bergschreiber,
der
;
-s/-Ø
.
1.
›Rechnungs-, Buchführer der landesherrlichen Bergbaubehörde‹, als solcher ›Gehilfe des Bergmeisters bei der Ausübung der Bergverwaltung sowie bei bergpolizeilichen Aufgaben‹; auch: ›Grubenschreiber einer Gewerkschaft‹;
vgl.
1
 345.
Im eigenen Material fast ausschließlich omd. belegt; bergbaubezügliche Texte.
Syntagmen:
den b. stellen
(›einsetzen‹),
jn. als b. verordnen
;
b.
(Subj.)
ein urteil lesen, den eid verrichten, zubusbriefe schreiben, gelt berechen / einnemen / ausgeben, anschneidzettel aufheben, auf dem leihtag sein, bei dem abtreiben gegenwärtig sein
;
etw. vor dem b. bestätigen
;
bestätigter / geeideter / gelobter / geschworener b.
;
unfleis des b.
Wortbildungen:
bergschreiberampt
.

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 99, 22
(
md.
,
1451
/
58
):
Uff die mitwoche fru had man den bergschriber laßen furlegen des wechselers register und furgenommen rechnung zcu horen.
Ebd.
79, 12
(
1447
):
Wenne man den waltwurchten das silbir beczalt, so schrybit her [czhendener] yß unde auch der bergschreyber. Auch so lont er davon den amechlüthen, also dem bergschryber xx grosschen, dem bergmeister xx grosschen, dem steiger XVIII grosschen.
Ermisch, Sächs. Bergr. (
osächs.
,
1466
):
unnde bestympmen, das der bergkschriber [...] personlich keynwertig bey dem abetryben gesein magk.
Ebd. (
1503
):
haben wir uff gemelt bergkwergk einen tuglichen heubtman an unser stadt, dartzu einen bergkmeister, acht geschworne bergkvorstendige man, tzwene tzehendner, tzwen huttenreytter, eyn austeyler, einen kegenschreiber und bergkschreiber gestelt.
Der bergkschreyber ßall alle tzubußbrive sampt des bergkmeysters schreyber tzugleych schreibenn.
Dasselbig gelt sall unßer hauptman dem bergkschreiber eintzunemen, austzugeben und tzu berechen bevelhen.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
73, 26
(
omd.
,
1563
):
Darmit eczliche, so nicht schreiben koͤnnen, sich nicht zu beschweren, solle der bergkschreiber ihnen die register ufziehn oder eyßenstein (umb gleich geldt) nach gelegenheit der zechen schreyben.
Ebd.
149, 22
(
1554
/
1633
):
Bergkschreiber mueß alle sonnabende nachm anschneiden die anschneidezettel aufheben.
Ebd.
217, 26
:
Ihme gebührt auch, wenn der bergkvoigt die register übersehen, die neben dem bergkschreiber unter ihrer beider verwahrung zu halten, also das beide, der bergkschreiber und der diener, je jeder einen besondern, unterschiedlichen schlüßel darczu haben sollen, das keiner ohne den andern zu den registern kommen kan.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1528
):
Dass der bergschreiber soll auf dem leihtag seyn und wie er sich halten soll. Auf ietzigem obvermeltem leihtage soll der bergschreiber neben dem meister und geschwornen gegenwärtig seyn und soll alle alte und neue zechen [...] nach anzeigung der muthzetteln [...] eingeschreiben [...]. Im aufnehmen der alten zechen soll der bergschreiber eigentlich neben andern [...] zeichnen, durch welche geschwornen die zeche frey gemacht sey.
Ebd. (
1537
):
dass furthin das perkschreiber- und stadtschreiberambt auf wolgefallen m. g. h. ein person halten soll.
Golius (
Straßb.
1597
):
Scriba fodinarum, bergschreiber.
Helbig, a. a. O.
4, 86, 5
;
Ermisch, a. a. O. ; ;
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
127, 23
;
Löscher, a. a. O.
136, 42
;
Vgl. ferner s. v.  2,  8.
2.
s.
1
 10.