besthaupt,
das
;
teils mit Binnenflexion:
bestes haupt
.
›bestes, beim Tode eines Leibeigenen oder Unfreien (Hörigen, Hintersassen) dem Grundherren als Abgabe zu entrichtendes Stück Vieh‹; die Belege beziehen sich auf Modalitäten der Abgabe, u. a. auf den Zeitpunkt, auf Ausnahmen aller Art, auf die Viehart (meist ein Rind), auf die Wahl des Besthauptes; vereinzelt: ›Abgabe eines Stückes fahrender Habe (z. B. eines Kleides)‹.
Zur Sache:
Hrg
1, 1957, 397
.
Wortbildungen:
besthauptfal
(a. 1438),
besthäubtig
›besthauptpflichtig‹.

Belegblock:

Loersch, Weist. Boppard
32, 8
(
mosfrk.
,
1575
):
wann daruff der hauptman abgeht, es sei frau oder mann, sei beide herrn ein besthaupt verfallen, daß si das beste viehe, oder – kein viehe vorhanden – soll man das beste kleit kiesen.
Ebd.
126, 32
f. (
1598
, Hs.
17. Jh.
):
so der haupt darauf mit tod abgehe, sey dem herrn ein besthaupt verfallen, und der schultheiß soll die scheffen ermahnen, die sollen uf den achten tag das besthaupt kiesen; do der pferd oder kohe hett, soll man das besthaupt kiesen, so viel als er hofreide hat.
Ebd.
238, 9
(
1570
/
1
):
san ein hoeber steirf, so weiß mer den herren van sant Florein daß beste heuib, uß genommen reissiche perd und bonte reck.
Grimm, Weisth.
2, 138, 36
(
mosfrk.
,
1530
/
50
?):
Die zinsgutter in dem bezirk sollen alle hauptleude haben vnd bestheuptig sein.
Ebd.
171, 22
(
1538
):
dingman, der besthaubtig vnd empfengliche gütter in des closters Raverg. gericht liegen hat.
Kollnig, Weist. Schriesh.
288, 19
(
rhfrk.
,
1668
):
Besthaubt. Wan ein man stirbt, wirdt daß besthaubt uff daß beste pferd oder ochßen, und wan ein fraw stirbt, daß wattmahl uff die beste kuhe getädigt.
Ebd.
307, 14
(
1557
):
von leibeigen männer gefallen nach ihrem tot hauptrecht, vom mann das best hauptvieh und von der leibeygen frawen das best kleid.
Wiese, UB Wetzlar
1, 559, 2
(
hess.
,
1340
):
haben seine Witwe oder Kinder
eyn besteheubt
zu geben
mit eyme vierdunge pennige, ..... als sie daz gůt widder entfahen sulden
[Regestbeleg].
Dinklage, Frk. Bauernweist.
23, 26
(
nobd.
,
15. Jh.
):
were eß sach, das einer were, der unßern gnedigen herrn nit angehorth und horth ein andern herrn an, und stürbe derselbe, so solt man keyn bestheupt geben uß dem dorf. Item auch gibt keyn hindersidel keyn bestheupt und keyn fraw keyn woytmol.
Argovia
9, 11, 25
(
halem.
,
1322
):
Wa ouch ieman in dem hofe stirbet, da sol der banwart zůgân vnd sol dz beste höpt nemen, ân eines, vnd sol das vor der liche ûßfüren vff den hof.
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 159, 3
(
halem.
,
1331
):
wa ein man uf des gotzhus guͤtern oder schůppůssen stirbet, der sol dem meijer geben ze valle das beste hoͧpt oder stuke, das er hat.
Leisi, Thurg. UB
6, 443, 32
(
halem.
,
1367
):
Wenne ich denne von todes wegen abgan, so sol den selben frŏwen und iren pflegern an ir stat werden von mir ain val, das best hopt, so ich von veh denne ze mal han.
Ebd.
7, 1021, 4
(
1390
):
waͤr och, das ainr abgieng, der unberaittin kúnd ließ, so sol ain herr sin rechtten hopt vall nemen, das ist das best hopt, das er hat in sim stall, und sol nit fúrro fragen. Waͤr aber nút in sim stal hett, so mag ain herr fragen, ob er uff dem land ut hab, und mag da och das best hopt nemen.
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
207a, 12
(
halem.
,
1553
):
das beste haupt veech, es seyen ochsen, roß, küeh oder das beste stuk in der fahrenden hab.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 422, 30
(
schwäb.
,
1501
):
so soll dem gotzhuß werden ain hoptrecht und fal, das ist gewonleich das böst haupt vichs und die klaider.
Loersch, a. a. O.
24, 2
;
248, 7
;
Foltz, UB Friedb.
1, 403, 44
;
Dinklage, a. a. O.
82, 28
;
99, 26
;
Kläui, a. a. O.
2, 24, 1
;
Leisi, a. a. O.
7, 830, 12
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
191, 14
;
343, 1
;
347, 20
;
Wintterlin, a. a. O.
2, 127, 12
;
Rwb
2, 199/200
;
Pfälz. Wb.
1, 736
.
Vgl. ferner s. v. .