnd werte ritters getat erkennet dz eüer preyße durch disen rat pillich erhoehet.
Ebd.
215, 26
:
sy riten ein soliche starcke thyost von der in beyden billich rugk vnd ripp zerbrochen waeren.
Ebd.
222, 11
:
darumb jm auch billich vnd mitt recht gewaltes ist zerrunnen.
Anderson u. a., Flugschrr.
29, 7, 24
([
Augsb.
]
1524
):
sy seynd so blind / armsaͤlig / vñ verstockt / das man billicher mitleyden mit jn hett.
Andreae. Ber. Nachtmal
33v, 6
([
Augsb.
]
1557
):
darumb es billich verdacht / vnnd demnach […] vndterlassen werden soll.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Wer nicht gehet zum ampt / Der gehet auch billich nicht zum schlamp.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1327
):
die da bi sint gewesen, da duͥ schulde gemacht wart […] die billich helfen suͥllent.
Ebd. (
halem.
,
1386
):
want dz iederman billich und mit recht beliben und gestan soͤlt.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Und růftend lut úberal | Das Joseph wære Gottes knecht, | […] Dar umb solt im dú raine | Maria billich werden zer e.
Boos, UB Aarau (
halem.
,
1396
):
daz sy uns davon tun und getrew und gewertig sein als lehensmanne irn lehenherren pilleich tun sullen.
Adrian, Saelden Hort
819
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
do si die wisen maͤgde | sahent sich gewarnot han | und gegen dem brútgom gan | froͤlich, als ez billich was.
Ebd.
4978
:
den [edelen] sol billich vil lones geben | Got und si schiere lósen.
Ebd.
7267
:
des sol er billich sin gemait.
Ebd.
10415
:
nu was ez doch gar billich | daz das múndel minneclich | von Gotte des genússe.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1955
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Des sond wir billich minnen dich, | Gott vatter, herr von himelrich.
Ebd.
3549
:
Da mit dett er dem kaiser kunt | Das er inn billich eeren soͤlt.
Stammler, Berner Weltger.
482
(
ohalem.
,
1465
):
Ich erhorte dich allweg billich, | Wenne du für den sünder bete mich.
Vetter, Schw. zu Töß (Hs.
15. Jh.
):
ward enpfangen von únserm kloster mit grossen froͤden und erwirdikait, als billich was.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Dar umb ich für üch ze aller zitt | Sol billichen üben stritt.
Du edlen tiere offenbar | Warend gar von golde, | Als sy billich solde | Füren von Troye ains künges barn.
Wa der valke noch uff gatt, | Die entte im bilich vedren latt.
Stammler, Berner Weltger.
549
(
ohalem.
,
1465
):
Ir sint gewesen karg vnd vnmilt, | Vwer kargi üch billich schilt.
Ebd.
674
:
Herre, sy soͤnd billich sin by mir, | Sy wolten nie gedienen dir.
Lemmer, Brant. Narrensch.
9, 8
(
Basel
1494
):
sie hant ein lichtferig gmuͤt | vor dem man sich gar billich huͤtt.
Ebd.
77, 45
:
Billich waͤr / das ich alles daͤt | Das mich myn vatter hieß vnd baͤt.
Ebd.
108, 101
:
starb dar vmb / das man nit wolt | In kennen / als man billich solt.
Edlib. Chron. (
ohalem.
,
um 1500
):
dz ein jecklicher bescheidener man wol ver stand, dz götlich recht, vnd bilich sig.
dz wir der sach zu billichen glichen rechten kommen sönd.
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
der sol nit anders dan̄ in bywesen syns gegenteils gehoͤrt vnd darüber geurteilt werden was zimlich vnd billich ist.
wer aber das sy kein billich entschuldigūg hetten.
Heidegger. Mythoscopia
60, 19
(
Zürich
1698
):
Wenn man nun alle dise sachen bey Liecht besihet / entstehet ein und anders billiches Bedencken.
Haas u. a., Erasmus/Jud. Klag
2r, 18
(
Zürich
1521
):
so ich billicher zornig über sy wer / Würd jch gezwungen ein schmertzen vnnd mitlyden mit jnen zů haben.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
Arnau
1525
):
böse that und werk sollend einen ietlichen vor got und auch vor den menschen billichen schenden.
Jörg, Salat. Reformationschr.
28, 7
(
halem.
,
1534
/
5
):
So dann / und gar billich / der ursprung und anfang […] der Eydgnoschaft beschriben.
Ebd.
278, 22
:
so sy by den luterschen / oder andern hendlen saͤssend / redtend / und riettend / wurdend sj ouch billich darinn verfasstt und begriffen.
Ebd.
419, 24
:
so gellt es mir ouch allso / und sige mir billich was jnen recht.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
es ist billich, das wyr uns abtzüchend und nacket inn hembdern zuo Karly gangend inn umm gnad bitten.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
21, 8
(
moobd.
,
1305
):
si herbergen als zimleich und billeich sei.
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
1343
):
von irer morgengab wegen, des sol sie geniezzen, und auch unverzigen mit chlainot, die ir pilleich volgen süllen.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1316
):
daz […] dazselbe reht, daz billicher unreht haizzet, iemer mere abe si.
Ebd. (
moobd.
,
1340
):
daz sol staet beleiben, ob ez den rat muͤgleich und pilleich duncht und redleich.
Ebd. (
moobd.
,
1403
):
als es von alter herchoͤmen ist und ain rat pilleich tuͤn sol, trewleich ân alles gevarde und arglisse.
Hör, Urk. St. Veit
167, 20
(
moobd.
,
1409
):
so scholt vnserr vorgenanter pruder auch eriben, waz in dann pilleich an von recht von vns eribett.
Kummer, Erlauer Sp.  (
m/soobd.
,
1400
/
40
):
ist pilleich, daz arm und reich dir dankchen immer mere.
Mollay, H. Kottanerin
20, 13
(
moobd.
,
1439
/
40
):
do die frawn von Ofen des Inne wuerden, daz meiner frawn gnad des kindes genesen was, des waren sie fro, als es wol pilleich was.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Fraw, uns zimbt pillich entsamen frölich zu sein.
Nu merck ain yeder werder man und getrews hertz, ob das schön und süess hertz der keuschen junckfrawen nicht pillich erschräk.
Munz, Füetrer. Persibein
380, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
ewr lob sol werden pillich drumb verhawen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
26, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
,Secht, lieben gespilen mein, | nun pin ich doch dy herste – | wes solt das gold zue recht pillicher sein‘?
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
gebieten wir allen […] herren und stetten, das si im nit anhengig sein, sunder in zwingen, uns billiche gehorsam ze laisten.
haben wir seiner gepeinigung billichen gros mitleiden.
Rintelen, B. Walther
25, 23
(
moobd.
,
1552
/
8
):
so mag der Grundtherr das Guet nach billicher Schätzung verkauffen.
Ebd.
33, 3
:
auf das […] also menigklich irer pillichen Anforderungen entricht.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1724
):
ob aber ainer wäre der daß wasser so durch daß dorf rinnet wolte aufheben, der hebe es auf waß billig ist.
Ebd. (
moobd.
,
E. 17. Jh.
):
da aber die brodtbeschauer durch nachläßigkeiten oder sonsten durch gunst liessen füruber gehen und billiche beschwär fürkämb.
Ebd. (
moobd.
,
1446
):
und sol dann der pergmaister denselbigen da hin antwurten wo er dann da pillichen hin ze antwurten ist.
Bauer, Imitatio Haller
67, 29
(
tir.
,
1466
):
Du solt vil pilleicher ain wenig leiden durch Kchristum willen denn durch der welt willen.
Ebd.
96, 5
:
Wir süllen vns pilleichen diemuetigen vnd süllen vns nicht vbernemen vnser gueten werch.
Bauer, Zist.-Pred. Haller
85, 121
(
tir.
,
1466
):
O herr Jesu Kchriste, das ist pilleichen vnd gerecht, das wir das sullen halten.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
wenn der track in sein alter kümt und zuo seinr pilleichen grœze, sô lebt er lang ân ezzen.
daz sprach er pilleich durch des weissagen munt von seinr menschait und von seinr marter.
Edera haizt ain epaum oder ertpaum, aber er hiez pilleicher ain slingpaum.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
14, 29
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
davon wirst du gehaissen schon | gotes mueter pilleich | in seinem fronen himmelreich.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Di erd ist suͤzzer fruͤchte vol, | Dar aŭs pirt, als sich pilleich sol, | Wŭrtz unde chraŭt.
Bastian, Runtingerb.
2, 34, 24
(
oobd.
,
1404
):
das man im all tag sein taglon geben schol […] als ainem gemainem maurer, und dem, der da stoͤst, auch als pilleich ist.
Klein, Oswald
12, 84
(
oobd.
,
1431
/
2
):
dieselbig lieb mich allzeit billeich zwingt.
Ebd.
95, 17
:
darumb so dringt da manger stül | für alle tisch und benck, | der billich wol ain schamel wer.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Und ist pilleich ainem yeden hertzen, das dem haws von Osterreich ern und guetz gan.
Darnach zugen sy ab durch das Jawntall mit sovil gevanngner Kristen, das pilleich eynnem yeglichen Krisstenmenschen erparmen soll.
Piirainen, Stadtr. Sillein 156, r
33
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
mit rechtem ruͤffe alz daz pilleich ist vor czu prengen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
28
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
das wier bemelte alte Instructiones mereten besserten, vnnd der kegenwertigen Zeyt als vil nutzlich vnnd pillich verglaichten.
Ebd.
51
:
annders wegs an svnderliche pilliche vrsach von dem rechten wort gottes sich abzuzihen hochlich vnd Ernstlich Verpoten haben.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
6, 19
(
mslow. inseldt.
,
1569
):
Was Aber dz Junge Volck belanget, sollen sie nemen was güttlich vnnd Pillich ist.
Ebd.
9, 14
(
mslow. inseldt.
,
1612
):
sein begehren nicht billich, vnd straks wieder das 9 gebott.
Ebd.
116, 8
(
mslow. inseldt.
,
1619
):
Welches auch alß ein billichs begehren, von Richter vnd Rath an heüt dato bewilliget werden.
Helm, a. a. O. ; ;
Loesch, Kölner Zunfturk. ;
Meisen, a. a. O.
987
;
Köbler, a. a. O. ;
Froning, a. a. O.
4197
;
Kurz, a. a. O. ;
Grosch u. a., a. a. O.
34, 30
;
98, 31
;
117, 30
;
146, 30
;
154, 17
;
297, 21
;
298, 29
;
303, 8
;
321, 2
;
323, 30
;
Küther, a. a. O.
395, 28
;
Göz. Leichabd. ;
Bindewald, a. a. O.
43, 13, 6
;
Opitz. a. a. O.
4, 1
;
47, 24
;
Pyritz, a. a. O.
3248
;
4626
;
Asmussen, a. a. O.
1992
;
Dienes, E. Gros. Witwenb.
9, 2
;
Gille u. a., a. a. O.
81, 6
;
Reichmann, a. a. O.
150, 29
;
Vetter, a. a. O. ; ;
Strauch, a. a. O. ;
Fischer, Eunuchus d. Terenz ; ;
Eschenloher. Medicus ;
Päpke, a. a. O. ; ;
Graf-Fuchs, a. a. O. ;
Schmidt, Rud. v. Biberach
36, 14
;
Adrian, a. a. O.
1159
;
8011
;
Lindqvist, a. a. O.
2653
;
Lemmer, a. a. O.
35, 34
;
110a, 215
;
Köbler, a. a. O. ;
Jörg, a. a. O.
551, 7
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern ;
Fichtner, a. a. O.
144, 6
;
Bischoff u. a., a. a. O. ; ; ; ;
Siegel u. a., Salzb. Taid. ;
Pfeiffer, a. a. O. ; ;
Klein, a. a. O.
34, 24
;
Grothausmann, a. a. O.
47, 28
;
Voc. inc. teut. cv ijv;
Hulsius
B ijr
;
Schmitt, Ordo rerum
479, 21
;
710, 22
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 23
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 117
;
Dietz, Wb. Luther ;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 15
;
Schmid, R. Cysat
6, 13
;
Schmid, Pilgerreisen.
1957, 406
;
Shess. Wb.
1, 844
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Bad. Wb.
1, 229
;
Vorarlb. Wb.
1, 356
;
Öst. Wb.
173
;