1
beil,
das
(meist),
der
(selten);
–/-e
, auch
;
zu
mhd.
bîhel
, die Schreibungen zeigen oft Erhaltung des
-h-
.
›Beil, kurzstielige kleine Axt‹; vereinzelt: ›zweischneidige Axt, Doppelaxt‹; in einigen Belegen Übergang zu ›beilartiges Instrument‹. Belegt ist die Verwendung des Werkzeugs als Holz- und Zimmeraxt zum (Ab-)hauen (der Äste) sowie zum Fällen der Bäume, als Hobel, als Maurerwerkzeug, Gipserbeil, als Mord- und Verteidigungswaffe, als Streitaxt (v. a. zum Werfen), als Kastrationsinstrument, als Richtbeil, als Pflugsech im Feldbau sowie als Zahlungsmittel im Tauschhandel mit Kannibalen.
Zur Sache: Hwb. dt. Abergl.
1, 743-748
s. v.
Axt
.
Phraseme:
und Sprichwörter: s. u. Beleg
Henisch.
Bedeutungsverwandte:
, , , ,
1
 2, , (
das
), , , , , .
Syntagmen:
ein b. nemen / stelen / tragen / werfen / zücken, jm. ein b. verderben / zubringen / in den rücken werfen, ein b. an der seite hangen haben / an die wurzel legen
;
b. zu dem gotteshaus gehören, b. am pflug hängen
;
jn. mit einem b. schicken / wiederwerfen, jn. um ein b. pfänden / verkaufen, jn. mit dem b. um eine hand strafen, nach / zu jm. mit dem b. werfen, (jm.) etw
. (z. B.
die hand, die schnäbel ab den schuhen
)
mit dem b. (herab)hauen, an etw. mit dem b. bauen, etw. bei einem b. prüfen, ein schlos mit dem b. abbrechen, ziegel mit dem b. zubern
;
ein b. zur mauer / zum pflug
;
schneiden an dem b
.
Wortbildungen
beilbank
›Hacktisch, Metzgerbank‹ (dazu bdv.: , ),
beilhaue
›eine Art Hacke‹ (2. Dr. 15. Jh.),
beilschmied
(a. 1444),
beilspan
(dazu bdv.: , , ; a. 1515),
beiltrager
,
fleischbeil
›Metzgerbeil‹ (a. 1616),
holzbeil
(a. 1470),
wurfbeil
,
zimmerbeil
(a. 1414; 1616).

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. 
2, 158, 15
(o. O.
1525
):
euer boshait ist an tag komen, můß gestraft werden. das beihel ist an die wurzel des baums gelegt.
Chron. Köln
2, 191, 1
(
rib.
,
15. Jh.
):
dat ein ander man quam geloufen mit eime bielen ind sloich den rasenden wolf doit.
Kurz, Waldis. Esopus 
4, 93, 80
(
Frankf.
1557
):
Ein guter Hammer one stiel, | Ein guter Zimmerman on Biel, | […] | Ist alls wider Natuͤrlich art.
Ralegh. America
17, 6
(
Frankf.
1599
):
es ist da solch ein vnmenschlich Volck / daß sie vmb 3. oder 4. Beyhel der Bruͤder oder Toͤchter Kinder / ja jre leibeygene Kinder selbst verkauffen.
Strauch, Par. anime int.
107, 29
(
thür.
,
14. Jh.
):
sulle wir mirkin wilche wis di gnade wirkit in der sele, alse man prufin mac bi glichime, alse bi eime bihile.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 62, 30
(
omd.
,
1413
):
Herman Ruting […] wolde sy vormorden uf erem bette, und nam eyn beil und wurchte an ir blut.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck 
183, 12
(
thür.
,
1474
):
habin sy gemeyne hussuchunge getan unde in Hans Margkarttis huse hemmer unde byl unde eyn seyl […] gefunden.
Schultheiss, Achtb. Nürnb. 
96, 1
(
nobd.
,
1381
):
Ditz Sterkel von Erfurt ist die stat verboten 1 jar […] darumb, daz er ein peyhel zu Hetzeldorf nam.
Chron. Nürnb.
1, 178, 7
(
nobd.
,
um 1390
):
den zimerlewten wirt man uff alle ir wegen stekken […] ein venlein mit einem peihel zuͤ dem roten venlein.
Ebd.
2, 252, 2
(
1449
/
50
):
daz ein ieder het ein gut armbrost, püchsen oder helmparten, und darzu ein gut lang meßer oder swert oder peihel an der seiten hangen.
Fastnachtsp.
118, 32
(
nobd.
,
v. 1486
):
Das mir [puoler] mein junges nerrlein | Solt also gar unutz sein | Bei den außerwelten frauen; | Ich wolt in ee mit eim peihel abhauen.
Sachs
17, 463, 26
(
Nürnb.
1562
):
Als er höret des wolffes wort, | Zuckt er sein beyhel an dem ort | Und warff den wolff auff seine lend.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 712, 22
 (
Nürnb.
1631
):
Der tregt ein Spaͤr, jener ein Wehr, | Sie fuͤhren all inn Handen, | Stein Creutz vnnd Beyhl, Strick, Fewer vnd Pfeyl.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
1, 13, 6
Var. (
Straßb.
1466
; Var.
Nürnb.
1483
):
Wann die axst
[Var.:
daz peyhel
]
ist ietzunt gelegt an die wurtzel der baum.
Boner, Urk. Brugg
215, 7
 (
halem.
,
1481
):
so het man sy nitt wyter zepfenden denn vmb ein ax oder vmb ein byel.
V. Anshelm. Berner Chron.
3, 166, 9
(
halem.
,
n. 1529
):
do kam er uss […] durch kleine hilf siner můter, die, im
[ins Gefängnis]
zůgelassen, hat in alten hosen einen piel und naͤper […] zůgebracht.
Maaler
68v
(
Zürich
1561
):
Bieltrager. (der) Securifer.
Chron. Augsb.
8, 332, 12
(
schwäb.
, zu
1547
):
hat der nachrichter […] dem büchsenmaister sein rechte hand angebunden und sie im mit ainem beichel herab gehauen.
Barack, Zim. Chron. 
1, 244, 16
 (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das in im schlaf nit anders bedeucht, dann derselbigen einer werf im ein beihel in rucken.
Ebd.
480, 25
:
liess er denselben zu ainer hilzin schwelen füeren und mit aim bihel die schnebel ab den schuhen hawen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 194, 14
(
schwäb.
,
1580
):
wöllicher zu ainem andern mit ainem beyl, agst, stain […] frevenlich wurft.
Henisch
257
(
Augsb.
1616
):
Beiel / beil / beihel / axt / zimmeraxt / zimmerbeil […]. Beihelin / aͤxtlin / ein kleines Handbeihelin […]. Das beihelin / aͤxtlin / so am Pflug hengt […]. Wirffs beihel nit zu weit […]. Du vnderstehest dich das holtz mit einem Schlissel zuspalten / vnnd die Thuͤr mit einem beihel auffzumachen […]. Ein beihel so zu beiden seiten hawet / bipennis […]. Ein Wurffbeihel mit einem Riemen / den man nach dem wurff wider an sich ziehen kan / ein Schaffelin […]. Wurff beihel / allerley wehr die man wirfft oder scheußt […]. Dem aͤrgsten Zimmerman gibt man das beste beihel. […]. Vil disputieren ohne nutz / heist den beihel jmmer wetzen / vnd nichts damit hawen. Man findt nicht allenthalben beil in Wasseren / das ist / Hoffnung darff man nicht kauffen. […]. Wirffstu mit der barte / so wirfft man dich mit dem beiel wider.
Uhlirz, Qu. Wien 2, 2, 
2197, 65
(
moobd.
,
1422
):
Ulreichen den Genkel 5 sh. dn. gelts von seiner pellpankch under den Fleuschtischen.
Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 92, 9
;
Herborn u. a., Rechn. Jülich
96, 36
;
Buch Weinsb.
1, 185, 11
;
Ralegh. a. a. O.
17, 24
;
Röhrich u. a., a. a. O.
4, 60, 14
;
Leman, Kulm. Recht 
2, 4, 108
;
Joachim, Marienb. Tresslerb.
175, 8
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
15, 24
;
164, 6
;
ders., Marienb. Ämterb.
39, 20
;
49, 11
;
89, 24
;
Strauch, a. a. O.
107, 34
;
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
21, 173, 1
;
Chron. Nürnb.
4, 366, 15
;
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck 
67, 17
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
404, 9
;
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
66, 32
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 9, 12
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
433, 17
;
Welti, Stadtr. Bern 
421, 2
;
Major, Haussradt
A iijr, 16
;
Heydn. maister
12r, 20
;
Vock u. a., Urk. Nördl.
2301, 2
;
Gehring, a. a. O.
3, 423, 23
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 431, 2
;
33
;
Uhlirz, a. a. O. 2, 2, 
2591, 9
;
Klein, Oswald
48, 10
;
Zingerle, Inventare 
33b, 16
;
Schmitt, Ordo rerum 
231, 6
;
232, 3
;
Diefenbach
599a
;
Rwb
1, 1465
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 492/3
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
25
;
Schwäb. Wb.
1, 796/7
;
Schweiz. Id.
4, 912
;
Öst. Wb.
2, 854
;
Byland, Wortsch. Zürcher AT.
1903, 31
.
Vgl. ferner s. v.  2, ,  1.