bache,
der
;
-n/-n
;
zu
mhd.
bache
›Schinken‹
(Lexer
1, 109
).
1.
›Seite des geschlachteten Schweines, Speckseite; Schweineschinken‹; vereinzelt metonymisch für das Material: ›Speck‹; auch ütr. auf das Seitenstück anderer Tiere, z. B. von Ziegen, großen Fischen. In einer Reihe von Belegen ist nicht sicher erkennbar, ob ein Teil des geschlachteten Tieres oder das Tier selbst gemeint ist (vgl. 3).
Phraseme:
die wurst an den bachen werfen
(›mit kleinem Einsatz Großes zu gewinnen suchen‹; vgl. Wander
5, 466-472
mit den Nr. 33; 38; 77; 80; 90; 100; 110; 113; 120; 121; 125), dazu entstellt:
die wurst in einen bach werfen
(vgl. Schweiz. Id.
4, 963
; a. 1470);
als die maus einen bachen trüge, das die katze einen bachen brächte
(jeweils für etw. höchst Unwahrscheinliches; vgl. Wander
5, 469
, Nr. 52).
Bedeutungsverwandte:
 1, ; (für die Materialbezeichnung:) , , , ; (teilweise im Orientierungsfeld von:) , .
Syntagmen:
den / einen b. machen / salzen / aufhenken / kaufen / stelen / nemen / verkaufen / verschneiden
(›zum Verkauf kleinschneiden‹)
/ schenken / verschossen
(›steuerlich veranschlagen‹),
den b. auf die wage legen
(›verkaufen‹);
b.
(Subj.)
im rauch hängen
;
etw. mit b. schmalzen, von dem b. etw. abschneiden, von einem b. etw. geben
;
b. vom schwein, b. schweinen fleisch
;
grosser / kleiner / gesalzener / roter
(›gedörrter‹)
/ schweinener / geissener b.
Wortbildungen:
bachstük
,
bachenstük.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
211, 4
(
preuß.
,
1380
):
50 flicken fleisch, 5 bachen, 3000 kese, 1 tonne pottir.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 60, 28
(
md.
,
1322
):
Bachen unde allez vleisch schol man verschozzen nach sinem werde.
Ebd.
142, 28
(
1415
):
Von eynem bachin eynen pfhennync, von der sytin eyn scherf.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 148, 9
(
rib.
,
1465
/
um 1500
):
dat gein underkeufer flicken noch baicken machen en sall, umb de vort zo verkoufen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
31, 26
(
thür.
,
1474
):
Waz darobir an farnder habe ist, eß sy an getreydich, bachen, pherde, kuhe unde ander desglichen, daz gehort alles zcu erbe.
Ermisch, Freib. Stadtr.
246, 23
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Durch daz iar mac ein iklich man wol hervuren unde brengen bachen unde siten unde schulderen unde hammen.
Mayer, Folz. Meisterl.
40, 33
(
nobd.
,
v. 1496
):
Dor umb wurff ich die wurst wol an den pachen.
Sachs
17, 46, 15
(
Nürnb.
1553
):
So wil ich dir ein bachen schencken, | Den besten, der im hauß thut hencken.
Ebd.
396, 16
(
1563
):
[man] schmaltzt das kraut mit iren bachen, | Darmit man schmirt die hungring rachen.
Ebd.
407, 32
:
Als man die [säw] eingesaltzet hett | Und die bachen auff-hencken thett.
Bell, G. Hager
616, 1, 13
(
nobd.
,
1622
):
Ein man von einem Hoch zeit mal | Kam; [...] | Hett vil Bacin im sack be reit.
Thiele, Minner. II,
13, 91
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
wer mich da mit [heiltum] bestricht, | ich swig, als drug ein muß vor mir ein bachen.
Barack, Teufels Netz
13256
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
So klimpt er [bur] unders dach | Und wirft herab würst und bachen.
Welti, Stadtr. Bern
497, 6
(
halem.
,
1437
):
were ouch, das deheiner mit geuerden mer swinen in sin hus schluͤgi denn er bedoͤrfte, vnd deheinen gesaltznen bachen verkoͤfte.
Qu. Schweiz. Gesch.
1, 141, 27
(
halem.
,
1470
):
Do wurdent sy Berner, [...], übergabend die hochgricht, domit sy sicher werend und das überig behieltend, und warfend, wie man spricht, ein wurst an ein bachen.
Müller, Stadtr. Ravensb.
171, 10
(
oschwäb.
,
1388
):
daz si von ainem swin nichtz uf die waug legen sond denn die schultern, den bachen und den ruggen.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 8, 184
(
schwäb.
,
1471
):
[Du] Mainst, ich wöll also versitzen, | Bis das ich mich bedächt, | Das mir ain katz ain pachen prächt.
Ebd.
72, 103
:
[du] sitzt vff ainem predigstůl | Da dich dein můter tett zu schůl, | Sy gab für dich ain gaissin pachen.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
21, 10
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Die besetzungen waren mit aller noturft versechen mit fast gutem geschitz, bulver, [...] schmaltz, saltz und ful schweiner bachen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
182, 13
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
wan die armen lewt muesten geben gellt, traid, schweinen, pachen, smalltz, spicerey, pfeffer, spenat, hew und strew.
Deinhardt, Ross Artzney
68
(
oobd.
,
1598
):
So sol man ain viertl aines bachen nemen vnd das also schneiden, das der speckh auf der schwarten bleibt.
Rechn. Kronstadt
3, 313, 43
(
siebenb.
,
1552
):
vor 2 speinn vnnd vor 1 Bachen hŭn ich gebenn fl. 4 asp. 37.
Ziesemer, a. a. O.
613, 13
;
ders., Marienb. Ämterb.
136, 20
;
Bergmann, Ambr. Liederb.
142, 33
;
Thiele, Minner. II,
18, 115
;
Helbig, a. a. O.
2, 134, 3
;
142, 28
;
Schnelbögl, Salb. Karls IV.
67, 14
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
23, 30
;
Pfeiffer, Frk.-bay. Landfr.
169, 28
;
301, 11
;
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
111, 26
;
Mon. Boica, NF.
1, 559, 3
;
Fastnachtsp.
575, 25
;
576, 27
;
Chron. Nürnb.
2, 211,
Anm. 1;
Sachs
14, 222, 2
;
17, 149, 5
;
Wiessner, Wittenw. Ring.
753
;
5969
;
Müller, Nördl. Stadtr.
111, 25
;
ders., Stadtr. Ravensb.
239, 26
;
Österley, Steinhöwels Äsop
214, 33
;
Chron. Augsb.
2, 34, 30
;
Zingerle, Inventare
41b, 34
;
136b, 26
;
140b, 25
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
119, 14
;
Rössler, Stadtr. Brünn
374, 25
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
81a, 21
;
Rechn. Kronstadt
3, 24, 35
;
53, 7
;
Rechn. Hermannst.
366, 16
;
384, 46
;
Bremer, Voc. opt.
13255
;
Schmitt, Ordo rerum
180, 5
;
Voc. inc. teut.
r viijv
;
Wmu
135
;
Scherzius
83
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
19
;
Schwäb. Wb.
1, 554/5
;
562
;
6, 1577
;
Schweiz. Id.
4, 963
;
Vorarlb. Wb.
1, 213
;
Öst. Wb.
2, 22
;
Schmeller/F.
193/4
.
2.
›Schulter des Menschen; Hintern‹; Ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  3.

Belegblock:

Tittmann, Schausp. 16. Jh.
1, 198, 743
(
Bern
1551
):
Satan, nim in ouch zuhanden, | gleg im sin unnütz gschwetz und lachen, | mit hellschem füer im schmalz den bachen.
Wackernell, Adt. Passionssp. Br. II,
2503
(
tir.
,
1551
):
Reckh im sein arm von dem pachen, | Das im all seine Adern krachen.
3.
›schlachtreifes Schwein‹; totum pro parte im Verhältnis zu 1.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. , ,
1
.
Syntagmen:
einen b. halten / ziehen / stechen, jm. einen b. schenken / nemen, einen b. von der stat füren
;
b. jm. entgehen
;
feister b.
(mehrmals).
Wortbildungen:
bachspek
(möglicherweise auch zu 1 gehörig).

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 134, 21
(
rib.
,
1410
/
27
):
suillen van einem freischen rinde haeven 8 s. [...] und van einem baichen 3 s. und van einem gepluckden verken 2 s.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 93, 153
(
Frankf.
1557
):
Schoͤne Frawen vngebeten, | Ein feister Bachen vngestochen, | Reiffe aͤpffel vnd vngebrochen, | [...] | Jst alls wider Natuͤrlich art.
Hoffmann, Würzb. Polizeisätze
49, 20
(
nobd.
,
1341
/
2
):
Ez sol auch nieman keiner slahte vihe triben oder bachen, durre fleisch oder fische fuͤren von der stat.
v. Keller, Ayrer. Dramen
1633, 27
(
Nürnb.
1618
):
Weil wir etliche Seu gefangen, | Wie wol der Bach ist uns entgangen.
Barack, Teufels Netz
1745
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Also tuond si iren herren verkouffen. | Si ziehend all vaiste bachen: | Das mugen wir tüfel wol gelachen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
173, 24
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Sy namen den armen lewten, [...], oxen, khue, frischling, pachen, smalltz und kes.
Kurz, a. a. O.
90, 21
;
v. Keller, a. a. O.
1642, 30
;
Dirr, Münchner Stadtr.
234, 18
;
Henisch
170
[166];
Stieler
1, 73
;
Schwäb. Wb.
1, 554
;
Schweiz. Id.
4, 963
.
4.
wohl: ›aus Schweinsleder bestehende Sandale, nach oben offener Schuh‹; Metonymie zu 1.

Belegblock:

Bremer, Voc. opt.
17147
(
wobd.
,
15. Jh.
):
Patitus patitlin [...] patitli [...] paͤch [...] bittitli [...] suggel [...] pach [...] paticli [...] spargulcz [...] sockelen.