berichtung,
die
;
-Ø/–
.
1.
›Lehre, Unterweisung‹;
vgl.  49.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1558
):
Ein buch von kurtz menschlichem leben. | Darinn thut er [Seneca] berichtung geben.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Hoͤrt der weiß so wirt er weiser: vnd der vernement besitzt die berichtung.
2.
›Lenkung, Führung, Weisung (des mystischen Menschen durch Gott o. ä.)‹;
vgl.  479.

Belegblock:

Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
der mentsch der den gaist der berihtung wil erkennen, der můss sich in sich selben zuken.
der brinnend Got [...] brinnet dú sele, daz si [...] nach der berihtung sich uͤbet an gůten werchen.
Brett-Evans, Bonaventuras Leg. S. Francisci
56, 21
(
önalem.
,
v. 1478
):
daz er mit der einfaltigen schar wolte gon fùr den bebstlichen stůl, vnd hatte allein zůversicht von der goͤttlichen berichunge.
Ebd.
64, 19
:
wen er nit mocht liplichen gegenwirtig sin ze den prouincial capitel, so was er do gegenwirtig mit dem geist, mit flissiger berichtung.
3.
›Vergleich, rechsverbindliche Einigung mehrerer Parteien, Übereinkommen, Regelung, Beilegung eines Konfliktes, vertragliche Abmachung (sowohl als Handlung wie metonymisch als deren Ergebnis)‹; vgl.  12-14.
Bedeutungsverwandte:
I, 3, , , , , , .
Syntagmen:
die b. suchen / erlangen / machen / teidingen / treffen / verrichten / verrücken / behalten / bezeugen / befesten / bestätigen; jm. in der b. etw. auflegen, jn. in die b. nemen, in der b. ausschliessen, über eine b. bekennen; b. des krieges, b. zwischen
[Personen];
freundliche / gütliche b
.
Wortbildungen:
berichtungsgebiet
(a. 1477).

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 311, 33
(
preuß.
,
1417
):
der ander artikel bwssen desir berichtunge ist von des hawses wegen vor Danezk.
Ebd.
37
:
so ist [...] des herrn bisschofs [...] wille, das dy obengeschreben berichtunge bestetigt [...] werde vom [...] konige.
Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
Wyrt eyne sununge vnd eyne berichtunge tzwyschen luten [...] vorrichtet.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
217, 1
(
thür.
,
1474
):
kan Hannß Wispach solliche fruntliche eynunge unde berichtunge met den scheydesluten [...] uff den heylgen geczugen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
38, 3
(
schles.
,
1380
):
die berichtung, dye wir zwischen den Erwirdingin (!) herrin, dem Capetil der kirchin zu Bresslow [...] an eym teile, Hern Wolfram [...] von dem andirn teile geteidinget [...] habn̄.
Ebd.
135, 37
(
1333
):
Daz dyese berichtunge nicht vorruckt w’de.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Dise berichtung ward von hertzog Lewpold von Oesterreich nit wol behalten.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
22
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
ßo baÿde tail ein berichtungk mit einander getroff(e)nn hett(e)nn : also daß sie das veldt mit Eÿnander woltt(e)nn tail(e)nn.
Grosch u. a., a. a. O.
150, 23
;
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 121, 12
;
346, 16
;
Bindewald, a. a. O.
38, 11
;
56, 37
;
56, 54
;
135, 4
;
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
66, 4
;
V. Anshelm. Berner Chron. ;
Baumann, Bauernkr. Oberschw. ;
Chron. baier. Städte.
49, 10
;
491, 11
;
Leidinger, V. Arnpeck ;
4.; 5.; 6.,
s.  31718.