besudeln,
V.
›etw. / jn. (auch: sich) konkret beschmutzen, beflecken, bemakeln, verunreinigen‹; in mehrfacher Richtung ütr.
Syntagmen:
etw.
(z. B.
das bette / buch / papier
,
die sprache, die kleider / füsse
)
b.
,
jn. mit speicheln b.
,
sich mit pech / sünde / unzucht, in dem zeitlichen b.; besudelte hände
.
Wortbildungen:
besudlung
.

Belegblock:

Schorer, Sprachposaun
5, 3
(o. O.
1648
):
wie heßlich die edle vnd fast Engel⸗Sprach mit außlaͤndischen vnd frembden Woͤrtern besudelt / vermischet vnd vervnreiniget werde.
Schöpper
57b
(
Dortm.
1550
):
beflecken verunreinen vermaasen verunsaubern vermaßgen vermaligen bemackeln besuddeln.
Luther, WA
8, 540, 6
(
1521
):
Jn diß heylige [...] priesterthum ist des teuffels saw, der Bapst, mit seynem ruͤssel gefallen, welchs er nit alleyn besuddelt, sondern [...].
Ders. Hl. Schrifft.
Sir. 13, 1
(
Wittenb.
1545
):
Wer Pech angreifft / der besudelt sich damit.
Perez, Dietzin
1, 411, 30
(
Frankf.
1626
):
ist dieses die Handt / die mit dem Blut meines allerliebsten Schatzes besudelt?
Opitz. Poeterey
13, 5
(
Breslau
1624
):
die jhre reine sprache mit garstigen epicurischen schrifften besudelt [...] haben.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
139, 33
(
Nürnb.
1548
):
wo wir [...] inn suͤnden leben / vnd mit vnzucht vns besudeln.
Sachs
15, 373, 32
(
Nürnb.
1562
):
Auff daß sie waschen fleisch und blut, | Das sich täglich besudeln thut.
Franck, Klagbr.
226, 20
(˹wohl
Nürnb.
˺
1529
):
Alle ding mit des volcks blůt besudelt werde / die gebew allenthalb zerstoͤrt sehen.
Franck, Decl.
333, 24
(
Nürnb.
1531
):
wer ein mal mit dem mackel der laster besuddelt / mit hingelegter scham sich verschaͤmt hat.
Harsdoerffer. Trichter
3, 144, 8
(
Nürnb.
1653
):
Besudeln. Beflecken / beschmuͤtzen / beschmiren / beschmirben / verunreinigen / bespritzen / bekletten / beklittern / vernichten / zu Schanden machen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 360, 22
(
Nürnb.
1631
):
Geisseln, spotten, kroͤnen jhn, | Bsudeln jhn mit Speicheln.
Maaler
347r
(
Zürich
1561
):
Schapperle / Die man den kinden fürhe͂ckt daß sy sich mit besudlind oder verwuͤstind. Fascia.
Henisch
337
(
Augsb.
1616
):
Besudeln / beflecken / bescheissen/ vermackeln / beschmutzen [...]. Daselbst hastu mein bett besudlet [...] Besudlung.
Luther, WA
16, 396, 15
;
21, 200, 39
;
47, 237, 33
;
47, 310, 11
;
Kehrein, a. a. O.
1, 105, 28
;
Anderson u. a., Flugschrr.
11, 7, 8
;
Reichmann, a. a. O.
69, 31
;
198, 17
;
Schmitt, Ordo rerum
663, 12
;
Dasypodius
403r
;
434v
;
Alberus AA ijr;
Ll jv
;
Maaler
64r
;
Volkmar
290
;
Henisch
337
;
Harsdoerffer. Trichter
3, 144, 17
;
Dietz, Wb. Luther
1, 285
.