beissen,
V., unr. abl.
1.
›beißen, die Zähne in etw. setzen zum Zweck der Nahrungsaufnahme und -zerkleinerung‹; auch von der Aufnahme von Getränken: ›einen Schluck nehmen‹.
Phraseme:
in ein nüslein beissen
;
ein nüslein beissen
;
in saure äpfel / in einen sauren apfel / in einen sauerapfel beissen
;
in den wasen beissen
›ins Gras beißen‹;
an die rechte wurzel beissen
›das Richtige treffen‹;
den angel bitter beissen
›vor einer schweren Aufgabe stehen‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
1, 302, 39 
(
rib.
,
um 1560
):
dar beis mit fatter in ein beir und damit schous im die longe in den hals.
Froning, Alsf. Passionssp. 
1426
(
ohess.
,
1501 ff.
):
was
[z. B.:
worst
]
mer quem yn die hende, | die wolde ich byssen dorch beyd ende!
Luther, WA
33, 24, 13
(
1530
):
haben wir bisher gehoͤrt, das der HErr den Juͤden dis Nuͤslin fuͤrgibt zu beissen.
Ebd.
49, 44, 11
(
1540
):
So wird ein mal Turck komen und dich lernen ins kalt wasser greiffen und sawer apffel beissen.
Ebd.
51, 656, 308
(
um 1535
):
Inn einen saǔrapffel beissen.
Thiele, Minner. II, 
13, 231 
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
hutt dich vor sund unnd schannd, | so thustu an die rechten wurczel byssen!
Vetter, Pred. Taulers
294, 27
(
els.
,
1359
):
wan sin [Got] essen das straffet die consciencie, das bissen und das kúwen: als man die spise in dem munde wirffet um her und dar, also wirt der mensche in dem straffende Gotz har und dar geworfen.
Lauater. Gespaͤnste
16r
, 28 (
Zürich
1578
):
habe er jm̃ yngebildet er saͤhe Simachi angsicht / der bisse die zaͤn in einanderen.
Henisch
266
(
Augsb.
1616
):
Beisset ein mauß ein mahl vom kaͤß / sie kompt wider.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
219, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Der hette ritter | vier tausent ausgesundert – | wer si bestuend, der pais den angel pitter.
Quint, Eckharts Pred.
1, 338, 2
;
Maaler
56r
;
Henisch
 265
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 500;
Schwäb. Wb.
1, 81
;
Vorarlb. Wb.
1, 279
;
Schweiz. Id.
4, 1687
.
2.
›essen‹; Synekdoche zu 1.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1.

Belegblock:

Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 509, 4
(
Hagenau
1534
):
Er hatt weder zu beissen noch zu brocken / er hatt nichts des er geniessen und teylen mochte / das ist / er hatt nichts.
Wickram
4, 45, 13
(
Straßb.
1556
):
Darumb biss nur emsig […] / damit dir nichs vergebens hinweg gang.
Henisch
265
(
Augsb.
1616
):
Es ist da weder zu beissen noch zu brechen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
114, 5 
(
mslow. inseldt.
,
1618
):
da er ihr weder Zue brechen noch Zue beiśśen gereicht.
Luther, WA
33, 56, 39
;
Harsdoerffer. Trichter
2, 123
;
Schwäb. Wb.
1, 812
;
Schweiz. Id.
4, 1687
.
3.
›beißen, die Zähne mit dem Zweck in etw. setzen, körperlich zu verletzen (von Menschen gesagt)‹; ütr. auch: ›etw. durch Hartnäckigkeit erreichen‹.
Zur Sache: Hwb. dt. Abergl.
1, 1016
-1023.
Phraseme:
sich selbs in die zunge beissen
;
jm. eine scharte beissen
;
in eine taube nus beissen
;
den fuchs nicht beissen / des fuchses (nicht) beissen
›etw. (nicht) energisch angehen‹.
Wortbildungen:
beislich
(möglicherweise auch zu 8).

Belegblock:

Luther, WA
32, 304, 9
(
1532
):
Wo denn da einem prediger der bauch und zeitlich leben lieber ist […], thut das maul nymer nicht auff; wo es wil ubelgehen, da hellt er jnne und beisset des fuchs nicht.
Ebd.
49, 590, 23
(
1544
):
das sie můssen sich selbs in die zungen beissen und durch jr eigen Exempel an Ochsen und Eseln uberweiset, oͤffentlich schamrot werden.
Ebd.
51, 653, 218
(
um 1535
):
Er beisst des füchses nicht.
Voc. Teut.-Lat. y vv (
Nürnb.
1482
):
Peyßlich oder pissenlich.
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 638 (˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Was hat der teüffel schůh zerrissen, | Ee das er solchs hatt durchjn bissen.
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
418
(
schwäb.
,
1453
):
Von zorn sie in ain lefczen baiß, | Das ir das blůt hernǎcher ran.
Henisch
266
(
Augsb.
1616
):
Der todte einem kein schart beist / Wo eim der lebendige nicht beschmeist. […]. Der Teuffel hat den Christen den Todt geschworen / aber er beist in eine taube nus. […]. Die grossen Hansen beissen einander nicht gern. […]. Wer schlaft / der beist nicht.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
542, 4 
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Werffen mit holtz und stainen, | chratzen und peissen was von ir ungespart.
Schweiz. Id.
4, 1687
.
4.
›jn. quälen, plagen, an jm. nagen (z. B. vom Gewissen)‹; auch: ›jn. reizen, neugierig machen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  3, ,  2, ,  2,  2, (V.) 78, .

Belegblock:

Schöpper
96b
 (
Dortm.
1550
):
Hortari. Ermanen anregen anreitzen weiglen hetzen / beitzen beissen stoͤbern anstupffen stechen.
Luther, WA
35, 414, 23
(
1524
):
Die schand ym hertzen beysset sie.
Pyritz, Minneburg 
946
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Ein sele an minne ist haßes vol | […] | Und hat dar zu ein bissendez nagen | In ir selber ane ruwe.
Mayer, Folz. Meisterl. 
15, 38
(
nobd.
,
v. 1496
):
Veracht allz das gen Got nit zim, | Sich das gewissen dich nit peiß.
Rieder, St. Georg. Pred.
20, 28
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
der mentsch den sin conscienci bisset umb untugend.
Henisch
265
(
Augsb.
1616
):
Vom gewissen geplagt / gebissen werden.
Ebd.
266
:
Den schuldigen beist sein eigen muth. […]. Geitz beist schaͤrffer / denn hungrige mucken.
Klein, Oswald
102, 24
(
oobd.
,
1431
/
2
):
mit ainem finger winckt si mir, | ich müsst ie hören, was si wolt, | das wunder mich ser baiss.
Luther, WA
41, 372, 31
;
Vetter, Pred. Taulers
312, 12
;
Dietz, Wb. Luther
1, 244
;
Schweiz. Id.
4, 1688
.
5.
›sich aus e. S. herauswinden, sich e. S. (einer Pflicht) entziehen‹.
Syntagmen:
mit adv.
daraus
.

Belegblock:

Chron. Köln
3, 755, 15
(
Köln
1499
):
so wart der inwendige upsatz zobrochen, ind die hillige stat van Coellen beis sich herlichen ind eirlichen dairuis.
Ebd.
2, 147, 3
.
6.
›sich mit jm. / etw. abplagen, streiten, herumschlagen; einen Zweikampf führen; jn. ärgern, plagen; wütend handeln, angreifen; gehässig auf etw. schimpfen‹.

Belegblock:

Anderson u. a., Flugschrr.
15, 7, 32
([
Worms
1521
]):
Kayser Friderich der annder / der sich seyn lebenn lanng mitt den Bapsten […] hatt beyssen muͤssen.
Froning, Alsf. Passionssp. 
4600
(
ohess.
,
1501 ff.
):
das hot hie selbes gesprochen: | do byße dich mydde disse gancz wochen!
Ermisch, Freib. Stadtr. 
166, 8
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
so vechten si denne vor sich hin. Si stechen oder slahen sich, si bizen oder crimmen sich oder waz si tun, da sal nimant zu kumen.
Luther, WA
32, 459, 36
(
1532
):
ein fromer prediger […] achtet nicht ob er nicht viel davon kriegt, ja allerley dazu leiden mus und sich mit schlangen beissen, die welt und Teuffel zu feind haben.
Ebd.
41, 391, 7
(
1535
):
Si illorum verbum recht, tum concordes, sed neiden, hassen, beissen, fressen sich an einander.
Ebd.
678, 4
(
1536
):
Si incipis credere propter gratiam filii, omnia donantur, quae fecisti, modo beis dich cum carne.
Ebd.
49, 147, 18
(
1541
):
wenn jn der Teuffel anficht […], er werde muͤssen […] verdampt sein ec., das er sich nicht lange mit jm beisse […], sondern […] lasse zu jm fordern seinen Seelsorger.
Ders., Hl. Schrifft. Gal.
5, 15
(
Wittenb.
1545
):
So jr euch aber vnternander beisset vnd fresset.
Gille u. a., M. Beheim 
355, 43
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ze peissen da die rass, | daz sein auff siczer vallen.
Bihlmeyer, Seuse 
382, 3
(
alem.
,
14. Jh.
):
Daz úh ze úberkreftig sie, daz sond ir úweren obren fúr legen, und da ir nit mugind bissen, da bellent aber.
Bächtold, N. Manuel. Elsli
268, 283
(
Basel
1530
):
Ocha, ocha, schnitli, biss mich nit!
Goldammer, Paracelsus
283, 3, 20
(
1530
/
5
):
ir werfent die hölzerne bilder aus der kirchen. was tunt sie euch? sie beißen nit, sie pellen nit, sie liegen nit.
Henisch
266
(
Augsb.
1616
):
Die sich vnter einander beissen vnd fressen / moͤgen wol zusehen / das sie nicht vnter einander verzehrt werden.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
85
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
daz si daz
[bestimmte Aussagen]
icht vnwirdichleich vnd neydichleich peyssen vnd fraisleich reissen.
Dietz, Wb. Luther
1, 245
;
Schwäb. Wb.
1, 813
;
Schweiz. Id.
4, 1688
.
7.
›üble Nachrede über jn. führen, jn. schmähen, beleidigen, verleumden‹.
Wortbildungen
beisser
2 (dazu bdv.: ; a. 1527),
beissung
1 (dazu bdv.:  2).

Belegblock:

Schöpper
62a
 (
Dortm.
1550
):
Ignominia afficere. Schenden lästern schmähen vnbillichen beissen vbelreden.
Schade, Sat. u. Pasqu. 
3, 113, 21
(Wittenb. (?) 1524/5):
liebkosen dem pabst, beißen, zerreißen, bescheißen und kratzen den unschuldigen.
Fuchs, Murner.
4
Ketzer 256 (˹wohl
Straßb.
˺
1509
):
Dann sye die můter gottes gantz | On sünden rein all zeit predigen, | Jr krentzly mit keinr sünd schedigen, | Als ir mit boͤsen worten bissen, | Mit erbsünd ir den krantz beschissen.
Dasypodius
138v
(
Straßb.
1536
):
Morsio, Ein beyssung; Mordacitas, Beyssũg lesterhafftig nachredung.
Henisch
264
(
Augsb.
1616
):
Beissen / mit worten stechen.
Ebd.
265
:
Haben mich im hertzen gebissen, haben mir sehr wehe gethan.
Ebd.
266
:
Ein laͤstermaul / das vmb sich beist / Jhm selber schadet allermeist.
Fischer, Eunuchus d. Terenz 
74, 2
(
Ulm
1486
):
Sie nydten mich all. bissen haimlich.
Maaler
67v
;
Dietz, Wb. Luther
1, 244
/5.
8.
›beißen, bissig sein, sich beißend verhalten; jn. / etw. beißen, jn. / etw. durch Beißen, Stechen (je nach Tier) verletzen (jeweils von Hunden, Pferden, Schlangen, Insekten und anderen Tieren gesagt)‹; als part. Adj.
beissend
›bissig‹; oft in Sprichwörtern.

Belegblock:

Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
133, 27 
(
rhfrk.
,
um 1435
):
der hunt […] begreyff Marckarn mit siner rechten achseln vnd beyß yme dar jnn.
Hübner, Buch Daniel
5875
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Dem [tier] die zene yserin | Waren, und die claben sin, | Vraz, reiz, beiz, darzu reib | Mit den vuzen.
Luther, WA
21, 153, 28
(
1528
):
der esel ist ein thier, das zu keinem streit geschickt ist, widder zu beissen noch zu reissen.
Ebd.
51, 648, 94
(
um 1535
):
Jch mus han als hette mich ein hund gebissen
[›ich muß mir’s gefallen lassen, wie wenn mich ein Hund gebissen hätte‹].
Ebd.
651, 180
:
Hunde seer bellen / die beissen nicht.
Ebd.
661, 474
:
Zween hunde beissen einen
[›zwei überwältigen einen einzelnen‹].
Ders., Hl. Schrifft. 1. Mose
49, 17
(
Wittenb.
1545
):
Dan wird eine Schlange werden auff dem wege / […] / vnd das pferd in die ferssen beissen.
Weise. Jugend-Lust 
103, 11 
(
Leipzig
1684
):
Ey will mich der fremde Hahn von dem Miste beissen? Jch weiche nicht.
Gille u. a., M. Beheim 
140, 28
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
sy haben czu erste | dy pen von dem peissenden wurm, | irn gewissen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
131, 3
(
Nürnb.
1548
):
du wilt […] kein vernunfft brauchen / sonder wie die boͤsen pferd vm̃ sich schlagen vnnd beissen.
Vetter, Pred. Taulers
15, 9
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz sú alle zů woͤlfen wúrdent und woltent mich bissen, darunder wolte ich in worer gelossenheit und underteniglich mich legen und liden.
Ebd.
326, 5
(
1359
):
do tůt der mensche recht als ob ein wol gewoffent man gienge ligen fúr ein fliegen und liesse sich ze tode bissen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
122, 27
(
els.
,
1362
):
ging er ein halp ior blos in der wuͤsten daz in die fliegen, die snoken, vnd die bremen bissent.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
212v
, 28 (Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Den die spinne gebissen hab, der nem ysinun.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 272, 13
(
Hagenau
1534
):
Dieweil die pferde bey eynander seind / meret sich die Stůdt / wo sie aber eynander beissen und schlagen / so můß die Stůdt zergehen.
Heydn. maister
40r
, 4 (
Augsb.
1490
):
dañ die hũd peÿssend als bald den die in das prot geben.
Barack, Zim. Chron. 
2, 396, 14 
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
darum die alten Deutschen gesagt, das best si füchs mit füchsen fahen, beisst kainer den andern.
Henisch
264
(
Augsb.
1616
):
Als der Hund vnder ligt / so beissen jhn alle andere Hund.
Ebd.
265
:
Die Schlang sticht / beist.
Ebd.
266
:
Es gehoͤren vil mäuse darzu / wenn sie wollen ein Katzen todt beissen. […]. Da der Wolff ligt / da beist er nicht. […]. Der Hund beisset vergebens in den stein / damit er geworffen wirt. […]. Der Hund beist seinen Herren fuͤrs tischbrot. […]. Der Wolff kan nicht beissen / wen er will. […]. Es beist selten ein kraͤ der andern die augen auß. […]. Grosse Voͤgel beissen sich vmb die naͤster / der zaunkoͤnig hat fried. […]. Katzen beissen vnd kratzen sich / vnd zeugen gleichwol Jungen.
Drescher, Hartlieb. Caes. 
311, 21
(
moobd.
,
1456
/
67
):
Da enploͤsst er ain pain und lyesz den wůrm zu im. Die ways in.
Piirainen, Stadtr. Sillein
42r
, 38 (
sslow. inseldt.
,
1378
):
Von dem hunde der do peysen wil.
Tiemann, a. a. O.
133, 34
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
34, 3
;
38, 17
;
Hübner, a. a. O.
5181
;
Ermisch, Freib. Stadtr. 
258, 15
;
Bell, G. Hager
437, 2, 7
;
Bihlmeyer, Seuse 
460, 25
;
Vetter, a. a. O.
405, 12
;
Thiele, Minner. II, 
9, 32
;
120
;
13, 225
;
18, 309
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
126, 31
;
Eis u. a., G. v. Lebenstein 
60, 13
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz 
134, 28
;
Klein, Oswald
118, 8
;
Piirainen, a. a. O.
42r
, 23;
88l
, 11;
Maaler
67v
;
West, Dasypodius.
1989, 276
;
Dietz, Wb. Luther
1, 244
.
Vgl. ferner s. v.  5.
9.
›(jn.) beißen, jucken; scharf, ätzend schmecken (von Speisen, von Krankheiten, mit verschobener Bezugsgröße: von der befallenen Hautstelle, auch absolut)‹; ütr.: ›jm. wehtun‹; am ehesten hier anschließbar die Flüche / Phraseme mit
rauch
:
das dich der rauch beisse
;
der rauch beist jn
. ›j. hat Schwierigkeiten‹.
Bedeutungsverwandte:
 3,  1, (V.) 18.
Wortbildungen:
beissigkeit
1,
beissung
2 (dazu Synt.:
b. der zanfleisch
; a. 1472).

Belegblock:

Froning, Alsf. Passionssp. 
4844
(
ohess.
,
1501 ff.
):
swig, das dich byß der rauch!
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
80, 3
(
Frankf.
1535
):
Es dienet auch der beyssenden rude vnd dem wilden feuer so man das auffstreichet mit coriander wasser.
Ebd.
190, 11
:
Mit disem vngent schmier die beissend haut.
Ebd.
192, 20
:
sein tugent ist / das es trücknet on beissen / vnd heylet die betruͤglichen geschwer.
Luther, WA
10, 1, 1, 6, 14
(
1522
):
E. G. musse odder werde meynett halben auch villeicht sich eyn wenig rauchs beyssen lassen.
Ebd.
47, 321, 33
(
1537
/
40
):
so einer ein bose weib hat […], der Man soll eittel unlust an dem weibe haben und der rauch im hause ihnen beissen.
Lauchert, Merswin
8, 16 
(
els.
,
1352
/
70
):
reip es denne in die frischen wunden, daz es mich vaste smerzen vnd bissen solte.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
110b
, 62 (
Basel
1494
):
Wenig sich zů der aͤschen nahen | Das sie mit andacht die entpfahen | Foͤrchten die aͤsch die werd sie bissen | Lieber wendt sie jr antlitt bschissen.
Sudhoff, Paracelsus
4, 104, 32 
(
1527
):
was beißet wie pfeffer oder nessel.
Maaler
67v
(
Zürich
1561
):
Beyssen / Jucken / Beyssig vnnd kraͤtzig seyn / als wenn einen ein raud beyßt. […]. Der gantz rugken Beyßt mich.
Ebd.
212v
:
Der Harn beißt uͤbel.
Dasypodius
191v
(
Straßb.
1536
):
Beyssigkeyt / hitzigkeit der glider / begird zů kratzē.
Golius
259
(
Straßb.
1597
):
das beissen / jucken / kratzen / kleine raud.
Henisch
265
(
Augsb.
1616
):
Es beist mich der kopff / arm.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
234v
, 14 (
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
dy stechnde hicze weyßnde den denen der hant, der js anrurret.
Belkin u. a., a. a. O.
68, 17
;
Maaler
84r
;
Henisch
 264
/5;
Rohland, Schäden
370
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 52
;
Schwäb. Wb.
1, 813
;
6, 1611
/2;
Schweiz. Id.
4, 1688
;
Öst. Wb.
2, 911
.
10.
›greifen, zutreffen (z. B. von Argumenten)‹; als Ütr. an 1 oder 3 anschließbar.

Belegblock:

Dietz, Wb. Luther
1, 244
(a. 
1522
;
1525
).