beifal,
der
;
-s/-fälle
, auch
+ Uml.
1.
›Nebeneinkommen, Nebeneinnahme; Erbschaft in der Seitenlinie‹.
Bedeutungsverwandte:
(zur zweiten Variante).

Belegblock:

Buch Weinsb.
1, 213, 27
(
rib.
,
1544
):
Es sint wol etliche advocaten und doctores, die durch sonderliche geschicklicheit […] groisse digniteten, mangelt, deinsten und derglichen beifell und abentur erlangen.
Ebd.
352, 8 
(
um 1560
):
Sunst hatten die knecht noch andern loin durch teglichen beifall.
Koeniger, Sendgerichte 
96, 16 
(
rib.
,
17. Jh.
):
Der ander priester […] sall haben allen beyfall, so was die stola zo Wycheren und in der capellen zo Calmundt auswirft, vort sall er eine wonnung uf dem wydenhof haben.
Rwb
1, 1462
.
2.
›Anschluß an eine Sache oder Meinung; Bekräftigung einer Aussage; Zustimmung, Beipflichtung; Anerkennung, Glauben‹;
Syntagmen:
etw
. (z. B.
irtum, meinung
)
b. haben / verdienen, bei jm. b. finden, jm. b. geben, j. js. b. besorgen, einem ding b. tun, das fleisch dem teufel b. geben
;
sich des b. enthalten
;
etw. mit js. b. tun
;
b. des statrates
;
b. zu etw
. (z. B.
zu dem römischen stul
 ),
b. in etw
. (z. B.
in der klage
).

Belegblock:

Allg. Schau-Buͤhne
51, 36
(
Frankf.
1699
):
Dem scharffsinnigen Sternseher Copernico konte er wegen Bewegung der Erde umb die Sonne herumb / darumb keinen Beyfal geben / weil […].
Ebd.
60, 27
:
Die Domherren […] hatten nach Absterben des vorigen Bischoffs Graf Johannis von Monderscheid / Marggraf Johann Georgen zu Brandenburg mit Beyfall des Stadt⸗Raths zu ihrem Administratorn […] gewaͤhlet.
Göz. Leichabd.
256, 7
( 
Jena
1664
):
Auch der Psalmist giebt Beifall / wenn er spricht: Sie gehen hin und weinen […] und kommen wieder mit Freuden.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
23, 18
(
Straßb.
1650
):
also […] müsse man alles dieses sein [Teuffel] Geschwätz, so wider Gericht vnd Gerechtigkeit gerichtet, auch glauben vnd ihm beyfall geben.
Heidegger. Mythoscopia 
18, 3
(
Zürich
1698
):
Aber dise Meinung verdienet wenig Beyfahl.
Henisch
258
(
Augsb.
1616
):
Es ist kein jrrthum̃ so grob / der nit zuhoͤrer vñ beifaͤll hat.
Ebd.
985
;
Alberus Kk ijr;
Dietz, Wb. Luther
1, 241
;
Rwb
1, 1462
;
Preuss. Wb. (Z) 1, 489;
Schwäb. Wb.
1, 792
/3.
3.
›Zulauf; Unterstützung, Schutz‹;
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
b. haben / kriegen
;
grosser b
.

Belegblock:

Opel, Spittendorf
2, 39
(
osächs.
,
um 1480
):
wir armen vom tale uff die zeit keinen beyfall hatten, sondern gott, Carrel von Einhausen und Peter Fuhre stunden feste bey uns, die andern verlissen uns alle.
Henisch
258
(
Augsb.
1616
):
Beifal / schutz / patrocinium, functio.
Preuss. Wb. (Z) 1, 489.
4.
wohl ›Krankheitserscheinung‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Henisch
259
(
Augsb.
1616
):
Beimaͤngel / beifaͤll / Symptomata.