bäre,
2
bere,
die
;
1 und 2 zu
mhd.
bâr, gebâr
›Verhalten‹
(Lexer
1, 126
; 747), 3 und 4 zu
mhd.
bære, ber
›Traggestell‹
(Bmz
1, 145
; Lexer
1, 127
; vgl. auch Schweiz. Id. mit dem Ansatz von mhd.
bër
›Trage‹
). Die
mhd.
Bildungen gehen letztlich auf *
bher-
›tragen‹
zurück.
1.
›Verhaltensweise, Gebaren; Haltung; äußere Erscheinungsweise‹.
Verstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Niewöhner, Teichner
556, 17
(Hs. ˹
nobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
waz man treibt von uppikeit | mit der per und mit der wat, | daz sey alles von meinem rat.
Primisser, Suchenwirt
2, 22
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Wer vleizzt sich gŭter pære, | Daz er mag niemant missehagen?
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
271, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Si sagten in dem her in gar di märe: | was sy zue Troya wurben, | ir antwurt, und sunst ir gar manlich päre.
Panzer, Merlin Füetrers
76, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
er liebt sich auch seinẹr diet mit sůsser pere.
Munz, Füetrer. Persibein
75, 6
(
moobd.
,
1478
/
84
):
si [wachter] merckten gar sein züchtig pär, | das er kundt fúege uil zúe sölchen dingen.
2.
›einzelnes, erkennbares Verhalten, Tun; Gebärde‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.

Belegblock:

Jaspers, St. v. Landskron
140v
, 22 (
Augsb.
1484
):
so einer bedachtlich zů sicht soͤlichen pern oder wercken die vnlautrikeyt bedeüten.
Panzer, Merlin Füetrers
121, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
ir hertz gar zaghait läre | was, das spǔrt man an ir manlichen pären.
Schmitt, Ordo rerum
329, 3
.2;
Vorarlb. Wb.
1, 239
.
3.
›Trage, Vorrichtung zum Tragen von etw. (z. B.: Schutt, Rasenstücken), Tragbahre‹.
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.  1.

Belegblock:

Chron. Köln
3, 770, 11
(
Köln
1499
):
den cleger bant men mit sinen henden as einen dief und wart up einre beren gedragen uis der hacht tuschen die 4 benk.
Maaler
49v
(
Zürich
1561
):
Baͤrren (die) Darauff man etwas tregt.
Chron. Augsb.
5, 82, 10
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
es trůgen zwen in ainer beren über 4 oder 5 schaufflen mit kott.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
241, 9
(
schwäb.
,
1562
):
Der wirt zufriden gewest, mit einer tragen oder beren, wie es namen hat, das gelt helffen tragen.
Pfälz. Wb.
1, 575
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
30
;
Schwäb. Wb.
1, 639
.
4.
das unter  2 belegte Phrasem
bare gegen bare [...]
ist im Rwb
1, 1171
zweimal als
bär(e) gegen bär(e)
belegt (a. 1442; 1512).