beistehen,
V., unr. abl.;
zu den Schreibungen von
stehen
vgl. Giessmann, Die Flexion von gehen und stehen [...].
1981
.
1.
›gegenwärtig, anwesend sein (auch in Erwartung von etw.)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.
Syntagmen:
im b
. (Subst.)
e. P
. ›in Anwesenheit e. P.‹.
Wortbildungen
beisteher
1 (a. 1524; 1530; dazu bdv.:  4, ).

Belegblock:

Henisch
267
(
Augsb.
1616
):
Beistehen / gegenwertig sein, præsentem vel prope esse.
Diefenbach
56a
;
Dietz, Wb. Luther
1, 244
;
Rwb
1, 1486
;
Schweiz. Id.
11, 724
;
Goertz, Liturgie.
1977, 352
;
446
.
2.
›e. P. helfend beistehen; jn. unterstützen, jn. vor Gericht verteidigen, (dem Menschen als Sünder) helfen, Trost gewähren; einer verfassungsrechtlichen Einheit (z. B. einer Stadt) zur Seite stehen, e. P. oder Instanz militärisch unterstützen‹.
Wortbildungen:
beistehung
.

Belegblock:

Große, Schwabensp.
207a, 15
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz selbe deme richtere, de deme bůrgere bẏ bestanden ist; geistlichen lůden alsam, ob se mit Rate oder mit gůnste den bůrgeren des vngerichtes bi standen sint.
Schöpper
12a
(
Dortm.
1550
):
Auxiliari. Helffen beystehen stewren beistandt thun fuͤrderen [...] zů hilff kommen [...] beistendig wesen fuͤrstendig sein.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 39, 24
(
preuß.
,
1437
):
Von beysteunge in den krigen.
Chron. Köln
1, 5867
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Godis ritter sint sy genant | ind helpent dir Coelne myt der hant. | Ouch helpent dir der hilger conynge dry | ind steint dir myt truwen by.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
1, 34, 7
(
Köln
um 1490
):
Mit lyve ind guede [...] | Will ich dyr genslich bij staen.
Luther. Hl. Schrifft.
Ps. 37, 40
(
Wittenb.
1545
):
der HERR wird jnen beystehen / und wird sie erretten [...] / vnd jnen helffen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 174, 9
(
Bautzen
1584
):
Darnach redt er den Juͤnger an, | Das er seinr Mutter solt beystan.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
277
(
schles. inseldt.
,
1464
):
das Closz Wberman wil beystehen Hannes Wberman kegin Hannes Knossiln.
Pyritz, Minneburg
3874
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
daz ir mir wandels frye | Mit stete syt gestanden by.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
157, 17
(
Nürnb.
1548
):
wie keme der son Gottes dazu / das er [...] den armen suͤnder durch sein gnad nit suchen / jm nicht helffen / vnd durch sein Geist jn nit solte beystehn.
Rot
311
(
Augsb.
1571
):
Fauirn, Guͤnstig sein / Gunnen / wolwoͤllen / hold sein / huldschafft beweisen / bey stehn.
Henisch
267
(
Augsb.
1616
):
Gott stehe dir bey / Gott muß dir helffen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
219, 15
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
all, dy seiner kuniglichen wird in solher widerwertikait sind trewlich beygestannden.
Burkhardt, UB Arnstadt
84, 16
;
Koller, Reichsreg. Albr. II.
147, 41
;
167, 23
;
Kehrein, a. a. O.
1, 27, 5
;
168, 16
;
2, 439, 1
;
720, 9
;
Opitz. Poeterey
18, 6
;
Gille u. a., M. Beheim
112, 49
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
67, 33
;
Koller, Ref. Siegmunds
108, 15
;
Bauer, Imitatio Haller
77, 8
;
Ágel, Valenzlexikon.
1988, 175
;
Maaler
67v
;
84r
;
Rot
291
;
Ulner
147
;
Henisch
267
;
Dietz, Wb. Luther
1, 244
;
Schweiz. Id.
11, 723
.
Vgl. ferner s. v. ,
3
 9.
3.
›etw. zugestehen, zugeben; jm. beipflichten, folgen, sich js. Urteil anschließen‹.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
4, 72, 36
(
preuß.
,
1453
):
Unsire frunde stehen des bey.