bezeigen,
V.
1.
›etw. zeigen, kundtun, sichtbar werden lassen‹;
sich bezeigen
: ›sich zeigen, erscheinen‹.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
hî mûze wesin volkis mê | wen sich uns bezeigit.
Dubizmay, kurß zu Teutze
79, 7
(
hess.
,
1463
):
Bezeige das du bist ein muter.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Beczeyge mir dy sache | Durch di du mich swerlich richtes.
alle myne missetat, | Wo ich ye was ubertrat, | Mir bezeyge unde bewise!
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1516
):
das alsdann dieselbigen unser onderthon kunstgebrauchende gewercken [...] den obgenanten khonstigern angebern iren erben [...] umb solche ire beczeygte konst arbeyt und muhe schuldig und phlichtig zu geben seyn sollen.
2.
›etw. beweisen‹.
Wortbildungen:
bezeigung
1 (vgl. den Belegkommentar!)

Belegblock:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1462
):
darin der amptman von Palzel mir intrag unde hinderunge leget und den besesse miner alteren hirlichkeit understet zu smelen, des uwern gnaden ein bezeignunge zu schicken etc.: gnediger lieber her, so schicken ich uwern gnaden die bezeignunge
(Zuordnung des Belegs zu
bezeichnen
6 wie zu
bezeugung
1 möglich).
Gerhardt, Meister v. Prag
124, 25
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
wer aber sein getzeugtnus nymt / der hat betzeiget das (er ein) *got worer* ist.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
A. 14. Jh.
):
vnd si mag mit zuͥgen old mit eiden bezuͥgen daz, so mag si wol von hvngerz not ein teil dez eigenz versetzen old verkoͮffen.
3.
›etw. / jn. durch Zeichen symbolisieren‹.
Wortbildungen
bezeignis
(dazu bdv.:  4, ),
bezeigung
2.

Belegblock:

Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
,Swigen‘ dutet ez. vort me | Sint uns bezeiget da bie | Alle die uf erden hie | Geduldeclichen liden.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
259, 27
(
nürnb.
,
1446
):
hyn vnd wyder keren, das ist alles in bezaygung des leydens Cristi geschickt.
Schmitt, Ordo rerum
163, 8
(
oobd.
,
1468
):
*Signum Signaculum czechen gestaltnüz [...] geczaichnuzz [...] beczaignüs [...] gotz czaichnüz.
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 14
.
4.
›etw. ankündigen, vorbilden‹.

Belegblock:

Völker, Antichrist
186
(
wschwäb.
,
15. Jh.
):
Das aber wir nun syend inn dem letsten alter gegen der welte ende, das bezaiget die hailig geschrift mit manigem vrkúnde.
Dietz, Wb. Luther .
5.
›jm. etw. (positiv oder negativ Bewertetes) erweisen, entgegenbringen‹;
sich
[+ präd. Attr.]
bezeigen
›sich wie erweisen, zeigen‹.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn (
Wolfenb.
1594
):
Wie demütig, Wie gehorsamblich wolte ich mich gegen euch bezeigen.
Feudel, Evangelistar V.
462
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
eya, kyndir, nu tut alsus, | gewynnet uns den urloup | unde beczeiget gote huͤte lop.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1692
):
ob solcher unverantwortlicher contravention und diesfalls bezeigten ungehorsams.