beichtvater,
der
;
-s/-Ø
+ Uml.
›Beichtvater‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.
Syntagmen:
den b. ankauchen, den b. frolockend machen
;
b. etw. bescheiden, jn. ermanen
;
dem b. beichten
;
von dem b. das sakrament empfangen, jn. zu einem b. ordnen
;
andächtiger / kluger / verständiger b
.;
b. der übeltäter
;
gegenwärtigkeit / gewissen / rat des b
.

Belegblock:

Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 136, 22
(
omd.
,
1425
):
yn der selbigen krancheyt und yn der kegenwertikeyt synes bichtevaters […] her deses gelouͤbdes gedochte.
Ralegh. America
8, 24
(
Frankf.
1599
):
Wie er nun in Todtsnoͤten lag / […] auch das Sacrament von seinem Beichtvatter empfangen hatte.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
57, 35
(
omd.
,
1487
):
ein weipp […] sold […] Jn gemelten dingen rath nehmen, eins vorstendigen clúgen beichtvaters.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
32, 14
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Hat auch euer verstorben weib in kegenwertigkeit ires beichtvaters […] ein testament oder seelgerete zu machen.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze 
204, 41
(
nobd.
,
1490
):
das er alle jar auff das mynst ein worzeichen von seinem beychtvatter brengt, das es auff das mynste dasselbe jar einmal gebeicht habe.
Chron. Nürnb.
5, 724, 7
(
nobd.
,
1490
):
das waren etlich vicarier aus beden pfarkirchen […] zu beichtvetern geordnet.
Kohler u. a., Peinl. GO Karls V. 
31, 30
(o. O.
1532
):
jedoch so habenn ettliche Beichtvätter einen Missprauch, das sy die Armen jnn der Beycht vnnderweisen, jre sage, so sy mit warheit gethon habenn, am letzsten zu widerruffen.
Krebs, Prot. Konst. Domkap. 
4888
(
nalem.
,
1514
):
ist daruff beuolhen zeschriben dem pfarrer […], daz er vnd die bichtvätter mögen den vndertan […] sölhs in der bycht endencken, ob sy dester genaigter sin welten zu contribuieren vnd solhs in still zehandeln.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 134, 22
(
Straßb.
1522
):
einem stinckt der Athem oder die Naß, oder hat sunst Knobloch […] gessen, und kuchen den Beichtvatter an.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 541, 44
(
schwäb.
,
um 1484
):
welche ainander der ee ansprechen und nit mitainander fürkommen, wie sye der bichtvater beschaidet, der yedes ist vervallen zehen pfund pfenning.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 217, 31
(
schwäb.
,
um 1522
):
Was ein vast andechtiger peichtvater geweßt vnd die schwester emssigklich ermant.
Eschenloher. Medicus
89, 11
(
Augsb.
1678
):
hat ihn seine Mutter aus Rath ihres Beichtvatters zum heiligen Creutz mit einer H. Meß verlobt.
Reithmeier, B. v. Chiemsee 
73, 8
(
München
1528
):
Hat nu christus […] zuo mündlicher peicht vnd ablas zepitten, gesetzt den priester. Deszhalb sol derselb zuo aimm peichtuater dem layen auch angenaem sein.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
309, 39
;
351, 7
;
Foltz, UB Friedb.
1, 108, 34
;
Kohler u. a., a. a. O.
103, 3
;
Engel, Rats-Chron. Würzb. 
251, 6
;
Chron. Nürnb.
5, 725, 18
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 5, 17
;
23, 8
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
55, 28
;
Bolte, a. a. O.
1, 181, 4
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
145, 9
;
Chron. Augsb.
5, 86, 28
;
Nyberg, a. a. O.
1, 229, 40
;
269, 21
;
Dietz, Wb. Luther
1, 240
;
Schwäb. Wb.
1, 791
.
Vgl. ferner s. v. (Konj.) 1.