bezwang,
der / das
.
1.
›Ordnung, Maß, Gefüge‹;
vgl. am ehesten  1.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 489, 5
(
rib.
,
1398
):
damit wir unse ampt mit der gnaden goitz in eren ind betwange gehalden hain.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
19, 10
(
wmd.
,
1634
):
Thut zierlich sammen raffen | Die Verßlein in bezwang.
2.
›Pferdebiß, mit eisernen Stacheln, sog. Wolfszähnen versehenes Eisenzeug, Brechzaum‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.
3
.

Belegblock:

Henisch
365
(
Augsb.
1616
):
Bezwang / breche zaum / roßbiß / lupatum.
3.
s.  2.
4.
›Druck, Pression, Nötigung, die auf jn. ausgeübt wird, Qual, Drangsal als objektive Einwirkung; Strafe‹; auch: ›Stuhlzwang‹ (a. 1566);
vgl.  3.
Bedeutungsverwandte:
,  123,
1
 2, , (
das
2.
Syntagmen:
b. an jm. begehen, jm. b. tun
;
etw. mit b. tun / erlangen, etw. ane b. bekennen, durch b. ein kind abtreiben, jn. in b. bringen
;
b. der eltern, des rates
(jeweils gen. subj.),
b. der helle
(Gen.obj.);
der grosse b
.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 38
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
wat men myt betwange deit, | dar zo ist irst den luden leit.
Ebd.
3, 731, 7
(
Köln
1499
):
sunder wille etzliger van den oversten, mere uis betwank des nuwen raitz van der gemeinde.
Ebd.
879, 17
:
brachten in gehoirsamheit die stat van Brugge herzoch Albrecht van Sassen und ein greve van Nassauwe, ind naemen die burger in groissen bezwank ind knechtlicheit.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 20, 22
(
hess.
,
1529
):
Diese nachvolgende widertaufer, [...], haben on allen bezwank, [...], bekannt.
Ebd.
34, 43
(
1531
):
wie sie mich nicht aus liebe und freiwilligen herzen, sunder aus gesuch ruwiger tage und bezwang ihrer eltern genomen have.
Behrend, Magd. Fragen
27, 8,
Anm. 21 (
omd.
,
um 1400
):
by pfenning busszen adir by andern getwange adir nicht by hals noch hant.
Chron. Mainz
1, 345, 13
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
das von unsern wegen nie kein bezwang oder betrang an uch oder die uwern gelacht oder beganen ist.
v. Groote, Muskatblut
73, 86
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
uwer [priester] furgang důt vns betwang; | was ir vns sollent weren, | daz selbe daz dribt ir alle dage!
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
158, 2
(
Bamb.
1507
):
so yemant einem weybssbilde durch bezwangk, essen oder trincken ein lebendig kindt abtreybt.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
31, 14
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Über himmel ist sein gangk | nach der helle betwangk.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
2061
;
2164
;
Chron. Mainz
1, 345, 4
;
Sappler, H. Kaufringer
25, 221
;
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
1017, 1
;
Dietz, Wb. Luther
1, 300
;
Bad. Wb.
1, 182
;
Vorarlb. Wb.
1, 322
.
5.
›Selbstdisziplin, Beherrschung‹;
vgl. am ehesten  5.

Belegblock:

Strauch, Par. anime int.
71, 32
(
thür.
,
14. Jh.
):
di elfte ist inthaldunge oder eigin betwanc gegin den dingin di nicht forbodin insint.
6.
›Gedränge, Zudrang‹.

Belegblock:

Chron. Strassb.
67, 6
(
els.
,
1362
):
geschach, daz in manigen landen gros betwang wart von den luten die sich ufmahtent und uber mere woltent.