behegelich,
behäglich
(letzteres vereinzelt),
Adj.
1.
›jm. wohlgefällig, jm. Behagen bereitend, angenehm, gefällig, wohltuend, behaglich, bequem, recht‹;
zu
1
(V.) 1.
Syntagmen:
j. / etw
. (z. B.
das leben / opfer
)
jm
. (z. B.
gotte
)
b. sein, etw. vor jm. b. sein, j. in jm. b. sein, sich jm. b. machen, jn. / etw. b. machen / befinden, jn. / etw. b. dünken
;
behegeliche gelegenheit / sänftigkeit / willigkeit, behegelicher dienst / nuz
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. 
124
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
als sî den gotin dâchtin sîn | dar an behegelîch unde wert.
Schöpper
56b
 (
Dortm.
1550
):
Gratus seu desyderabilis. Belieblich behäglich däncklich wollgefellig angenem minnigklich anmuͤtig lustsam luͤstig dancknemig.
Quint, Eckharts Pred.
2, 290, 8
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Wölte ich mich einem menschen lieben und wölte dem aleine behagen, allez, daz dem menschen behegelich wære.
Ebd.
400, 1
:
als er [got] sich des vlîze, wie er der sêle behegelich werde.
Ders., Eckharts Trakt.
42, 13
 (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dû bist mîn geminter sun, in dem ich geminnet und behegelich bin.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 553, 26
(
rib.
,
1396
):
gnedige herren, of id u. gn. behegelich were, so begerern wir sunderlingen zo wissen, doi […].
Chron. Köln
2, 2r, 38
(
Köln
1495
):
dat syn mencherley kunsten dye eynem […] verstendigen Burger ere […] bybryngen vnd yn grois vnd behegelich machē.
Reissenberger, Väterb.
22293
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
waz sal ich tun, | Daz Gote si behegelich | Unde ich dar an behalde mich?
Ebd.
36733
:
Der selbe tugenthafte helt | Placidus genennet was; | Der name sprichet, als ich ez las, | Zu dute ,behegelich‘.
Strauch, Par. anime int.
7, 28
(
thür.
,
14. Jh.
):
alse verre alse alle dinc under deme gotlichen lichte stein, alse verre sint si lustlich und behegelich.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann 
25, 31
 (Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Da ist in der nasen der ruch, […] gar sinniglichen verzimert zu behegelicher senftigkeit alles […] wünnesamen riechens.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
131, 5, 5
(
schles.
,
n. 1350
):
dinst, mit deme ir vns̃m kunglichen angesichte nicht wen̄ig behegelich gewest syt.
Gerhardt, Meister v. Prag 
111, 21
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
das wir alhie puͤssen vnd pessern vnser leben das es im [dem herren] beheglich sey.
Ebd.
211, 5
:
wann du die dinck verporgen hast vor den weisen vnd hast sie geoffenbart den cleinen. ia vater wann es also beheglich was vor dir.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
195
(
Nürnb.
1517
):
ist beheglicher und nützer die entledigung von sünden durch eigne genugtuung dann durch den ablas.
Palmer, Tondolus
1150
 (
Speyer
um 1483
):
mein sel sprach Ist es dir beheglich so wil ich baß hin zu gan.
Göz. Leichabd.
294, 4
 ( 
Jena
1664
):
Er […] suchet durch behaͤgliche Willfaͤhrigkeit ihm die Gemuͤhter der saͤmmtlichen Jugend viel hoͤher zuverbinden.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
66, 34
(
omd.
,
n. 1474
):
in alle synem gekose […] befunden wir on lutselig, medesam, behegelich, frolich vnde zcu allen dingen früntlich.
Quint, Eckharts Pred.
1, 320, 4
;
Rueff, Rhein. Ostersp. 
2205
;
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
2, 191
;
Kurz, Waldis. Esopus 
4, 61, 17
;
Gerhard, Hist. alde e
240
;
Feudel, Evangelistar 
14, 21
;
Neumann, Rothe. Keuschh. 
610
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
11, 26
; Lk.
10, 21
; Joh.
8, 29
;
Hübner, Buch Daniel
1407
;
7122
;
Bindewald, a. a. O.
131, 9, 17
;
14, 15
;
Gille u. a., M. Beheim
161, 44
;
zu Dohna u. a., a. a. O.
152
;
177
;
Bihlmeyer, Seuse 
206, 11
;
Vetter, Pred. Taulers
254, 22
;
Palmer, a. a. O.
349
;
1056
;
Göz. a. a. O.
215, 14
;
Diefenbach
439b
;
Schmitt, Ordo rerum 
479, 22
;
671, 19
;
Rwb
1, 1448
;
Dietz, Wb. Luther
1, 234
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 479
;
Schmitt, Urkundenspr.
1936, 129
;
Goedeke, Fischart
181
.
2.
›js. Absicht, Willen entsprechend; willentlich, bereit‹.

Belegblock:

Schöpper
56b
 (
Dortm.
1550
):
desyderabilis. […] behäglich […] zu willen.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob 
914
(
omd.
,
1338
):
Als is behegelichen czam | Dem herren min, dis ist geschen.
Gille u. a., M. Beheim 
20, 3
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
als du [got] mich hast gemachet | an mich, als dir dann was pehagenlich.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul. 
2, 1789
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
die nature ist gezieret zvͦ dem hoͤhesten, vnd er [mensche] ist behegelich, verkleret zu werdende noch dem geiste.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
5, 52, 6
(
Straßb.
1466
):
Do ich das sach das das volck viel von mir vnd du nit kempt nach den beheglichen tagen.
Ebd.
10, 270, 14
:
Do […] es got beheglichen waz das nee mias gesant wurd.
3.
›einer sittlichen Norm, einem Auftrag entsprechend; für ein Vorhaben geeignet‹;
vgl.
1
(V.) 4.

Belegblock:

Welti, Pilgerf. v. Walth.
62, 33
(
omd.
,
n. 1474
):
Der genante Hirtacus machte sich den geboten des keysers behegelich.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
8, 40, 19
(
Straßb.
1466
):
Die heheglich zung ist ein holtz des lebens: wann die do ist vnmessig die zerknitscht den geist.
Sexauer, Schrr. in Kart.
278, 18
(
nöst.
,
v. 1450
):
ob er ynner der zeit der bewërung. behëglich geperd hat.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
26, 15
(
moobd.
,
1478
/
81
):
nam er zu im, die im dann an dem pesten behäglich zu sölichem seinem fürnemen waren.