V., unr. abl.,
auch regelmäßig, Part. Prät. häufig ohne
Präfix.
2.
in phrasematischen Wendungen für obrigkeitlich festgelegte Feiertage bzw. deren Vorabende belegt; für diese Tage galten zahlreiche rechtliche Gebote und Verbote, sowie die Verpflichtung, die Messe zu hören.
Zur rechtlichen Relevanz vgl.
.
Obd.
Phraseme:
bannen / gebannen tag; bannen / gebannen feiertag; gebannen abend / feierabend
›obrigkeitlich festgelegter Feiertag bzw. Vorabend eines Feiertages‹.
Bedeutungsverwandte:
2,
.
Belegblock:
1 fischwasser [...] ertregt jerlichen [...] alle gebannen vastag und in der Vasten [...] einen dinst.
Merk, Stadtr. Neuenb.
(
nalem.
,
1462
):
sollent die von Zungken die vischweid uf gebannen virtage [...] miden.
Geier, Stadtr. Überl.
(
nalem.
,
A. 16. Jh.
):
Ir werden schweren, das brott zů schowen in der becken heuser alle tag durch das ganz jar, am morgen und an 12 potten oder andern gebannen aubenden.
Lemmer, Brant. Narrensch.
95, 3
(
Basel
1494
):
Die [burger] all jr sachen / vnd jr werck | Sparen alleyn vff gbannen tagen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
(
halem.
,
1498
):
sol niemand an gebannen viraubend nach vesper und och an gebannen virtagen vor dem ampt weder karten noch spilen.
Müller, Nördl. Stadtr.
(
schwäb.
,
um 1446
):
er sol auch kainen wein visieren in den kelern on zu winterszeiten, so es usserhalb der keler nit gesein mög von keltin wegen. es were dann das die nacht an einen bannen abent begriffe, so mag man sie wol erlauben inzulegen.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
(
schwäb.
,
v. 1542
):
burger, [...] die verachten yre bott und arwayten an den bannen tagen, und nemlich Marie Magdalene, die straft man mit gefencknuß.
Barack, Zim. Chron.
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
du solt alle gepannen täg ain gesungen ampt und vesper und predig hören.
das merthails uf allen bannen feirtagen der kirchenfane in procesione umb wurt getragen.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
(
schwäb.
,
1556
):
Es soll an den Sonntagen und andern gepannen feyrtagen niemand kain wercktäglich geschäft volfiern.
Der den andern bluetrißig [...] schlaget [...], der ist so es bei tag geschehen, zue straff verfallen [...] 1 fl. 51 kr. 3 hlr., bei nachts und an gepannenen täg aber solle er bezahlen 3 fl. 42 kr. 6 hlr.
7.
›ein öffentlich zugängliches oder in eine Allmende gehörendes Gebiet mit Nutzungseinschränkungen oder -verboten belegen; (ein best. Gebiet, einen Fischfangplatz) für sich reservieren (indem man den Zugang für andere sperrt)‹ (Sachangaben dazu bei
); bei Wildbeständen: ›die Jagdrechte einschränken‹;
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2.
Syntagmen:
die weide, den zug / se / wald / hau, die eicheln / wiesen / weiden / eschen / auen / hölzer / zelgen b., banwart das feld b.
(möglicherweise: ›hüten‹),
dem vieh / den rossen die häue b.
;
auf dem eis, sommers zeit b.
; subst.:
das b. betreffen
;
gewild bannen sein
;
gebanter forst / wald, gebannen wiesen / gras / haberweisch.
Belegblock:
so einer mit einem wagen in der gemein gebanten welden far, die straf zehen ß. heller.
[Die dorfmeier und der knecht] sond ouch ir zelg twingen und bënnen [...] und ir weid sond si bannen [...] si mugend ouch ir eichlen bannen.
Leisi, Thurg. UB
5, 272, 25
(
halem.
,
1349
):
Wan sol ǒch den hǒ wider banan, wen dz holz dar ab kunt.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
(
halem.
,
1525
):
vermainent ain gemaind das, das hoch und nider gewild jederman fryg und nit pannnen sin, sonder ain jeder das, wie ainer mag, vahen soll.
Merk, Stadtr. Neuenb.
(
nalem.
,
1681
):
wann einer bahnen will auf dem eis oder auch sommers zeit, der mueß ein schiff haben sambt rueder und riemen, ein flößhöff und ein garn [...], und wer das nicht hat, der hat kein gerechtsambe zuem waßer
[für diesen Beleg ist semantische und ausdrucksseitige Interferenz mit
banen
anzunehmen].
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 142, 28
(
schwäb.
,
1551
):
Sollen die zwayer macht und fueg haben, die ösch, wisen und auchtwaiden jederzeit zu pannen.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
(
schwäb.
,
1594
):
Es mögen auch die mayer [...] uff dem Grien [...] oder anderer allmaind iren vich ein monat lang ein waid bannen.
die gebannen wüsen, korn und haaberweisch [...] von iedem haubt roß und vich so ungefahr darein kombt 1 ℔ hlr.
Leisi, a. a. O.
5, 282, 1
;
Gehring, a. a. O.
3, 412, 17
;
429, 15
;
550, 13
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 10
;