1
beschauer,
der
;
-s/-Ø
;
zu .
1.
s.  1.
2.
›Wacht-, Beobachtungsturm‹;
vgl.  1.

Belegblock:

Chron. Nürnb.
3, 42, 13
(
nobd.
,
1488
):
und fieng an zu bawen ein thurn und hieß den specula ein beschawer.
3.
›von der Handwerkerinnung oder von der Obrigkeit beauftragter Prüfer gewerblicher Waren, Beschauer, Schaumeister‹;
Rechts- und Wirtschaftstexte.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
3, 124, 12
(
md.
,
1510
):
wie sich die geschwornen Beschauer etc. kegen dem gemeinenn tuchmecher [...] vorhandeln solden.
Merk, Stadtr. Neuenb.
130, 4
(
nalem.
,
1616
):
da er [...] was wandelbars befundt, solches jederzeit den verordneten beschawern anzuebringen.
Welti, Stadtr. Bern
516, 12
(
halem.
,
15. Jh.
):
Es sol ǒch dehein visch verkouͤffer sin buͥtkin vff tůn noch sine visch veil haben, biß das die beschower si beschowet hand.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
557, 23
(
halem.
,
1469
):
so gibt man von einem yeden stuck 3 ℔, umb die arbeit der beschoͧwern.
Maaler
60r
(
Zürich
1561
):
Beschauwer / etwas ze urteilen vnd zů beschetzen Spectator.
Welti, a. a. O.
530, 18
;
532, 18
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
232, 9
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 28
.
4.
›Person, die etw. in Augenschein nimmt, inspiziert, je nach Beschaffenheit des Inspizierten Steuerauflagen, Nutzungsrechte o. ä. feststellt; Person, die ansteckende Krankheiten oder krankheitsverdächtige Personen untersucht, Gesundheitsbeauftragter‹;
Bedeutungsverwandte:
, , , .

Belegblock:

Voc. Teut.-Lat.
d iijv
(
Nürnb.
1482
):
Beschawer banwart warter wartman.
Rennefahrt, Gebiet Bern
833, 22
(
halem.
,
1595
):
so werden die
beschouwer des acherumbs ... gewahrnet, ... khein solchen costen meer uszetryben.
Staub, Qu. Wien
3, 2, 2921, 16
 f. (
moobd.
,
1419
):
herren, die [...] der rate der stat ze Wienn aus in zu demselben gůt zu beschawͤern und scheͣczern gegeben habent.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
126, 3
(
m/soobd.
,
1618
/
81
):
da ainer oder der ander zu weit pauet oder mäet oder zeint, solle alzeit die beschauer darüber gehalten werten.
Schweiz. Id.
8, 1619
.
5.
›Person, die visionär oder spekulativ eine religiöse Wahrheit, Gott (o. ä.) schaut, Visionär, Schauender‹;
vgl.  4.
Gehäuft Texte der Mystik; 14. Jh.
Wortbildungen:
beschauerin
.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
65, 4
(
14. Jh.
):
wer die beschawerinne also frei, also frei als der wille ist, so wer si on underloz in die bloz gotheit.
Schmidt, Rud. v. Biberach
76, 19
(
whalem.
,
1345
/
60
):
,Ein solich beschǒwer‘, als sant Bernhart sprichet, ,was der wisag in dem salter‘.
Ebd.
83, 22
:
Ein beschoweliche leben (vnd vͦbung) ist wuͤnnenklich im gemvͦte eines beschǒwers.
Ebd.
84, 14
:
wart der geist gelustgot mit tranke trvnkmachender gnade, als dvͥ beschowerin erzǒgt in dem minne bůch, daz si enphunden hatte kraft dis trankes.
Ebd.
87, 25
:
Der beschǒwer můs der welte sterben, daz duͥ welt im sterbe.
Schmitt, Ordo rerum
503, 26
(
oobd.
, Hs. Me
2. H. 15. Jh.
):
beschawer himelischer oder götleicher oder jnwendiger ding.
Jostes, a. a. O.
49, 27
;
Schmidt, a. a. O.
76, 18
.
6.
s.  7.