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bagen,
V.;
Flexion aus den Belegen nicht sicher erkennbar, eher regelmäßig;
zu
mhd.
bâgen
›streiten‹
().
– Älteres und mittleres Frnhd.; nahezu ausschließlich Verstexte (oft didaktischen Inhalts).
›miteinander streiten, einander ausschelten, laut anschreien; laut schreien, schimpfen, fluchen; etw. laut verkünden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8,  2,  5,  1.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
18, 287
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
fast widerstellen, striben, streben, | bagken, blegen, ringken, rancken, | kropff stossen und winken, | wancken, | des hůb sich vil.
Ebd.
24, 65
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
her baight sich jegen jonck ind alt.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Er antwert allen aen fragen | Und dut sins urteyl bagen.
Gille u. a., M. Beheim
287, 13
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Auff dein barmherczikait ich bag | grasses geding und haffnung trag, | in solchem trost ich brang und brag.
Ebd.
453, 22
:
Also viengen sy an zw hant | auff die von Triest, [...], | Mit kriegen und urlagen, | grossem pochen und pagen.
Jaksche, Gundacker (
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
do begunden die juden pagen, | daz si nigen gegen Christ.
Niewöhner, Teichner
44, 32
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
wirstu geslagen | an den hals, du solt an pagen | daz ander wang auch chern dar.
Ebd.
309, 5
:
wann ez dan ans gelten gat, | so begint er mit im pagen.
Weber, Füetrer. Poyt.
236, 2
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Seydt ir kummen durch pagen, | reitt, do ir vnns seit verre, | oder euch wiert hie ain packen straich geschlagen.
Munz, Füetrer. Persibein
239, 4
(
moobd.
,
1478
/
84
):
‘diss zimpt aim prödem weibe’ | sprach Persibein, ‘paid, pagen vnnd auch schellten, | dy sich mit mannes wer nicht mügen rechen’.
Niewöhner, a. a. O.
100, 15
;
103, 19
;
386, 70
;
394, 80
;
439, 42
;
Chron. baier. Städte. Mühld.
400, 13
;
16
;
v. Bahder, Wortwahl.
1925, 123
.