banmeile,
die
;
-n/–.
›Entfernung, bis zu der ein bestimmtes Bannrecht galt und ausgeübt wurde‹; in der Wendung
eine banmeile weges
auch als Längenmaß gebraucht; phrasematischer Gebrauch könnte in den Wendungen
binnen / inwendig einer banmeilen wegs
›im Umkreis von einer Bannmeile‹ gegeben sein; metonymisch: ›Gebiet, innerhalb dessen ein bestimmtes Obrigkeitsrecht galt und ausgeübt wurde‹;
vgl.
2
 123.
Wmd.; vorwiegend Rechts- und Wirtschaftstexte.
Zur Sache (insbes. zur Funktion der Bannmeile im Gewerbe- und Wirtschaftsrecht):
Hrg
1, 315/6
;
Lex. d. Mal.
1, 1420/1
;
Bader, Dorf als Friedensbereich.
1957, 238
ff.
Bedeutungsverwandte:
vgl. vgl.
2
 5.

Belegblock:

Lau, Qu. Neuß
78, 32
(
rib.
,
1360
):
geven [...] allen den burgeren [...] der stat [...] stede geleyde [...] in unse stat [...] bynnen onsen gericht of banmile.
Chron. Köln
2, 106, 22
(
rib.
,
1. H. 15. Jh.
):
we de stat belent is van eime keiser [...], dat si schirm haben sollen umb Kolen zu wasser und zu lande ein banmile, und dat si auch nemantz uberbuwen solde binnen der banmile zu wasser of zu lande.
Rudolph, Qu. Trier
401, 13
(
mosfrk.
,
1443
):
daz sy mit irem geburlichem vehe durch zulaissung u. f. gn. vurfaren selig den lanchalm geetzet eyn bann myle wegs umb die stat Trier sunder der lude schaide.
Ebd.
130, 20
(
1593
/
4
):
Es sollen sich alle vorhoecker [...] darauf acht nehmen [...], nicht vor gebührlicher zeit [...] alles aufkaufen, verhoecken, heimlich bestechen, sowohl in als aus der stadt binnen einer bahnmeilen weegs.
Koeniger, Sendgerichte
292, 29
(
mosfrk.
,
1607
):
weist man dem herren dechen dritthalbes malter habern, ein banmeil wegs zu berg oder zu thal zu fahren.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 19, 22
(
hess.
,
1355
):
Auch hant unsir aldern daz recht gehabit umb die uzbeckir, die in der banmyle sazsen, um willichen phen.
Ebd.
362, 20
(
1551
):
wer da keuffet samentkauff, [...] hie in der stad Franckefurt oder in der bannemile.
Foltz, UB Friedb.
1, 391, 11
(
hess.
,
1389
):
hant der burgman und yr knechte [...] kauflude mit yrn karn und kaufmanschaft in des richs und unsern befange und in der bannemile offgehalden, enweggedriben und geforit.
Rudolph, a. a. O.
34, 4
;
233, 6
;
Aubin, Weist. Köln/Brühl
79, 25
;
Schmidt, a. a. O.
192, 8
;
Dief./Wü.
156
;
Rwb
1, 1218
.