beschmieren,
beschmeren
(letzteres vereinzelt),
V.
1.
›etw. / jn. mit etw. bestreichen‹.
Phraseme:
jm. den mund mit affenschmalz beschmieren
.
Bedeutungsverwandte:
 1, , .
Wortbildungen:
beschmierung
(a. 1561).

Belegblock:

Volkmar
330
(
Danzig
1596
):
ich salbe / schmire / bestreiche.
Ebd.
573
:
ich beschmire mit talg.
Lemmer, Brant. Narrensch.
110a, 148
(
Basel
1494
):
Das sie das brot vast wol beschmieren / | Mit schmutzgen henden.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
113, 17
(
els.
,
1362
):
Der [iungelinge] wart einre besmiret mit honge vnd wart an die sunne geseczet blos.
Henisch
307
(
Augsb.
1616
):
Beschmieren / bestreichen / inungere, linere, linire.
Maaler
61r
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
33
;
Schweiz. Id.
9, 995
.
2.
›etw. beschmutzen, besudeln‹; auch ütr. (auf abstrakte Bezugsgrößen) und bildlich gebraucht.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
jn., js. haupt, das kleid, die reinigkeit, den adel / text b., etw. mit geiz b
.;
mit kot beschmiert (sein)
;
beschmierter bienenstok / schuh
.

Belegblock:

Luther, WA
34, 1, 67, 2
(
1531
):
ist sie [anderes weib] dir jnn deinen augen gegen deiner kohlschwartz und mit teuffels kot beschmirt.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 266, 5
(
Köln
1582
):
mit der suͤnder schmeicheloͤl | Wil ich fuͤrwar in keiner massen | Truͤglich mein heubt beschmieren lassen.
Neumann, Rothe. Keuschh.
697
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
hud dines wisses cleides nu, | das ess dir nymand also besmere.
Ebd.
4636
:
ir sele reinikeid wirt besmeret.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
24, 11
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
nacket geboren, und ist ein besmirter binstock, ein glanzer unflat.
Luther, WA
15, 671, 20
;
Neumann, a. a. O.
2811
;
Kehrein, a. a. O.
2, 712, 48
;
Dietz, Wb. Luther
1, 270
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 553
;
Schwäb. Wb.
1, 903
.
3.
›jn. bestechen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5,  5.

Belegblock:

Bührer, Kl. Renner
291
(
nobd.
, Hs.
um 1480
):
[Wer] kan die leute beschmiren, | So spricht man, er kunne sich wol erneren.