baldrian,
der
;
zu
mhd.
baldriân
, dies aus
mlat.
valeriana
(
Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
1993, 90
).
›Baldrian, Valeriana officinalis‹; das aus der Wurzel der Pflanze gewonnene Öl diente als Heilmittel (zur Beruhigung und Krampflinderung, auch gegen die Pest), die Pflanze selbst wurde u. a. zur Herstellung von Fischködern verwandt.
Zur Sache:
Hwb. dt. Abergl.
1, 854-856
;
Lex. d. Mal.
1, 1365/6
;
Marzell
4, 990-1000
.
Wortbildungen:
baldriankraut.

Belegblock:

Voc. inc. teut. s
iv
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Baldrian Valeriana ẽ q̃ dã herba katzẽlieb.
J. W. von Cube. Hortus
117, 17
(
Mainz
1485
):
Serapio spricht auch daz cubeben glichen in der artzny der baldrian.
Lichtenstein, Lindener. Katzip.
75
(o. O.
1558
):
haußrath, säwdreck, knobloch, leck der magdte das arßloch; hast du nit gnůg daran, nimb entzian und pastrian, vermisch es mit eim kelber-dreck.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
186, 23
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Nim unslet von einem zigenbocke und gestoßene bohnen, baldrian und mastix, mische das durch einander, mach kuchlein daraus und thue sie in die reusen.
Haage, Hesel. Arzneib.
4v, 11
(Hs. ˹
noobd.
/
md.
,
E. 15. Jh.
˺):
Welcher mensch hat die swintsucht, belt ir im das thuen, maister, pusz, so nempt sinau, garaffelen, paldrian und seud das in ainem pier.
Fastnachtsp.
215, 31
(
nobd.
,
v. 1486
):
Das sich die seu wurden umb in reiben, | Als umb den paldrian die katzen.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 90, 4
(
halem.
,
n. 1648
):
baldriakraut vnd wurtzen / samethafft.
Henisch
174
(
Augsb.
1616
):
Baldrian / Valerian / katzen wurtzel / groͤsser deñmarck / augenwurtzel / wendwurtzel / welscher baldrian / wilder Calmus / Tiriackskraut / speerkraut / S. Joͤrgen kraut.
Eis, Gottfr. Pelzb.
177, 1
(
öoobd.
,
1. H. 16. Jh.
):
Jch han gehoͤrt, wer poldrian außprennt vnd geus das wasser jn trueben wein, der wurt lautter.
A. à S. Clara. Deo Gratias
23, 23
(
Wien
1680
):
lauter hocherfahrne Maͤnner eignen den Kraͤutern und Wurtzeln [...] Baldrian / Angelica, Vorragen ec. solche starcke Wuͤrckung zu / daß sie nemlich gut und heylsam seyn fuͤr die Pest.
Ermisch u. a., a. a. O.
79, 16
;
80, 23
;
189, 35
;
Keil, Peter v. Ulm
111
;
Gleinser, a. a. O.
47
;
Rauwolf. Raiß
10, 9
;
Weitz, Albich v. Prag
179
;
Diefenbach
605b
;
Brack
d 9v
;
Alberus FF iiijv;
Golius
382
;
Dief./Wü.
152
;
Trübner, Dt. Wb.
1, 219
;
Vorarlb. Wb.
1, 223
;
Lehmann, Rezeptb.
150
.