besprengen,
V.
1.
›jn. / etw. (mit etw.) besprengen, benetzen (oft in rituellen Zusammenhängen)‹; als Metonymie: ›etw. reinigen‹.
Syntagmen:
die heiden
(
mit etw
., z. B.
mit dem blute, wort
)
b., den garten, die hütte, das lager, kleider b., jn
. (z. B.
das kind, den menschen
)
mit essig / wasser / wein b., den altar mit blut / weihwasser b., den weg mit honig b
.;
jn. mit blut besprengt sehen
.
Wortbildungen:
besprengung
1.

Belegblock:

Volkmar
544
(
Danzig
1596
):
ich besprenge / befeuchtige.
Luther, WA
10, 3, 197, 8
(
1522
):
[er] hat sich lassen beschweren, Myttt weychwasser besprengen.
Ebd.
21, 287, 28
(
1544
):
so der heilige Geist uns besprenget durch die eusserliche Predigt des Euangelij.
Ders. Hl. Schrifft. Jes.
53, 15
(
Wittenb.
1545
):
also wird er viel Heiden besprengen
(ütr.: ›erstaunen, überraschen‹).
Ebd. Hebr.
10, 22
:
So lasset vns hinzu gehen [...] in völligem Glauben / besprenget in vnsern Hertzen / vnd los von dem bösen Gewissen.
Ebd. Hebr.
12, 24
:
die im Himel angeschrieben sind [...] zu dem Mitteler [...] Jesu / vnd zu dem Blut vnd der Besprengunge.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1604
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
das her [Gabriel] besprengete di reinen maget.
Mathesius, Passionale
45v, 20
(
Leipzig
1587
):
mit diesem worte / Besprengen / legt vns der Prophet aus die alten Besprengungen.
Reichert, Gesamtausl. Messe
2, 4
(
Nürnb.
um 1480
):
wan ein frevel oder gewalt getan wirt, so sol man sie besprengen mit wein und wasser.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 327, 12
(
Nürnb.
1631
):
Sein Schweiß mit thewrem Blut vermenget, | Auß gantzem Leib den Garten besprenget.
Adrian, Saelden Hort
1593
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
soltu die maget bitten | daz si mit irem titen | es [kint] wa und wa besprenge.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
767, 10
(
els.
,
1362
):
do noch besprenget man den altar suben mol mit wihewasser.
Ebd.
21
:
Die súben besprengunge bezeichent die súben gússe dez blůtes Cristi.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
2, 265, 9
(
Straßb.
1466
):
wir genachen vns mit dem hertzen in die erfúllung des gelauben zebesprengen die hertzen von der boͤsen gewissen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
33, 82
(
Basel
1494
):
Den er mit blůt besprenget sach.
Maaler
342r
(
Zürich
1561
):
Saltzen / Mit saltz besprengen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
13, 20
(
Straßb.
1650
):
den Teuffel vermeyntlich stumm zumachen, besprengte er den Mänschen offt mit Weyhwasser.
Henisch
316
(
Augsb.
1616
):
Das mehl besprengen / annetzen / angiessen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
163, 10
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sô grabent si ain gruob und besprengent den weg zuo der gruob mit hong.
Ebd.
373, 14
:
den kern
[des Pfeffers]
alsô gepulvert dick besprengt mit rôsenwazzer.
Luther, WA
15, 396, 23
;
21, 287, 29
;
22, 228, 14
;
25, 467, 28
;
Mathesius, a. a. O.
45v, 12
;
16
;
Dedekind/Scheidt. Grob.
140, 12
;
Gille u. a., M. Beheim
449, 83
;
Kurrelmeyer, a. a. O.
3, 319, 17
;
Vetter, Schw. zu Töß
28, 22
;
Lauater. Gespaͤnste
29r, 29
;
Pfeiffer, a. a. O.
122, 8
;
Dasypodius
397r
;
Maaler
62v
;
404v
;
Rot
291
;
337
;
Dietz, Wb. Luther
1, 277
.
Vgl. ferner s. v.  1, , .
2.
›etw. (mit etw.) bestreuen‹; als part. Adj. ›gesprenkelt‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Wortbildungen:
besprengung
2.

Belegblock:

Hajek, Gůte spise
18
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
besprenge die ele vzzene mit saltze.
Eis, Albrants Roßarzneib.
121, 31
(
14.
/
15. Jh.
):
nym speck als gros als ein vinger und bespreng in mit aterminzen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 144, 6
(
Straßb.
1466
):
das die schaff ansachen die ruten: [...] vnd gebarn fleckhaftige vnd scheggochtig. vnd besprenget mit mencherley varbe.
Maaler
63r
(
Zürich
1561
):
Besprengung mit gůtem gewürtz.
Henisch
316
(
Augsb.
1616
):
Besprengt mit vil weissen flecken.
Kurrelmeyer, a. a. O.
3, 142, 20
;
Maaler
62v
.
3.
›etw. (mit etw.) überziehen, belegen‹.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
124, 32
(
preuß.
,
1394
):
1 totum duplex borte mit silbyrinnen spangen besprenget.
Schmidt, Rud. v. Biberach
80, 3
(
whalem.
,
1345
/
60
):
der spiegel ir sele werde besprenget mit gestǔppe irdenscher gůtetvn; daz weschet balde ab.
Bachmann u. a., Volksb.
360, 31
(
alem.
,
15. Jh.
):
gebot, das man die strassen sölte besprengen mit dem richsten sidinen semeten.
4.
›etw. durchziehen, durchsetzen‹.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
134, 8
(
Frankf.
1535
):
Elitropia ist einn stein gruͤnfarb vnnd dunckel mit braunnen sternen / besprenget mit blůt aͤderlin.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
444, 32
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Emathites ist ain stain eisenvar, besprengt mit rôten æderleinn.