besetzen,
V.;
gehäuft omd., sonst vereinzelt rückuml.:
besazt(e), besazt
, in einzelnen rib. Belegen
besaste, besatte, besast, besat
; genaueres bei Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben. 1988, 496-504. – 1-6 auf Konkretes, 8-17 auf militärische (8), wirtschaftliche (9; 10), soziale (11-13), rechtliche (14-16) Verhältnisse bezogen, 7 und 17 assoziativ an 6 bzw. 16 anschließbar.
1.
›etw. pflastern, mit Steinen belegen; etw. mit Erdaufschüttungen befestigen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  3, , ; vgl.  2.
Syntagmen:
den plan / plaz, die gasse / diele / kamer / strasse b.,
(mit verschobener Bezugsgröße:)
ein klafter b.; etw. mit marmelsteinen besezt sein; besezter weg.
Wortbildungen:
besetzer
1 ›Pflasterer‹ (a. 1430ff.),
besezplatte
›Plasterstein, Steinplatte‹,
besezschlägel
›Fäustel zum Pflastern‹ (a. 1594),
besezstein
›Pflasterstein‹ (a. 1518/9; dazu bdv.: ),
besezstössel
›Fäustel zum Pflastern‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

v. Keller, Amadis
114, 32
(
Frankf.
1571
):
dieweil die Pfitz gar breit, war ein langer besetzter weg gemacht, auff daß man daselbst hinübergehen möchte.
Ulner
60
(
Frankf.
1577
):
Befestigen. Fest machen / mit graͤben vnd waͤllen bewahren / vmb geben / besetzen / munieren.
Morrall, Mandev. Reiseb.
55, 10
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
der platz ist schoͤn besetzet mit wissen marmelstainen.
Maaler
80v
(
Zürich
1561
):
Bsetzstoͤssel / die man braucht die gassen zebesetzen.
Kläui, Urk. Kaiserstuhl
294, 43
(
halem.
,
1597
):
ziegel, darunder die besetz blatten auh gerehnet sein sollen.
v. Keller, a. a. O.
192, 29
;
Dasypodius
420v
;
Maaler
62r
;
Hulsius
Q ir
;
Bad. Wb.
1, 161
;
Schwäb. Wb.
1, 916/7
;
6, 1624
;
Schweiz. Id.
5, 199
;
7, 1698
;
1706
.
2.
›etw. (eine Fläche) bepflanzen‹.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
229, 22
(
thür.
,
1474
):
Sintdemal sy sollich gud [met haffern] besewet unde eyn teyl met crüte besaczt habin.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
30, 1
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
den berg hot der groze chaam lozin uf unde nidir beseczin mit boumen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
123, 19
(
els.
,
1362
):
Sant Felix het einen garten mit coͤlen wol beseczet.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
122, 22
;
3.
›etw. (einen Teich o. ä.) mit Fischen besetzen‹.
Wortbildungen:
besetzung
1.

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz
84, 5
(
preuß.
,
1578
):
das der heuptman 8 jar einen teich besetzt und erst das neunde jar fischen lassen.
Küther, UB Frauensee
251, 26
(
thür.
,
1486
):
unnd sall die tiche daz erstmall besetzen und darnach nach dere ersten besetzunge addere fischezcyth soln sie die tiche miteynnandere besetzenn.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 294, 15
(
nobd.
,
1464
):
ein weyr
[...]
, den man besetzt mit drewtawsent setzling.
Schweiz. Id.
7, 1594
.
4.
›(einen
Rı̄s
, Reisigschlupfwinkel für Fische) anlegen, anbringen‹.
Syntagmen:
die isch
(›Reisigschlupfwinkel‹)
b.

Belegblock:

Schweiz. Id.
7, 1695
(a. 
1510
).
5.
›(einen Tisch) mit bestimmten Personen besetzen‹.

Belegblock:

Sievers, Oxf. Benedictinerr.
30, 29
(
hess.
,
14. Jh.
):
Der disch der ebdissen sal ummer mit elenden und mit gesten besazt syn.
6.
›etw. (sehr unterschiedliche Bezugsgrößen) mit etw. besetzen, ausstatten‹; je nach Obj. z. B. ›den Tisch decken‹; ›(ein Kleidungsstück) mit etw. verzieren‹; ›(einen Becher mit Edelsteinen) besetzen‹; als part. Adj.
besezt
1 ›verziert, gesäumt‹.
Phraseme:
eine sache mit gelt besetzen
›Geld auf etw. verwenden‹.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
etw. mit glas / gold b., ein kleid mit flikwerk b., geschir mit gestein b., den tisch mit essen b., das hemd mit samt b., das wams mit schnüren b.; das schwert mit gestein besezt sein
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
522, 492
(
Magdeb.
1608
):
Welch [Kleider] die Lappenheuser gepletzt / | Mit mancherley flickwerck besetzt.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
42, 10
(
thür.
,
1421
):
Is was ynwenigk an seynen hoen muern [...] mit glasse unde mit golde dor under schone besatzt.
Chron. Nürnb.
3, 166, 14
(
nobd.
,
1488
):
sonder besetzten die sach von tag zu tag mit gelt.
Maaler
62r
(
Zürich
1561
):
Besetzen / Vbersetzen vnd bedecken. Pretexere. Zieren. Bie
(sic!)
geschirr mit edlem gestein zieren vnnd Besetzen / vnnd hin vnnd har dorein fassen.
Henisch
313
(
Augsb.
1616
):
Ich hab den tisch mit essen gar besetzt.
A. à S. Clara. Deo Gratias
28, 1
(
Wien
1680
):
in welchem Tempel die Stuͤhl ganz ordentlich ausgetheilt / und mit lauter schwarzen Mohren
[d. h. mit deren Bild]
besetzt / absonderlich ware sehr stattlich der erste Sitz.
Heidegger. Mythoscopia
38, 23
;
Maaler, a. a. O.
62r
.
Vgl. ferner s. v.  2, .
7.
›etw. / jn. mit etw. ausstatten, versehen, begaben; etw. mit etw. bestücken‹; als Ütr. (auch auf Konkretes) zu 6 auffaßbar.
Wortbildungen:
besetze
4 ›Ummantelung (z. B. eines Brunnens)‹.

Belegblock:

Dedekind/Scheidt. Grob.
86, 20
(
Worms
1551
):
so bald der Mammon [...] fuͤr ein Gott gehalten wirt / treibt vnd verjagt er alle tugent hinwegk / vnd besetzt die statt mit lastern.
Behrend, Magd. Fragen
212, 5
(
omd.
,
um 1400
):
Nachdemmole die stadt Thornn mit Magdeburgischem rechte besatzt ist.
Schönbach, Adt. Pred.
22, 15
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
zu diner stat, der obersten Jerusalem die da bestetiget ist und besazt mit dem ewigen vriede.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
10242
(
omd.
,
1338
):
Daz ist von der hoen phlicht | Die Got in im selbe hat | Mit richer wisheit wol besat.
v. Groote, Muskatblut
51, 38
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
des wurde ich wol ergetzet mit richer liebe besetzet.
Vetter, Pred. Taulers
93, 31
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Wenne denne dise bekorunge kummet, so sol er also werlich entwichen bitz er vil wol besast wurt.
Rennefahrt, Statut. Saanen
269, 4
(
halem.
,
1598
):
Wye man in gemynen zellgen besetzen sölli. [...] abgeraten, das man [...] uf einen acher oder uf ein mansmad zwo küe besetzen.
Weber, Füetrer. Poyt.
354, 1
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Sunst ward das lannd pesetzet | mit frid vnnd gẹricht vil gŭetten.
Maaler
62r
;
Schweiz. Id.
7, 1697
;
1709
.
8.
›etw. (z. B. ein Schloß) einnehmen, besetzen‹; vereinzelt auch ›etw. belagern‹; ›jn. umstellen‹; bei Angabe der Personengruppe, mit der etw. besetzt wird: ›etw. mit einer Besatzung (o. ä.) versehen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5.
Syntagmen:
den flecken / turn / weg / zaun, die burg / feste / stat, das haus / land / reich / schlos b., die stat hart b., jn. b.
›jn. umstellen, aufhalten‹,
sich in den wald b.
›sich im Wald festsetzen, den Wald einnehmen‹,
etw. mit dienern / leuten / mannen, mit volk, mit einer hut b.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
2. Kön. 17, 24
(
Wittenb.
1545
):
DEr König aber zu Assyrien [...] besetzt die Stedt in Samaria.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 299, 12
(
Frankf.
1602
):
ob ihm auch seine herrschafft, diß hauß, im fall der noth zu besetzen genugsam.
Allg. Schau-Buͤhne
62, 57
(
Frankf.
1699
):
Pest besetzte und versahe man so gut múglich.
Feudel, Evangelistar
21, 10
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
kumet ir gebenedyten, beseczit daz riche mynes vatir, daz uch bereitet ist.
Thür. Chron.
21v, 2
(
Mühlh.
1599
):
er besaͤtzte wider seine Schloͤsser vnd Staͤdte mit Volcke.
Ebd.
23v, 13
:
die Sachssen besatzten Scheidingen.
Dierauer, Chron. Zürich
144, 7
(
halem.
,
1415
/
20
):
und gewunnen die statt fúrsich und besasten die selben statt mit achthundert mannen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
79
(
Genf
1636
):
Der Feindt hat die Statt hart (besetzt).
Rauwolf. Raiß
21, 23
([
Lauingen
]
1582
):
hohen starcken Thurn [...] die seind mit etlichen wenigen Janitscharen besetzet.
Primisser, Suchenwirt
4, 355
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
daz man alle nacht | Ein starchen tzaun macht umb daz her, | Mit schiltwacht und mit gutter wer | Ward er besatzt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
99, 19
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Des andern tags beseczt man sich in dem waldt und wurden all erschlagen.
Turmair
5, 577, 8
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Marggraf Albrecht [...] understuend sich [...] der schlösser herzog Ludwigs im part, nams ein, besetzet und entsetzet si, entfrembt gros schatzes und guets wert.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
110, 26
(
tir.
,
1464
):
Titus der enpfhalch seinen gesellen, das sie den chauffman v̈beral sölten pesëczen vnd sölten in auf halten.
Pyritz, Minneburg
3795
;
Gille u. a., M. Beheim
453, 38
;
453, 729
;
Dierauer, Chron. Zürich
57, 18
;
Chron. Augsb.
2, 50, 3
;
Klein, Oswald
52, 21
;
Munz, Füetrer. Persibein Ü 
30
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
245, 1
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
34, 1
;
Grossmann, Unrest. a. a. O.
142, 19
;
Dietz, Wb. Luther
1, 275
;
Henisch
313
;
Schweiz. Id.
7, 1694
;
1699
.
Vgl. ferner s. v.
2
 1.
9.
›etw. (ein Gebiet o. ä.) bevölkern, besiedeln‹; refl.: ›sich wo niederlassen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.
Syntagmen:
die hube / stat, den ort, das land / schlos (mit jm.) b., sich häuslich b., etw. nach kulmischem rechte b.; die welt, inseln, das fürstentum / land besezt sein
.
Wortbildungen:
besezstat
›Pflanzstadt, Kolonie‹ (a. 1667).

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 188, 35
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
er solle [...] sich hierher kegen Magdeburgk heußlich besetzen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
11, 11
(
thür.
,
1421
):
hatte her alsso vil kynder unde kyndeskynder gewonnen, das her die stat mit on buwete unde besatzte.
Ebd.
20, 7
:
Von seinen dreien ssonen ist alle die werlt besatzt.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
70, 22
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
das in deme mere Indie sint xij insuln di do sint besaczt.
Chron. Strassb.
433, 6
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
sü vertribent die heyden [...] und besattent Jerusalem und die andern stette do umb mit cristen lüten.
Maaler
62r
(
Zürich
1561
):
Ein ort mit leüten Besetzen da vor niemãt gewonet hat.
Klein, Oswald
105, 81
(
oobd.
,
1432
):
Der kirchtag was also besatzt, | und welcher nicht drei stiegen platzt, | [...] | der was nit recht geweicht.
Moscouia
B 2r, 19
(
Wien
1557
):
vber den Nieper ist das Fürstenthumb Sewera genant / ist noch besetzt / vnd bewont.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
131, 16
;
v. Tscharner, a. a. O.
11, 26
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
8, 4
;
15, 12
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 564
.
10.
›etw. (eine Wirtschaftseinheit unterschiedlicher Art) bewirtschaften, bebauen, mit wirtschaftenden Menschen besetzen und unter den Pflug nehmen‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
 9,  16,  1, (V.) 1; oft im Orientierungsfeld von  1,  8.
Gegensätze:
 3, zum Part. Perf.: (Adj.) 1, .
Syntagmen:
den brül / forst / hof, die behausung / burg / hube / klausel / müle, ˹das gut
(oft)˺
/ bistum / erbe / haus / land / urbar b., etw. baulichen b., ˹etw. nach notdurft, nach js. willen, nach js. nuz
(jeweils mehrfach)˺
b.; besezte hube, beseztes gut
.
Wortbildungen:
besetzer
2 ›Funktionsträger mit der Befugnis, eine Wirtschaftseinheit zu besetzen‹,
besetzung
2 ›Einnahmen aus der Verleihung einer Wirtschaftseinheit‹.

Belegblock:

Lohmeyer, K. v. Nostitz
35, 2
(
preuß.
,
1578
):
wenschone 60 huben dar besatzt wurden von dem vorholtze an der wiltnuß.
Opel, Spittendorf
426, 36
(
osächs.
,
um 1480
):
das talgutt ordentlichen [...] zu schreiben, zu besetzen unde zu bestellen.
Ebd.
429, 8
:
die [...] pfenner, die da gutt hatten zu besetzen uff das zukunftige jhar, die antwortten das schriftlichen den gewaldigen, und das liessen die gewaldigen offenbehrlich lesen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
486
(
schles. inseldt.
,
1472
):
das sich Clos Schal weder wnderfangen hot, das erbe czw besetzen vnd beÿ dem erbe sal bleyben.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
40, 21
(
nobd.
,
1413
):
daz unser herre der apte [...] gebieder und enbieder sin und beseczer und entseczer [...]; und hat auͤch nyemants die armen luͤde zu dringen, die guͤt zuͤ beseczen.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
57, 28
(
halem.
,
1308
):
den Vorst sullen die von Berne ze ir handen besetzen und niessen.
Boos, UB Aarau
59, 40
(
halem.
,
1344
):
das obgenant hus und oͮch die múli zu besetzenne und ze entsetzende ze hande und ze niesende alz des spitalz gůt ane [...] widerrede.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
130, 38
(
halem.
,
1409
):
von den obgenanten ir hofstetten und guͤttern ir zinse, erschetz, sture, velle und besetzunge.
Hauber, UB Heiligkr.
1, 668, 18
(
schwäb.
,
1379
):
súllent die frowen von Hayligencrútztal [...] den vor genanten bruͤl besetzen und entsetzen als sy beszt moͤgent nach irem nutz.
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
167, 40
(
moobd.
,
1344
):
daz divͤselben vrbar chein voͤrstrecht nicht suͤllen geben, vncz daz si besetz werden paůleichen.
Munz, Füetrer. Persibein
274, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
sunst ward das lannd nach eren so peseczet.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
153, 24
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
wardt aber eyn stewr [...] angeschlagen, auff yede beseczte hueben 2 ℔ pf.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
65, 34
(
noobd.
,
1311
):
Swaz aber wir [...] ander veste oder anders gutes gewinnen, [...], ez sei besezt gůt oder unbesetzt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
287, 31
(
m/soobd.
,
16.-18. Jh.
):
es seien öede o. besezte güeter, seind dem richter jedlicher schuldig jährlich ain fueder sträholz.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
150, 22
;
225, 32
;
Lohmeyer, a. a. O.
12, 12
;
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 285, 12
;
Dinklage, a. a. O.
17, 25
;
Chron. Nürnb.
1, 207, 26
;
Weissthanner, a. a. O.
110, 29
;
Rennefahrt, a. a. O.
57, 1
;
ders., Recht Laupen
41, 29
;
ders., Statut. Saanen
21, 32
;
Graf-Fuchs, a. a. O.
167, 1
;
181, 27
;
Chron. Augsb.
2, 341, 10
;
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
115, 20
;
Zingerle, Inventare
74a, 35
;
Schwäb. Wb.
1, 917
.
11.
›etw. (ein Amt, eine Funktion o. ä. besetzen); eine bestehende Einrichtung einberufen, aktivieren‹ (vgl. die Syntagmen!); mit verschobener Bezugsgröße: ›e. P. die Verwaltung eines Amtes o. ä. anvertrauen, jn. mit einer Funktion beauftragen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2, , .
Syntagmen:
den rat
(häufig) /
hof / die grafschaft / herschaft / hut / kirche / schranne / stat, wacht, ˹das ampt
(häufig)˺ /
geschlos / haus / land / lehen / regiment (mit jm. / durch jn.) b., das recht / gericht b.
a) ›ein Gericht besetzen‹; b) ›ein Gericht einberufen‹; c) ›ein Gericht konstituieren‹,
jm ein recht / eine schranne b.
›eine Gerichtssitzung wegen e. P. einberufen‹,
etw. neu / recht / wol / übel / törlich b.; besezter hüter, beseztes gericht
.
Wortbildungen:
besaz
,
besetzer
3 ›von den Nachbarschaften abgeordneter Wahlmann, der Vorschläge zur Besetzung von Ämtern macht‹ (so Schweiz. Id.
7, 1704
; a. 1660).

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 675, 15
(
preuß.
,
1521
):
alszo dasz solch gericht mit unparteyschen perschonen mochte beszatzt [...] werden.
Wyss, Limb. Chron.
101, 2
(
mfrk.
,
1. Dr. 15. Jh.
):
du der her von Limpurg mit sinen itzont genanten mannen das gerichte besatzt, so wart der von Westerburg ledig und loiß geteidinget aller forderunge.
Chron. Köln
1, 1256
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
dat van Coelne die hilge stat | mit sulchen eselen was besat.
Gropper. Gegenw.
21v, 22
(
Köln
1556
):
das Christi letster wil / nit vff ein bestendige warheit der besetzter Güeter / sonder nur vff ein blosse Figur [...] derselbigen / [...] erbauwet sei.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 40, 2
(
nobd.
,
1464
):
Und beseczt das recht mit den zeydlern und leszet ausz inn nemen [...] die fursprechen.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
97, 1
(
Bamb.
1507
):
Von der frag des Richters, ob das gericht recht besetzt sey.
Koller, Ref. Siegmunds
2982
(
um 1475
):
man soll alle gerichte newe besetzen in der moße, als vor stet.
Chron. Strassb.
785, 27
Var. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
do wart der kleine rot zů Straßburg geandert und besetz mit 18 mannen von den burgern und von den antwercken.
Welti, Stadtr. Bern
412, 18
(
halem.
,
1480
):
als dann in hanndel vnd besatz vnnser vorberuͤmpten aͤmpter ettliche mal in gesellschafften geprucht werdent.
Maaler
62r
(
Zürich
1561
):
Das regiment wirt von schandtlichen und verdorbnen burgeren Besetzt.
Brandstetter, Wigoleis
233, 4
(
Augsb.
1493
):
Darnach ward er zuo rate mit woelichem auß seinen fürsten er daz landt beseczen woelte.
Chron. Augsb.
2, 80, 25
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
gelert leut, die begerten, daß man in ain recht besatzte.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 142, 20
(
schwäb.
,
16. Jh.
):
der soll alsdann an Sant Stefanstag die ämpter helfen besetzen.
Klein, Oswald
112, 027
(
oobd.
,
1438
):
wer da regiert nach seinem houbt, | wie clüg der ist, er wirt betoubt, | besetzt er nicht ain weisen rat, | dabei frau ere wol bestat.
Munz, Füetrer. Persibein
482, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
macht frid vnd pseczt dy gricht mit gúeten eren.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
60, 12
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
so sol der gegendrichter [...] die schran berufen, sezen und besezen mit den zwelf mannen.
Mollay, H. Kottanerin
11, 31
(
moobd.
,
1439
/
40
):
Her Lasla wan von Gara nam das Gslos in vnd besaczt das mit ainem purggrafen.
Luther, WA
37, 542, 9
;
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 675, 15
;
Küther, UB Frauensee
256, 19
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
51, 25
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
19, 39
;
92, 30
;
Koller, a. a. O.
62, 2
;
65, 6
;
186, 37
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
106, 35
;
Brandstetter, a. a. O.
234, 17
;
Wintterlin, a. a. O.
1, 188, 25
;
2, 838, 12
;
Klein, a. a. O.
112, 388
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
267, 14
;
Winter, Nöst. Weist.
4, 2, 13
;
Bischoff u. a., a. a. O.
12, 37
;
Piirainen, Igl. Bergr.
27, 7
;
Voc. Teut.-Lat.
d iiiijr
;
Maaler
62r
;
Dietz, Wb. Luther
1, 275
;
Schweiz. Id.
7, 1695
.
Vgl. ferner s. v. (
das
3,  4.
12.
›(ein Gemeinwesen) fördern, zu höherer Entwicklung führen‹.

Belegblock:

Chron. Köln
2, 2r, 25
(
Köln
1499
):
dairnae gestande͂. dat Sij in mancherley kunsten ind hantieru͂gen vnser lantschaff vnd Stede fundierden vnd besetzden.
13.
›etw. festsetzen, festlegen, beschließen, bestimmen, regeln; (eine Ordnung) festlegen, einführen; (eine Stadt) gründen; jm. etw. auftragen; jm. etw. bestimmen; jm. etw. rechtlich vermachen, als Erbe zuweisen‹. Hier anzuschließen das im Schwäb. Wb.
1, 917
als Stichwort angesetzte part. Adj.
besazt
bzw.
besezt
2, wohl ›in Grund und Boden angelegt‹ (ein Teil der dort angeführten Belege ist ohne größeren Zusammenhang nicht interpretierbar).
Syntagmen:
(alle) dinge, die masse / gewichte, den zol, das ungelt, die steuer / bete / busse / penitenzie / ordnung / münze b., jm. etw. (z. B. ein haus, das himmelreich) b., etw. bei pene b., etw. zu etw. b., etw. süssiglich b., jn. ungleich b.; b., das [...]
/ Hauptsatz;
besezte rente, beseztes einkommen
.
Wortbildungen:
besez
2 ›das Zugeteilte‹,
besezler
›in einem Testament berücksichtigte Person‹.

Belegblock:

Pfeiffer, Nic. Jerosch. Chron.
21069
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
zu Strazberc, daz nûwelîch besatzt | was dâ vor zu einre stat.
Leman, Kulm. Recht
2, 1, 1
(
Thorn
1584
):
Do man den Colmen besatzte. do gab man yn recht yre willekore.
Buch Weinsb.
1, 286, 28
(
rib.
,
um 1560
):
als sin fatter eiz neulich gestorben und im in sinem testament das haus [...] besatzt und sonderlich wol belaissen hatte.
Ebd.
2, 29, 23
(
rib.
,
um 1560
):
das lant geteilt von Gerhart Ripgin herkomende. Das besetz uisgericht.
Ebd.
4, 239, 28
(
rib.
,
1595
):
Als die ohn leibserben starb, besatzste sie ihm das haus zum Cranz, das sie neu gebaut, in irem testament.
Ebd.
5, 366, 9
(
rib.
,
1592
):
Bis herzu ist [...] min suester Sibilla, noch unangefegt von den erben und besetzleren mines swagers [...] im sterbhaus pliben sitzen.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1317
(
rib.
,
1444
):
Ind [ir] dar zo besat hait penitentie ind boessen.
Chron. Köln
2, 442, 17
(
Köln
1499
):
der pais besat eme: da eirste he widder zo lande queme, so soulde he doin buwen ein cloister.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
422, 2
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
an dem himelrîch, | sît daz ez got mîn vater hât besetzet krefteclîch | alsô dem rîchen rehte ouch dem ellenden.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
6, 9
(
hess.
,
14. Jh.
):
also gezimet ir gewerliche und rethe alle dinc zu besezene.
Kollnig, Weist. Schriesh.
191, 36
(
rhfrk.
,
1519
):
das wan und zu zeiten man die weinbet besetzen wöllen, damit niemand ungleich [...] besetzt wurde.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
324, 5
(
thür.
,
1474
):
unde zcuhet sich des uff alle beschrebene, besatczte rechte, keyserlich [unde] furstlichin.
Chron. Nürnb.
1, 246, 32
(
nobd.
,
1422
):
das sie soliche muncze von unsern und des heiligen reychs gewalt wegen beseczen, hanthaben.
Merk, Stadtr. Neuenb.
45, 8
(
nalem.
,
1403
):
das sie in derselben stad Nuwenburg [...] ire ungelt und zölle mogent besetzen.
Chron. Strassb.
377, 15
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
Hienoch wart Dietmar krang und besatte sime süne Dieteriche von Berne das künigrich.
Chron. Augsb.
1, 134, 24
(
schwäb.
,
1368
):
die (zunfft) sullen wir halten nach dem lauffe als wir die ietzo geordent und besetzet haben und nach dez zunftbriefs sage.
Ebd.
137, 17
:
Auch haben wir unser stat stiure geordent und besetzet, das ein ieglich man und fraw [...] alles gelich verstiuren sullen.
Ebd.
4, 350, 35
(
schwäb.
,
v. 1536
):
daß e. f. g. und den iren alle besetzte renth, gült und zins, was wir [...] schuldig sein, [...] bezalt [...] werden sol.
Leman, a. a. O.
1, 5
;
Meijboom, a. a. O.
2694
;
Buch Weinsb.
1, 353, 16
;
357, 20
;
Küther, UB Frauensee
105, 23
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
54, 30
;
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
252, 28
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
10, 247, 10
;
Merk, a. a. O.
177, 5
;
Warnock, Pred. Paulis
1, 252
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
44, 32
;
Rapp, UB Stuttg.
64, 2
;
Koller, Ref. Siegmunds
241, 44
;
Chron. Augsb.
1, 135, 31
;
Rwb
2, 137
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
35
;
Schwäb. Wb.
1, 916/7
;
Schweiz. Id.
7, 1699
.
14.
›etw. rechtsförmlich beweisen; jn. e. S. beschuldigen; jn. e. S. überführen, jm. etw. nachweisen; jn. als Leibeigenen beanspruchen, von jm. abfordern‹; refl.: ›sich als etw. (z. B. als leibeigen / frei) ausweisen‹.
Gehäuft Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
1
 1, , .
Syntagmen:
etw. b., jn.
(z. B.
den dieb, Zwingli
)
b., jn. e. S. (z. B. des luges, der tat, der worte) b., jn. von wegen e. S.
(z. B.
von wegen der tat
)
b., jn. mit etw.
(z. B.
mit briefen / siegel / kundschaft / büchern
)
/ jm.
(z. B.
mit zeugen
)
b., jn. rechtlich, mit recht b., sich für einen freien b
.
Wortbildungen:
besetzung
3 ›Erhebung eines Anspruchs auf einen Leibeigenen‹; dazu metonymisch: ›Beweismittel zur Erhebung eines solchen Anspruches‹.

Belegblock:

Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
591
(
schles. inseldt.
,
1478
):
wÿ das ist komen Hannes Fleÿszcher mit seÿnem vormonder Fÿczeysweÿs vor wnser gehegte banck vnd hot das besaczt mit foller gehegter banck, das [...].
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 421, 6
(
halem.
,
E. 15. Jh.
):
ob er der worten nach an red weri, des er besetzt wart.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 239, 1
(
halem.
,
n. 1529
):
nachdem nun dise von den gelêrten, insunders Zwinglin, ires irtůms gnůgsam besezt, aber nit bekêrt sind worden.
Ebd.
294, 11
:
Den venner woͤllids nit entsetzen, er wurde dan mit recht besezt, sin êr und eid verwurkt haben.
Maaler
62r
(
Zürich
1561
):
In einem faͤl Besetzt vnd überwiesen werden [...]. Mit zeügen Besetzen / vnnd überzeügen.
Müller, Stadtr. Ravensb.
164, 31
(
oschwäb.
,
1365
):
Aber diser vorgescribner besatzung gestattot man denhainem clostermuͥnchen.
Ebd.
165, 2
:
bist du aber iemans aigen, der mag dich in jaures frist hinuss behaben
[Var.:
besetzen
].
Geier, Stadtr. Überl.
47, 6
(
nalem.
,
1390
):
da habent wir uns erkennet: dunket graf Albrecht, daz si im in der zeit kainen seiner aigen man empfangen habint, [...], daz er die besetzen mag mit zwain mannen und mit ainer frauwen, oder mit zwai frauwen und mit ainem mann, die dem, den er besetzen will, als nachsipp sigint, daz si mit ainandern ze der ehe gegreifen moͤchtint.
Ebd.
148, 23
:
Wir soͤllen och niemands [...] dehainen sinen aigen mann noch unverrechneten amptmann [...] zů burger och nit innemmen [...]. Beschaͤch es aber darúber uns unwissentlich [...], so ist unser mainung, das man die besetzen mag. Also wil ainer ain besetzen, das er sin aigen si, das sol er tůn in jars frist dem nechsten, nachdem und derselb enpfangen wirdet mit zwain rechten můtermaugen und mit sin selbs hand, das die die dritt si.
Rwb
2, 135
;
Bad. Wb.
1, 160
;
Schwäb. Wb.
1, 917
;
Schweiz. Id.
7, 1559
;
1700
.
15.
›den Beweis für etw. (Rechtsrelevantes) dadurch sichern, daß man bestimmte, dazu ermächtigte Personen auf den möglicherweise strittigen Sachverhalt aufmerksam macht, um ihn dem Gedächtnis einzuprägen; die Beweissicherung für etw. beurkunden lassen‹.
Rechtstexte.
Wortbildungen:
besetzung
4 ›rechtsförmliche Beweissicherung‹.

Belegblock:

Goerlitz, Magd. Schöff./Posen
70, 18
(
omd.
,
1400-1436
):
Das
[
gehegete ding
]
wart ym gepflogen, als eyn recht ist, und offinbarte dy besaczunge vor gehegetin dinge.
Ebd.
131, 26
(
nach 1426
) :
Das bekenntnisse besaczte her mitt gehegeter bang und gap dorobir seynen scheppinschilling.
Behrend, Magd. Fragen
65, 28
(
omd.
,
um 1400
):
Eyn man kumpt in gehegit ding unde beseczt syne sache unde clage mit den scheppin, wy lange in dy schuldig sint, syner sachen zcu gedencken.
Ermisch, Freib. Stadtr.
135, 24
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Daz sal he denne besetcen mit dem richtere und mit den dincwarten.
Ebd.
26, 11
(Hs.
1482
):
Fyndet er yn
[
stollen
]
nicht buhaftig, das er bewysen mag, er beseczt ys mit den schepphin.
Mollwo, Rotes Buch Ulm
40, 13
(
schwäb.
,
1335
?):
sol och dehain unser richter
[...]
dehain gemaͤcht oder gemaͤcht briefe allain besigeln oder mit im besetzen lassen, denne da zů dem minsten ain ieglicher selb ander richter gegenwuͥrtig sien. Und solich bekanntnuͥs und besatzung beschehen alz vor gelutet hät ungevarlich.
Ebd.
119, 9
, (
14. Jh.
):
die sol man haissen die genannten, und mit den mag man besetzen alle loͤf, und alle ander sach alz mit den richtern, doch also, waz man mit den besetzet oder besetzen wil, daz man dar zů ze dem minsten zwen nemen sol.
Leman, Kulm. Recht
2, 16
;
Mollwo, a. a. O.
37, 17
;
40, 2
;
16.
›etw. gerichtlich beschlagnahmen, Beschlag auf etw. legen‹; mit Verschiebung der Bezugsgröße: ›jn. unter Pfändungsrecht stellen‹; auch: ›jn. arretieren‹.
Meist nrddt. / md.; vorwiegend Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
 12,  1, ,  9,  1,  1234.
Wortbildungen:
besetzer
4.

Belegblock:

Schöpper
102a
(
Dortm.
1550
):
Constringere aliquem. Arrestiern, kuͤmbern, pfenden, besetzen, anhalten.
Behrend, Magd. Fragen
191, 24
(
omd.
,
um 1400
):
Also sal man ouch uffbiten pfant unde dy beseczen unde in gehegetem dinge irwerben.
Ebd.
158, 1
(
um 1400
):
Ist der man, der das erbe entpfangen hat, deme uffreicher des erbis noch schuldig gelt vor das erbe, unde hat der vorsperrer das gelt mit dem richter besaczt unde vorsprochen, so mag her das selbe gelt uff byten zcu dren gehegeten dingen.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
114, 17
(
preuß.
,
1400
/
02
):
wyr woren der eͤrste besetzer in al syn ghut noch syme tode.
Ebd.
133, 7
(
1400
):
do haͤtte her losen besetzen 250 ℔.
Leman, Kulm. Recht
2, 47
(
Thorn
1584
):
Besetzet eyn man gut myt deme richter bussen dynge tagen. dy besetzunge hat glyche macht alse ab her is tete yn gerichte.
Ebd.
3, 102
:
Ist eyn burger schuldig. und verit vs der stat vf das lant [...]. so mag man syn eygen vnd syn erbe besetzen myt gerichte.
Opel, Spittendorf
204, 23
(
osächs.
,
um 1480
):
schickten die thumherren, [...] den gleitsman und seinen schreyber [...] in die stadt, und lies alle die besetzen und bekummern, die unter dem bischoffe von Merseburg waren.
Roder, Stadtr. Villingen
84, 18
(
önalem.
,
1416
):
Wer ain burger hie besetzen wil.
Sattler, a. a. O.
114, 22
;
133, 7
;
216, 36
;
Brinckmeier
1, 349
;
Rwb
2, 134
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 564
.
17.
›jn. innerlich ergreifen, packen, erfassen‹.

Belegblock:

v. Groote, Muskatblut
51, 19
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Senen hat mich besetzet vnd bin ich vnergetzet.
Niewöhner, Teichner
367, 18
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
aver wen der neitt besetzt.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
110, 26
(
tir.
,
1464
):
das si den chauffman v̈beral sölten pesëczen vnd sölten in auf halten, pis das er das swërt durch in stëch.