bösewicht,
böswicht,
der
;
–/-e
, auch
-er, -Ø
.
›böser Mensch, Übeltäter, Bösewicht‹.
Bedeutungsverwandte:
 3, , (
der
), , , , , .
Syntagmen:
ein alter / grosser / meineidiger / mordlicher / treuloser / unreiner / unsinniger / untüchtiger / unverschämter / vermessener / verwegener b
.
Wortbildungen:
böswichtbube
;
böswichtsbauer
,
böswichtshals
,
böswichtspfaffe
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
7681
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
des vroit sich ouch der boͤsewicht, | daz er hatte ûfgericht | den cristnen sulche ubirlast.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
893
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Do vorriet en der arge wicht | Lucifer, der alde beswich.
Ebd.
6920
:
Des wart der riche bosewicht | Geworfen in des todes grab.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 131, 8
(
Köln
1582
):
Greiff an die boͤsewicht, | Stoß sie hinaus mit starker hand.
Wyss, Limb. Chron.
32, 28
(
mfrk.
, zu
1349
):
so vurloren si doch alle samet iren geistlichen sin [...] unde machten sich selber zu schelken unde zu bosewichten.
Anderson u. a., Flugschrr.
15, 13, 25
([
Worms
1521
]):
Nun ist disser Bapst auch zů ainem boͤßwicht an mir wordñ.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
126, 20
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Du schalck vnd du bosewycht / du solt dynen lon han.
Froning, Alsf. Passionssp.
3440
(
ohess.
,
1501ff.
):
er moget wol alle syn boßewicht, | das er mit sehenden augen jo wollet syn blynt.
v. Keller, Amadis
379, 15
(
Frankf.
1571
):
Denn ich förcht daß dieser Bößwicht jrgend E. L. etwas leidts erzeige.
Kollnig, Weist. Schriesh.
131, 27
(
rhfrk.
,
1525
):
so einer den andern schuldiget ein trewlosen, meineidigen boßwicht.
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
66, 134
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
dieb, morder, reuber, boßwicht, | die bössen wolt ich dilgen und verdämmen.
Luther, WA
22, 201, 34
(
1544
):
Wer wolt solchen anders halten denn fur den verzweivelsten Boͤsewicht.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 258, 1
(
Bautzen
1567
):
Fest vnd hoch auff dem Thron, | Sitzet des menschen Son | [...] Hat sein Reich auffgericht, | Wider den Boͤsewicht
[›Teufel‹],
Der vns so hart gebunden hielt.
Gille u. a., M. Beheim
99, 108
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
hort mer von grasser schmahen | Und ubelichen dingen, | dy diser poswicht und tirann | und ubel wutrich da pegann.
Sachs
15, 126, 19
(
Nürnb.
1559
):
Mardocheus, der jüdisch bößwicht, | Hat solchs zu wegen bracht mit list.
Roloff, Brant. Tsp.
1086
(
Straßb.
1554
):
Die alten boͤßwicht soll man versteinen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
54, 26
(
Straßb.
1650
):
gleichwol muß dieser Scherge ein rechtschaffener Mann sein, weil er den Bösewicht so ernstlich verfolgt.
Morrall, Mandev. Reiseb.
159, 16
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
die samnaten sich und leittend sich fúr die burg und töttend den boͤßwicht und zerstortend das paradyß.
Sappler, H. Kaufringer
1, 118
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
du macht wol sein des tiefels kind, | dem all bößwicht gehorsam sind.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
2648
(
schwäb.
,
1453
):
Man sol den bößwicht slachen in | In ainen stock.
Barack, Zim. Chron.
4, 55, 29
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Lasen den unsinnigen bösswicht brinnen, der sich selbs und uns alle hat wellen verbrennen.
Päpke, Marienl. Wernher
5121
(
halem.
,
v. 1382
):
Tůnt hin den valschen zobrer, | Den schalk, den boͤsen morder! | Tůnt balde hin den boͤsewicht, | Von dem úns laides vil beschicht.
Welti, Stadtr. Bern
160, 14
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
wa man inn begriffet uss oder inne, da sol man ab im richten alz ab einem boͤswicht vnd vͥbeltůnden manne.
Adrian, Saelden Hort
9806
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
si zugent in von hof ze hof, | von Annas zů pyschof, | fúr Pylatum an gericht | und an Heroden, den bóswiht.
Turmair
4, 1017, 23
(
moobd.
,
1522
/
33
):
ainer in dem land Bithynia [...] schrib auch püecher wider die christen, schalts für pöswicht.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
23, 98
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
sie puten im dar gallentrankch | und hiengen zu schanden gar | zu im zwen pösewicht.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
235, 30
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Darumb gab im die herschafft Florentz seinen rechten lon und verprennten den poswicht.
Skála, Egerer Urgichtenb.
133, 16
(
nwböhm.
,
1574
):
Jacob sagt due leugest wie ein Schelm vnd Böß wicht.
Helm, a. a. O.
12376
;
13344
;
13528
;
14191
;
14523
;
19439
;
Tiemann, a. a. O.
128, 21
;
128, 22
;
135, 25
;
Froning, a. a. O.
3440
;
4832
;
Gille u. a., a. a. O.
99, 599
;
104, 910
;
238, 54
;
445, 68
;
453, 1130
;
453, 2470
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
489, 30
;
Sachs
2, 18, 34
;
Roloff, a. a. O.
590
;
1104
;
Moscherosch. a. a. O.
14, 5
;
45, 28
;
Sappler, a. a. O.
3, 225
;
3, 638
; Chron. Augsb.
2, 38, 3
;
92, 24
;
6, 43, 5
;
7, 52, 8
;
8, 94,
Anm. 1;
233,
Anm. 1;
Barack, a. a. O.
3, 488, 4
;
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1376
;
Schöpper
15a
;
Serranus
40v
;
Maaler
74r
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 26
;
Dietz, Wb. Luther
1, 332
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 739
;
Schwäb. Wb.
1, 1321
.