aussetzigkeit,
die
;
-Ø/
–.
1.
›Aussatz, Lepra‹.
Bedeutungsverwandte:
 3, , .
Syntagmen:
die a. reinigen / verzeren
;
a.
(Subj.)
von jm. weichen, jn. unrein machen, jm. etw. abfäulen
;
die sünde der a.
(Dat.obj.)
gleichen
;
jn. von der a. reinigen, j. von der a. gesund / rein werden, jn. mit der a. plagen / verleumden / verargwonen, mit a. beladen sein
;
böse / elephantische / grosse / unreine a.
;
siechtage / gebrechen / arznei / beleumdung der a.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
990
(
rhfrk.
,
um 1405
):
kein man | Der nit wol underscheiden kan | [...] | Tuschen der grossen ußsetzikeit, | Der mitteln und der cleinen.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
86, 7
(
Frankf.
1535
):
Goldt geriben zu puluer / vnd das gessen verzeret die aussetzigkeit / vnnd stercket alle glider des menschen.
Ebd.
184, 8
:
Schwebel ist heyß vnd trucken / vnd gůt zu den artzneien der aussetzigkeyt.
Palm, Veter Buoch
21, 9
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
der [...] hete weder nase noch hende noch vuze, das hete im die vzsezikeit abe gefvilet.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 398, 9
Var. (
Straßb.
1466
; Var.
Augsb.
um 1475
):
So er sicht die miselsucht
[P:
aussetzigkeit
]
in der hautt.
Menge, Laufenb. Reg.
3680
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Fúr toben hirnwe sage ich dir | Vnd vssetzigkeit volge mir | Die audren an dem sloffe din.
Welti, Stadtr. Bern
355, 8
Var. (
halem.
,
n. 1437
; Var.
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
so mit dem gebresten der veͣltsiechen
[SB:
vssetzigkeit
]
begriffen ist.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 664, 12
(
schwäb.
,
1587
):
personen, die umb klein oder grosse sachen ußgetretten oder mit ußsetzigkeit verleümbt weren.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
138, 13
(
oobd.
,
1349
/
50
):
des igels flaisch [...] ist den nütz, die genaigt sint zuo der elephantischen auzsetzichait.
Drescher, Hartlieb. Caes.
260, 33
(
moobd.
,
1456
/
67
):
der wart von Got gepflagt mit der ausseczikait.
Jaksche, Gundacker
4364
(
oobd.
, Hs.
1. H. 14. Jh.
):
daz er vil grozen siechtum lait | von der posen ousezichait.
Gerhard, Hist. alde e
3452
;
Foltz, UB Friedb.
1, 374, 28
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 139
;
Gille u. a., M. Beheim
164, 28
;
Gerhardt, Meister v. Prag
24, 23
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 28, 27
Var.;
Chron. Strassb.
2, 518, 5
;
Krebs, Prot. Konst. Domkap.
5699
;
Koller, Ref. Siegmunds
94, 16
;
Sappler, H. Kaufringer
25, 75
;
Mollwo, Rotes Buch Ulm
235, 23
;
Wintterlin, a. a. O.
2, 355, 23
;
564, 6
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 816, 9
;
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
57, 24
;
Bremer, Voc. opt.
1, 207
;
Voc. Teut.-Lat.
c iiijr
;
Dasypodius
111r
;
292v
;
Voc. inc. teut. b
viijv
;
Stedtfeld, Roger-Glosse
125
;
Schweiz. Id.
7, 1549
.
2.
›Bedeutung, Aussage von etw.‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Steer, K. v. Megenberg. Sel
348
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
wirt sei [sel] pas erkennent mit der auzseczichait irs namen.
3.
›Anschlag, böser Plan‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5,  1, .

Belegblock:

Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 188, 26
(
schwäb.
,
1611
):
Welchen etwas schweres fürkommen wäre oder noch fürkäme, es wäre von diebstahl, außsäzigkeit
(möglicherweise als
aufsetzigkeit
zu lesen, dies zu
aufsetzig
3) oder andern dingen.