begeren,
das
;
-s/–
;
vgl. das Bedeutungsfeld von und (V.).
1.
›erotisches Verlangen, Begehren‹;
zu (V.) 1.

Belegblock:

Goldammer, Paracelsus
7, 178, 25
(
1530
):
gottes ordnung mehr achten und halten dann der natur begeren.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
109, 34
(
tir.
,
1464
):
vnd er [pöser geist] ward doch an dem lesten erhört nach seinem pegern.
2.
›Speise, Essen als begehrtes Ziel des Hungers‹; zu (V.) 2 mit hinzukommender Metonymie.

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk.
236, 21
(
halem.
,
1530
):
Also bracht man im sin begeren. Also namm er daz schwartz brot.
3.
›natürlicher Wunsch, natürliches Verlangen, Wille‹;
vgl. (V.) 5.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim 
79, 180
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das ain macht er [hafner] czu eren, | das ander machet er czu smǎch | nach seim fursacz, willen und auch | gevallen und pegeren.
Rupprich, Dürer
1, 30b
, 184 (
nobd.
,
1524
):
sein höchst begehren war, daß er seine kinder mit zucht woll aufbrechte.
Maaler
53v
(
Zürich
1561
):
Etlicher Begaͤren vnd will gnůg thůn vñ willfaren.
Rauwolf. Raiß
22, 26 
([
Lauingen
]
1582
):
die eylten bald seinem begerẽ [das sie vns vberfielen] gnůg zuthůn.
Diefenbach
535a
;
Schwäb. Wb.
1, 761
.
4.
›Forderung, Anliegen‹;
vgl. (V.) 68.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Wopfner, Bauernkr. Tirol
44, 8
(
tir.
,
1525
):
der versatzŭng oder affterzinß ist etlicher begern.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
201, 19
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Lasst ainem redn, das wir versteen mugn ewr begern.
Rot
340
;
Rwb
1, 1414
.
5.
›Einsicht e. P. in Sachzusammenhänge‹;
vgl. (V.) 7.

Belegblock:

Cirurgia H. Brunschwig
19
va, 12 (
Straßb.
[
1497
]):
die hinder teil der scheren zů samẽ getrügt witer zů sniden nach dinẽ begeren.
6.
›Wunsch nach etw., Bitte, Ersuchen um etw. als Geschenk, Entgegenkommen; Gnadengabe‹;
zu (V.) 8.

Belegblock:

Opitz. Poeterey
47, 31 
(
Breslau
1624
):
Ein bildt / ein ausserwehltes bildt | Ersaͤttigt alles sein begehren.
Chron. Augsb.
9, 156, 2
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
were ir als der gesanten in namen […] ainer erberen gmaind diemietig bitt und begeren.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. 
139, 7
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
das gschloss war im williklich und an sein begern geben.
v. Birken. Erzh. Österreich
79, 8
.
7.
›innerhalb eines geregelten Sozialbereichs, vor allem vor Gericht, vorgetragener Antrag, der Verhaltensgewohnheit entsprechendes Anliegen‹;
vgl. (V.) 10.
Bedeutungsverwandte:
 1, .
Syntagmen:
js. b. antragen
;
b. des erbfals
(Gen.obj.),
b. des klägers / prokurators / probstes, der parteien
(jeweils gen. subj.);
b., zu […]
;
auf / aus js. b., bitliches / gerichtliches / ziemliches b
.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
137, 5 
(
Worms
1499
):
Es were dann vff begeren oder forderung eins Erbfals.
Laufs, Reichskammergo.
120, 19
(
Mainz
1555
):
soll den partheyen ihre originalbrieff auf ihr oder ihrs procurators begern wider gegeben werden.
Ebd.
250, 14
:
ime uff sein begern acta ad exscribendum communicirt […] werden.
Chron. Augsb.
7, 317, 24
(
schwäb.
, zu
1558
):
Als uns jüngst etlich […] articl aus begern des probsts […] zuͤgestelt worden.
Memminger Chron. Beschr.
15, 29
(
Ulm
1660
):
nach dem er nun auff Begehren im Jahr 1592. seines Ampts entlassen worden.
Zingerle, Inventare 
53a
, 33 (
tir.
,
1495
):
Auf sölich […] begern haben wir dasselbig […] innuentuaripuechl […] abzeschreyben […] bevolhen.
Köbler, Ref. Nürnberg
87, 25
;
ders., a. a. O.
56, 24
;
ders., Stattr. Fryburg
62, 20
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
35, 1
;
61, 11
;
Rwb
1, 1413
.
Vgl. ferner s. v.  22,  1,  1.
8.
›Heilstat (Christi); religiöses Trachten‹;
vgl. (V.) 12.

Belegblock:

Mayer, Folz. Meisterl. 
4, 167
(
nobd.
,
v. 1496
):
Dar mit er prach | Das teufflisch yn geniste, | Ein trost profetischer begern.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul. 
2, 2236
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
das sú nv́t enwellent danken noch loben got, vnd sú hant weder bekennen noch minnen, noch bitten, noch begeren.
Klein, Oswald
7, 18
(
oobd.
,
1431
/
2
):
des seist [herr] gelobt durchleuchtig klar, | nach deim begeren bin ich willig zwar.