1
base,
die
;
-n/-n
;
zu
mhd.
base
›Schwester des Vaters‹
().
1.
›Schwester des Vaters, Tante väterlicherseits‹; ein Teil der hier zugeordneten Belege kennt zwar die Unterscheidung von
base
und
mume
, deren Interpretation als ›Vater-‹ vs. ›Mutterschwester‹ ist aber nicht immer sicher: Beide Ausdrücke können je nach Kontext auch als synonym aufgefaßt werden.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. 
166, 22
(o. O. o. J.):
Sie fürens dann mit in hinin, | Die ein ist ir mům, die ander ir beselin.
Voc. inc. teut. s
ijv
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Pasen wl. mumẽ Cõsanguinea. i. amica carnalis.
Luther, WA (
1531
):
Viel mehr sind darnach bruder geheissen worden, die do Vettern, Muhmen, basen gewesen sind.
Köbler, Ref. Nürnberg
277, 14
(
Nürnb.
1484
):
Wo yemant andern seinen frewnden. als bruͤdern schwesstern. vettern. Oheimen. můmen. pasen. vñ dergleichen personen. auf die seitten gefrewndt.
Leisi, Thurg. UB 5, 
850, 28
(
halem.
,
1351
):
und gab da Eufemiun, sin basen, sines vatters saligen schwoͤster, sinen zehenden.
Leisi, Thurg. UB
6, 68, 1
;
135, 10
;
Mylius
H 5v
;
Schmitt, Ordo rerum 
79, 8
;
Voc. rerum
19v
;
Wmu
145
;
2.
›Tante, weibliche Verwandte zweiten Grades unabhängig davon, ob die Verwandtschaft von väterlicher oder mütterlicher Seite her besteht‹.
Bedeutungsverwandte:
 2,  1.

Belegblock:

Alberus
bb ijv
(
Frankf.
1540
):
Cognara […] ein mum̃ / wase / base / nifftel.
Maaler (
Zürich
1561
):
Baß / des vatters schwoͤster. Amita. Baß der můter schwoͤster. Matertera.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Baß / muhme / deß Vatters schwester /alijs amita in specie, patris mei soror […]. Baß / der Mutter schwester / matertera matris soror.
3.
›Cousine, Tochter des Onkels oder der Tante, Geschwisterkind‹ sowie ›Nichte, Tochter des Bruders oder der Schwester‹; die beiden Belege bei
Köbler
sind nicht eindeutig interpretierbar, der Beleg bei
Leisi
meint ›Nichte‹.

Belegblock:

Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
Weñ aber das erst abgestorben Eegemechd […] dhein sipfründ / als vatter / můtter / großvatter / großmůtter / brůder vnd schwestern / vetter vñ basen / biß in das vierd glid […] nach sinem tod verließ.
Was ledige kind erben wo nit eelich geschwüstrigt / dero kind / vetter oder basen vorhanden sind.
Leisi, Thurg. UB 7, 
605, 15
(
halem.
,
1387
):
das ich, […] wegen schwester Klara Wismanin, liblichen dochter mines bruoders Burkhardt Wismans sellicher, […] abko [!] bin, das ich, […], denen klosterfrowen […] den tritten theils zechenden […] als ein eigenthum für das erbtheil und usstür miner lieben bas Klara Wismanin uberlasse.
v. Keller, Amadis ;
Merz, Urk. Wildegg
114, 4
;
Wmu
145
;
4.
›weibliche Verwandte generell, d. h. unabhängig von der Art des Verwandtschaftsverhältnisses‹.

Belegblock:

v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
bedacht sie sich, zur verhäligung dieser jhrer handlung, jrer Basen ein heimzusuchen.
Thiele, Minner. II, 
13, 87
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
hett eynr zu Wien ein basenn, | so sprech er bald, sie wer sin muter zwar, | und wolt zu Koln ein heiltum uß ir machen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
sampt einer grossen mänge Verwandter, Schwäger, Vettern vnd Bäslen.
Adomatis u. a., J. Murer. Hest.
1089
(
Zürich
1567
):
lůgend zů was das bedüt | Wie leitlich stellt sich unser Baß.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
vor vasnacht heẅr | Sach ich dich in deiner Basen hus.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
die was am ersten sein schwesterlin, wolt sich nit reymen, darnach was sy sein beßlin, reymet sich aber nit, am letzsten nam er sy zu aynem weweyb
[›Ehefrau‹].
Thiele, a. a. O. II, 
18, 67
;
Koppitz, Trojanerkr. ; ;
Adrian, Saelden Hort 
2873
;
3020
;
Leisi, Thurg. UB
6, 689, 22
;
Boos, UB Aarau ;
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 261, 10
;
Boner, Urk. Aarau 
464, 3
;
566, 3
;
740, 4
;
785, 2
;
876, 5
;
Niewöhner, Teichner 
536, 40
;
Dietz, Wb. Luther ;
5.
phras. (am ehesten an 4 anschließbar):
da ist weder vetter noch bäsel
›da gibt es keine Vetternwirtschaft‹;
jm. geht etw. an der basen herz
›etw. berührt, kümmert jn. nur wenig‹.

Belegblock:

Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
das es in der Hölle […] besser hergehe, […]; da ist weder Vetter noch Bäsel, weder Vorzug noch Vorschub, weder Gunst noch Ansehen der Person.
Schlosser, H. v. Sachsenh. 
5995
(
schwäb.
,
1453
):
Das gieng mir an minr basen hercz.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Würtemberg gieng es an der basen herz, der sahe durch die finger und het haimlich wol leiden megen, das denen eingesperten paurn die haut […] were abgezogen worden.
es gieng dem bischof an der basen herz, war im nit hoch an der sach gelegen.
6.
›Geliebte, Frau mit lockerer Moralauffassung‹ (in den Belegen ohne Abwertung).
Bedeutungsverwandte:
 2, ; vgl.  2.

Belegblock:

Lichtenstein, Lindener. Katzip.  (o. O.
1558
):
walfaren […] hat grossen nutz gehabt, […] für die gůten bäßlein, die nit gern fromb sein.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
nam der prediger daselbst sein magt ach zu der we
[›Ehe‹],
was vormals sein beßlin gewesen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Baͤse / bäßle / (die) bul / amica, amicula.
Bremer, Voc. opt.
3029
;