1
beilen,
(selten:)
beigeln,
V.;
zu (
die
).
– Wobd. und anschließendes Rhfrk.; vor allem Rechts- und Wirtschaftstexte.
1.
›etw. (ein Faß) ausmessen‹; ›(Tuch) messen‹; mit verschobener Bezugsgröße: ›etw. (Wein) mit dem Visierstab messen‹;
zu (
die
1.
Bedeutungsverwandte:
1
 8, (V.) 2,
2
 2, ,  4, .
Syntagmen:
das fas / tuch, wein b
.
Wortbildungen
beilnapf
(Schreibung im Beleg:
bainapf
 ) ›beim Messen verwendeter Napf‹ (a. 1520),
beilzettel
1 ›Dokument über erfolgtes Messen einer Ware‹ (a. 1640).

Belegblock:

Geier, Stadtr. Überl. 
107, 19
(
nalem.
,
15. Jh.
):
Wir hand ouch gesetzt, das alle gastgeben […] allen den win […] sond lassen verschriben und die vaß bailen.
Ebd.
255, 18
(
1594
):
die vaß sumen oder bailen, wievil dero jedes halte.
Welti, Stadtr. Bern 
527, 10
(
halem.
,
15. Jh.
):
Swerent die tůchmeͣsser […], die tůch vnd bendel getruͥwlichen zů meͣssen, das man daz meͣß finde, ouch keins ze beylen denn es hab das meͣß voͤllenklich als die beyel seit.
Diefenbach
574b
;
Rwb
1, 1470
;
Pfälz. Wb.
1, 663
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
25
;
Schwäb. Wb.
6, 1581/2
;
Schweiz. Id.
4, 1165
;
Alanne, Weinbauterminologie.
1950, 189
.
2.
›etw. (zu Meßzwecken) auf einem Kerbholz einschneiden‹;
zu (
die
2.
Bedeutungsverwandte:
, , .
Wortbildungen:
beilzettel
2 ›Kaufbrief‹ (a. 1536).

Belegblock:

Schmitt, Ordo rerum 
650, 4
(Hs. ˹
salem.
,
2. Dr. 15. Jh.
˺):
kerben raitten […] beylen […] chärben oder sneyden an rayttholczcz.
Bächtold, H. Salat 
17, 24
[Regestbeleg].