behüten,
V.;
auch rückuml., als
part. Adj.
(vgl. 1; 11) ansatzweise lexikalisiert.
1.
›sorgfältig auf etw. achten, auf etw. aufpassen; sich in acht nehmen‹; als part. Adj.
behüt, -u-
›auf der Hut; auf etw. bedacht‹.
Wortbildungen:
behütnis
1 ›anvertrautes Vieh‹ (a. 1439).

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 138, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dar umbe sol der mensche vlîziclîchen behüeten sîniu ougen, daz sie iht înbringen, daz der sêle schedelich sî.
Langen, Myst. Leben 
194, 24
 (
nobd.
,
1463
):
ein solicher mensch […] solte alczeit behuten vnd westen, daz er zw allen zeitten in grosser demütigkeit pleib.
Bihlmeyer, Seuse 
74, 3
(
alem.
,
14. Jh.
):
und ward dar na ire ernst so gross gen got, und ire wol behůte heilig wandel so bestetet.
Ebd.
156, 25
:
Soͤlichen behůten wandel und selklich wisen ze fuͤrene bewiset dú natur.
Ebd.
353, 7
:
wer mit einer luteren gewisseni und behůtem lebenne in get in Cristum.
Ebd.
485, 5
:
so du zů dinen weltlichen frúnden kumst, so bis behuͤt din selbs, das du nit gedenckest also: „es schadet nit, was ich hie tůn.“
Strauch, Schürebrand
40, 22
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
[er] was doch gar behůt, daz er nit vil enrette, er hette danne gezúgnisse des heilgen geistes.
Lemmer, Brant. Narrensch. 19, Vorspruch Z. 
1
(
Basel
1494
):
Wer syn zung vnd syn mundt behuͤt | Der schyrmt vor angst / sel / vnd gemuͤt.
Roder, Hugs Vill. Chron. 
41, 25
(
önalem.
,
1510
):
das ain ieder siner wort behůt wer.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
191, 3
(
oobd.
,
1349
/
50
):
alsô behüett er sich, daz er iht slâf.
Bauer, Imitatio Haller
90, 23
(
tir.
,
1466
):
wer die [czell] nicht recht pehueten ist, der würt verdrossen.
Strauch, Par. anime int.
120, 17
;
Rohland, Schäden
361
;
Gille u. a., M. Beheim 
60, 8
;
Bihlmeyer, a. a. O.
481, 1
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
52, 18
;
Päpke, Marienl. Wernher 
1851
;
Vock u. a., Urk. Nördl.
2083, 6
[Regestbeleg für
behütnis
1];
Preuss. Wb. (Z)
1, 783
.
2.
›die Aufsicht über etw. ausüben; etw. leiten, regieren‹; auch: ›etw. (z. B. ein Handwerk) ausüben‹.
Syntagmen:
den kirchtag / wald, das antwerk / holz / gehölze / feld, die mark b
.
Wortbildungen:
behüter
1.

Belegblock:

Sievers, Oxf. Benedictinerr.
18, 26
(
hess.
,
14. Jh.
):
die ebdissen […] gebe iz
[
habet
›Kleidung‹]
in [susteren] als iz nuzze sy zu behudene und weder zu samene.
Brinkmann, Bad. Weist. 
31, 28
(
rhfrk.
,
1447
):
da si er mins gnedigen herrn […] geschworner schütze gewest uber die welde zum Dilsperge […] und habe die behudet.
Küther, UB Frauensee 
313, 35
(
thür.
,
1512
):
und ich […] zwentzigk jar ein hoͤlczforster zu dem gnanten closter Sehee gewest und auch daz gehoͤlcz bereithen und nach mynem vormogen behuͤtt.
Dinklage, Frk. Bauernweist. 
23, 38
(
nobd.
,
15. Jh.
):
das dy nachbawern von Ascha sein oberster behuder der welde und oberster gebieter uber die welde.
Welti, Stadtr. Bern 
128, 24
(
halem.
,
1307
 ?):
wem wir enpholen ein antwerch ze behuͤtenne ald ein ampt ze hanne oder ze tůnde.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
994
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
daz er [menschleiche leichnam] wol geschikchet werd vnd alle seine tail wol czueinander gefüget werden vnd mit ainem herczen gelaytet vnd behütet werden.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
326, 32
(
m/soobd.
,
17. Jh.
):
alle kürchtag soll ain lantrichter behüeten.
Schnurrer, Urk. Dinkelsb.
4, 379
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 34, 14
;
Rwb
1, 1456
.
3.
›jn. / etw. bewachen‹; absolut: ›Wache halten‹; auch: ›jn. gefangen halten‹.
Phraseme:
riegel und schrank behüten
›seine Habseligkeiten bewachen‹;
seinen pflug behüten
›sein Eigentum sorgsam bewachen‹;
schild und sper behüten
›die Waffen griffbereit haben‹.
Syntagmen:
jn
. (z. B.
die maget, den dieb / schädlichen man / gefangenen
)
b., etw
. (z. B.
das grab, den vorhof, die pforte
)
b
.; auch abs. gebraucht.

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
11, 21
(
osächs.
,
1343
):
wan ein starkir gewâpinter behûtet sînen vorhof, sô sint in vride alle dinc.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
26, 3
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Eyn iclich pforte wirt behut des nachtis mit m mannen.
Dinklage, Frk. Bauernweist. 
95, 9
(
nobd.
,
1409
):
die cleger sollen in selbs behüten und sollen den dann gein Wertheim füren.
Gille u. a., M. Beheim
453, 2674
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der Kasiaker plaib vore | auss halb an disem tore, | Das er behut rigel und schrank.
Chron. Augsb.
1, 26,
Anm. 2 (
schwäb.
,
1372
):
it. 21 ₰ d. zwaien die behuten bey der prugg ze Lechhusen.
Dirr, Münchner Stadtr. 
577, 20
(
moobd.
,
1380
):
Daz ich dez rechten trewleich wart und pfleg, die gevangen trewleich besorg und behuͤtte.
Weber, Füetrer. Poyt.
14, 7
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Herr, des denncket nymmer, | von dreissig künı̣g here | ist si [magdt] pehüettet vor in allẹn gar ymmer.
Kummer, Erlauer Sp. 
5, 253
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
Nempt, ıͤr herren, diez gůt, | das das grab sei wol wehůt, | da der trugner in leit.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
264, 1
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
so soll dieselbig persohn von unßern ambtman behiet und behalten werden mit dem unßern unz an den driten tag.
Henschel u. a., Heidin
396
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
756, 16
;
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
2653
;
Österley, Steinhöwels Äsop 
147, 20
;
Chron. Augsb. 2, 
2, 11
 ;
41, 13
; 4, 
464, 7
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
141, 21
;
Rwb
1, 1456
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 9
.
4.
›etw. (z. B. eine Burg) verteidigen‹.

Belegblock:

Chron. Strassb.
2, 817, 23
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
wan meister und rot hettent sich der vorstette begeben, das men sü nüt behůt wolte han.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
57, 1
 (
halem.
,
1308
):
daz die von Berne die burg Loͧppen sullen behuͤten, besetzen und entzezen nach ir willen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
144, 30
 (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
derselb bischoff nam sich an, den perg umb das gschloss mit den seinen zu behuetten und zu verhalten.
Zingerle, Inventare 
74b, 22
 (
tir.
,
1484
):
ob Rodnegker albẹn vnd perg verlorẹn wurdt, der mit klainner macht nit zu behuͤttẹn ist.
Chron. Strassb.
2, 817, 24
;
Ulner
147
.
5.
›etw. (anvertraute, geliehene Habe) sorgfältig behandeln, aufbewahren‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 6.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
193a, 24
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
LJet ein man deme anderen eyn selber vaz oder eyn ander clenote, daz sol eyn man baz behůten wan sines silbes gůt.
Köbler, Stattr. Fryburg
91, 4
(
Basel
1520
):
Wie einer gelyhne hab zům gepruch behuͤten sol.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
27, 3
(
els.
,
1362
):
alles min gůt befilhe ich dir in dine hůte. Behůtent ir mir das nút wol, ich riche es an v́ch.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
5, 6
(
oobd.
,
1349
/
50
):
diu dritt kraft in dem hindersten kämerlein behüet und besleuzt getriuleich diu dinch und durchbrüeft und durchmerkt si reht als ain sichereu slüzzeltragerin.
6.
›etw. konservieren; etw. (in Texten) festhalten, fixieren‹.
Wortbildungen
behüter
2 (dazu bdv.:  123).

Belegblock:

Maaler
56r
(
Zürich
1561
):
Behuͤter / Bewarer. Conseruator.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
370, 23
(
oobd.
,
1349
/
50
):
er [zaher] wert der fäulen sô vast, daz er ainen tôten leichnam behüett und behelt vor faulen.
Klein, Oswald
112, 408
(
oobd.
,
1431
/
2
):
das man da halt | geschriben nach den büchern alt, | und die man teglich bessern tüt, darinn ist meniklich behüt.
7.
›etw. einhalten, befolgen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 23.
Syntagmen:
den frieden / sontag, die regel, das gebot
(mehrmals)
b
.

Belegblock:

Sievers, Oxf. Benedictinerr.
35, 31
(
hess.
,
14. Jh.
):
in allen dingen behude disse regule.
Feudel, Evangelistar 
38, 9
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
der mensche ist von gote nicht, der den suntak nicht behutet.
Chron. Strassb.
1, 112, 2
(
els.
,
1362
):
ir hant gesehen und gehoret, waz ich verbotten habe, und haben daz nüt behuͤtet.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
351, 29
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
din herze behüete min gebot.
Bauer, Zist.-Pred. Haller 
55, 276
(
tir.
,
1466
):
wenn man halten vnd pehueten ist seine gepot.
Vetter, Pred. Taulers
375, 38
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
498, 12
;
Rwb
1, 1457
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 486
.
Vgl. ferner s. v.  3.
8.
›jn. (auch z. B. eine Stadt) behüten, jn. / etw. kraft göttlicher Machtvollkommenheit in seiner religiösen, seltener physischen Existenz oder in einem gewünschten Zustand erhalten, schützen (meist von Gott, seltener von Maria, Engeln, teilweise in tropischer Redeweise gesagt)‹.
Phraseme:
behüte dich / euch got
(o. ä.);
sei behüt
;
behüte got
›Gott bewahre!‹.
Bedeutungsverwandte:
 7, (V.) 15,  35,  12, .
Gegensätze:
.
Syntagmen:
got
(meist)
/ engel
(selten)
jn
. (z. B.
den elenden
)
b., jn. bis an sein ende b., js. ere / jugend / leib b., die stat, das haus b., pforte und wal b
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 200, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
die engel, die hie mit uns wonent und uns dienent und uns behüetent.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2455
(
Köln
1497
):
Doch gaedes moeder, vnse vrouw, | Heeft yre port ind wall behoyt.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
162, 26
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Warakir rieff got an von gantzem hertzen / das er yne behüden wolle.
Reu, Süddt. Kat. 1, 
386, 36
 (
Ulm
1556
):
Gott segne vnd behüte vns, Er erleuchte sein angesicht vber vns.
Luther. Hl. Schrifft. 
1. Mose 28, 15
(
Wittenb.
1545
):
Jch [der HERR] bin mit dir / vnd wil dich behüten / wo du hin zeuchst.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
32, 23
(
Straßb.
1650
):
Behüte Gott! was schönes dings bilden wir uns von derselben [Welt] ein?
Goldammer, Paracelsus
6, 195, 2
(
1530
):
ir keiner wird sprechen: got geb euch gluck, oder: got behuet euch, oder: gesegne euch got, oder: helf euch got.
Anderson u. a., Flugschrr. 2, 
15, 19
([
Augsb.
]
1523
):
das himlisch wort gotes […] verdrieß teüffel oder menschẽ / habt kain zweifel / es wirt vns̃ auch behalten vñ behuͤtten.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 412, 7
(
Hagenau
1534
):
Gott behuͤtte euch / Gott beware euch. […] wenn wir von leutten scheyden / so brauchen wir diser wort / Got behuͤte euch Valete / Spar euch Got gesundt / Got bewar euch / Gott sey mit euch / Gott gesegen euch.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
11, 51
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
mit rosenvarbem plut | hat uns behut dein kind an fronem kreuz.
Ebd.
14, 47
:
behüet / dich got, trawt junkfrewlein | enphangen hast du die namen drei.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
39, 31
(
tir.
,
1464
):
hilff auf dem gefallen, pehüet den ëllenden vnd den waisen.
Qu. Brassó
4, 219, 21
(
siebenb.
,
1633
):
aber Gott hat die Stadt behüt, dass er [Michael Wayda] wiederumb mit Frieden ist hinaus gezogen.
Ebd.
5, 419, 13
(
1604
):
und einen bösen Willen han gehot, aber mit Gottes Hülf dennoch behut worden.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 58, 7
;
2, 401, 6
;
540, 14
;
720, 27
;
Frantzen u. a., Kölner Schwankb. 
1, 20, 4
;
Tiemann, a. a. O.
129, 13
;
33
;
Anderson u. a., a. a. O. 15, 
6, 21
;
Dubizmay, kurß zu Teutze
44, 10
;
Opel, Spittendorf
421, 25
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe 
20, 21
;
Vetter, Pred. Taulers
322, 28
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
201, 5
;
Roloff, Brant. Tsp. 
2102
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz 
37, 13
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
39b, 22
;
Henisch
253
;
Dietz, Wb. Luther
1, 237
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 486
;
Schweiz. Id.
2, 1796
.
Vgl. ferner s. v.  2,  7.
9.
›jn. (auch: sich, seine Zunge u. ä.) vor etw. (von außen Kommendem oder Selbstverschuldetem) bewahren, behüten, beschützen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1,  13.
Syntagmen:
jn. für / vor (dem) feind / teufel / brand / feuer / leide / misfalle / schaden / tod / übeltat / ungemach / unleumund / falsche / frevel / laster / murmeln / übel / zorn, (der) gefar / gewalt / hölle / kränke / pestilenz / welt / abgötterei / furcht / hochfart / ketzerei / missetat / sünde / vermessenheit b., jn. b., das […]
;
vor dem meine behüt (sein)
.

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch 
6663
(
rib.
,
1444
):
Dat behoidt yn dat he neit en werde bevleckt | Van roste noch mit sunden bedeckt.
J. W. von Cube. Hortus 
76, 29
(
Mainz
1485
):
der ist dar vor behut daz yne die [pestilentz] nit an kompt.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
186, 2
(
Frankf.
1535
):
Saltz behuͤtet den menschen vor feulung etzet auß vnnd verzeret faulfleysch.
Luther. Hl. Schrifft. 
Ps. 34, 14
(
Wittenb.
1545
):
Behüte deine Zunge fur bösem / Vnd deine Lippen / das sie nicht falsch reden.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
71, 5
(
Nürnb.
1548
):
lieber Herr / gibe ein gedultiges hertz / vnd behuͤte fuͤr murmeln / vnnd zorn.
Vetter, Pred. Taulers
106, 12
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
dise minnecliche vorhte, domitte sú behuͤt werdent vor den hindernissen […]. Das hat die vorhte von irs adels wegen, daz sú behuͤtet vor der welte.
Lemmer, Brant. Narrensch. 
26, 84
(
Basel
1494
):
jn vor vorcht des todes bhuͤt | Vor zorn / begyr / vnd boͤsem gydt.
Roloff, Brant. Tsp. 
2424
(
Straßb.
1554
):
Der würt behuͤt vor lastern und schanden.
Adrian, Saelden Hort 
4974
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
die [kinde] doch sint wunder tugenthaft, | lutzelig, zúhtig, raine, | behúet vor allem maine.
Maaler
56r
(
Zürich
1561
):
Daruor vns Gott treüwlich Behuͤt.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
135, 24
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
so wart behüetet ir sinlich bewegung von aller unordenlicher bewegede.
Henisch
254
(
Augsb.
1616
):
Behuͤt vns Gott vor solchem Haupt / Das selbst nit recht an Christum glaubt.
Rauwolf. Raiß
40, 10
([
Lauingen
]
1582
):
damit sie […] vor vnrhů vnd vberfall behuͤt vnnd bewart werden.
Klein, Oswald
3, 46
(
oobd.
,
1431
/
2
):
sant Johanns baptista, ward enthoubet | durch weibes räch, da vor uns Crist | behüt.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 32, 8
;
141, 3
;
173, 39
;
203, 138
;
209, 10
;
211, 9
;
252, 1
;
2, 391, 15
;
3, 101, 6
;
Große, Schwabensp. 
173a, 4
;
Meijboom, a. a. O.
4516
;
Chron. Köln
1, 5944
;
Rosenthal. Bedencken
27, 15
;
Dubizmay, kurß zu Teutze
65, 10
;
Reissenberger, Väterb.
5798
;
Feudel, Evangelistar 
72, 14
;
Luther, WA
35, 459, 17
;
Henschel u. a., Heidin
757
;
Gille u. a., M. Beheim 
22, 189
;
Reichmann, a. a. O.
80, 22
;
267, 8
;
Bihlmeyer, Seuse 
507, 17
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
759, 4
;
Päpke, Marienl. Wernher 
12710
;
Morgan u. a., a. a. O.
138, 29
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz 
42, 23
;
Wolf, Norm im sp. Ma. 
75,
M1, 72;
Piirainen, Stadtr. Sillein
36a, 1
;
Vgl. ferner s. v.  1,  2.
10.
›jn. (auch: sich) / etw. aufgrund der der handelnden Person oder Sache zur Verfügung stehenden Möglichkeiten oder Qualitäten in seiner Existenz oder Eigenschaft behüten, schützen‹ (mit Subj. d. P. / e. S. und sehr unterschiedlichem Obj. d. P. / e. S.).
Bedeutungsverwandte:
 3,  1,  8,  7, .
Syntagmen:
j. jn. b
. (oft),
sich b., j. die kirche / ere, das dorf / recht, den glauben / leib, das glied b., etw. die wunde b., helm / stein jn. b., baum die tauben b., krähen die wachteln b
.;
stat behüt sein
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 293, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Bittet des unsern lieben herren, daz wir unser sêle hazzen under dem kleide, als si unser sêle ist, daz wir sie behüeten in daz êwige leben.
Ebd.
2, 473, 3
:
ich bütte allen den leib darzů, das ich disen leib behuͤtte.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch 
4172
(
rib.
,
1444
):
Dich also zo wapenen in allen noeden | Sal dich dis helm wal behoeden.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
10, 19
(
hess.
,
14. Jh.
):
Dan sal ich unbewollen sin vor gode, ob ich mich behuden von mime unrechte.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob 
4798
(
omd.
,
1338
):
Wer verwindelt der vursten mut, | Von den diz volk sol sin behut.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
134, 18
(
Frankf.
1535
):
Epistrites ist ein glestennder rotfarber steyn / am hertzen getragen / behuͤttet den menschen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
289, 9
(
els.
,
1362
):
Die kirche ist mir enpfolhen zů behuͤtende, nút zů fúrgebende.
Cirurgia H. Brunschwig
35ra, 7
(
Straßb.
[
1497
]):
ein defensiuũ ob wenig der wunden vm̃ den arm geleit / da mit den arm behůt.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 2, 51
(
schwäb.
,
1471
):
Darumb er auch von mir gewert | Ist alles, das sein hertz begertt, | Damit mein Ere ist wol behůt.
Sappler, H. Kaufringer
23, 46
 (
schwäb.
, Hs.
1472
):
die statt ist nicht gar wol behuot, | wa man findt solich widertail.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 160, 27
([
Augsb.
]
1548
):
Die augen des Herren behuͤten gůten Rath / aber die wort des veraͤchter verkert er.
Ebd.
172, 11
:
Frumb und warhafftig sein / behuͤten den Künig.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. 
144, 24
(
oobd.
,
1349
/
50
):
des lewen vaizten mit rosenöl gemischt behüett des menschen antlütz vor flecken.
Ebd.
180, 15
:
der paum behüett die tauben mit seinen esten.
Klein, Oswald
86, 19
(
oobd.
,
1431
/
2
):
ir er ist ser behüt | durch Metzlin, Ketzlin, Kädrichin.
Bischoff, Steir. Landr.
154
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
wer sein recht nicht wol behüt hat, die mûgen alle nicht zewgen gesein.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
150, 13
(
1438
/
9
):
das dieselben dorffere […] in gutem schirme und fride gehalten und behut werden.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
96, 18
(
tir.
,
1464
):
da was der ersam Jeronimus pei in vnd hueb si v̈ber sich auf pei iren fuessen vnd pehuettet si die ganczen acht tag.
Rohland, Schäden
361
;
Cirurgia H. Brunschwig
24ra, 22
;
32vb, 24
;
Koller, Ref. Siegmunds 
113, 39
Var.;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin a. a. O. I,
11, 14
;
Pfeiffer, a. a. O.
182, 26
;
Bauer, a. a. O.
114, 22
;
Schmitt, Ordo rerum 
610, 14
;
Schöpper
1b
;
Rot
299
;
302
;
Dietz, Wb. Luther
1, 237
.
Vgl. ferner s. v.  4.
11.
als part. Adj. im Synt.
wol behut (an / von)
›bewahrt, beschützt hinsichtlich e. S. / gegen etw., ausgestattet mit etw.‹.

Belegblock:

Reissenberger, Väterb.
10285
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Im gab […] | Sin vater ein juncfrouwen gut, | Riche, schone und wol behut.
Ebd.
14218
:
Pimen, den vater gut, | An reinem leben wol behut.
Päpke, Marienl. Wernher 
102
(
halem.
,
v. 1382
):
Edel, schoͤn, minneklich | Was die raine werde gůt, | An allen eren wol behůt.
Rieder, St. Georg. Pred.
154, 2
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
won si waz gar wol behůt an zúhten.
Ebd.
222, 12
:
Zů dem andern male ist si [Maria] gelopt dar an daz si wol behůt waz. daz merkent wir dar an daz er sprichet daz der engel in gie. daz ist ain zaichen daz er si inne vant, und nit an der strasse.
12.
›jm. auflauern, jn. überfallen‹.
Wortbildungen:
behütung
6.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht 
2, 3, 33
(
Thorn
1584
):
Wy man richten sulle tzu eynem manne an eyner behutunge eynes andirn mannes elyche wyp. Wirt eyn man der do behutet vnde notiget eynes andirn mannes elych wyb begryffen.
13.
›etw. verstecken, verbergen; etw. verdecken; sich verbergen‹.

Belegblock:

Frantzen u. a., Kölner Schwankb. 
3, 660
(
Köln
um 1490
):
des wil ick in desem daghe by my nemen eyn mest
[›Messer‹]
unde behuden dat under mynen klederen.
Ebd.
758
:
do sad Marcolfus mede in der tafelen und hadde dre levendige muse in syner mouwen behod.
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
21, 67
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
ist dirs [frau] zue muett, | es dunkht mich guett, | wir sein behuett, | ich wil dich warlich nit melden.
Bobertag, Schwänke 
131, 10
(
Straßb.
1522
):
die frawen haben grose freiheit an dem rechten, kanstu es mit gelt behüten, so bistu wolfeil.
14.
›etw. verhüten, verhindern, abwenden‹.

Belegblock:

Chron. Köln
1, 379, 13
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
dat si doch eindrechtlichen einen nuwen hern (koiren), umb zo behoeden last, cost und verdries.
Matthaei, Minner. I,
8, 480
(Hs.
15. Jh.
):
zu allen dingen ist sie [bescheidenheit] gut | und senfftet und guͤdet, | vil schaden sie behuͤdet.
Bernoulli, Basler Chron. 4, 
264, 16
(
alem.
,
1445
):
do enit zů behuͤtten […], das niemand ussz dem slossz keme.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
381, 29
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz wir zwo gegengesast irrunge behüeten sülen.
15.
›sich in einer bestimmten Weise halten, verhalten‹.
Wortbildungen:
behütung
7.

Belegblock:

Große, Schwabensp. 
94a, 37
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
wel her sich rechte bewaren vnde behůten hin zů gotte.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel 
2, 412, 3
(
Straßb.
1466
):
IAcob der bot vnderweyst die heiligen priesterschaft von der v́bung der himelischen gebott vnd von der regel der gemein oder cristenlichen behútung.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
30, 14
(
tir.
,
1464
):
die wittiben vnd die waisen haim zu suchen in irem trüebsal vnd sich pehüeten vnuermailigten vor diser welt.