aussenbleiben,
V., unr. abl.;
mit allen Bedeutungen an
aussen
3 anschließbar.
1.
›e. S. (meist: einer obrigkeitlichen Handlung) fernbleiben, nicht zu etw. erscheinen; wegbleiben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, (bleiben).
Gegensätze:
(V., unr. abl.) 2.
Wortbildungen:
aussenbleiber.

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
145, 2
(
omd.
,
1554
):
sonderlich ist’s bedencklich [...] mit denen, die silberzechen innenhaben [...], die abreißen und [...] eczliche tage außenbleiben.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
235, 5
(
Bamb.
1507
):
mag der cleger bitten zu erkennen, was auff des beclagten aussenpleyben recht sey.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
93, 8
(
nobd.
,
1579
):
wenne das gericht verkundigt wurdt [...] und (einer) frevenlich aussen blibe und dasselbig verseumbt.
Ebd.
109, 1
(
um 1540
):
wue einer oder mehr ohne erlaubnus des schultheissen oder dorfmeistere aussen bleibt, [...] dieselben sollen [...] gebüst werden.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 355, 15
(
Hagenau
1534
):
Es můß yhm da wolgefallen / und wolgehen / er bleibt ye lang aussen.
Chron. Augsb.
9, 237, 14
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
55, 38
;
Pfälz. Wb.
1, 476
;
Rwb
1, 1100
.
2.
›aus dem Kloster entlaufen und damit (als Synekdoche) aus dem Orden austreten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3 (werden),  2, .

Belegblock:

Nyberg, Birgittenkl.
2, 290, 45
(
1538
):
Der 2 bruder [...] hat [...] profeß thon [...] vnd hat zwaimal appostatirt vnd ausen bliben.
3.
›außenbleiben, unterbleiben (von Sachen, Zuständen u. ä.); unsichtbar bleiben, nicht eingreifen (von Gott)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2,  1 (bleiben),  3.

Belegblock:

Luther, WA
48, 34, 35
(o. J.):
Als denn bleibt Gott gewislich nicht aussen.
Ebd.
30, 2, 389, 27
(
1530
):
wie kan es aussen bleiben, das wer ein luͤgener ist, solt auch nicht ein moͤrder dazu werden.
Ebd.
3, 219
(
1530
):
es bleibt zu letzt nicht aussen und kompt so viel erger, so viel lenger es aussen bleibt.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
71, 23
(
Nürnb.
1548
):
Also sollen wir auch thun [...] wenn die hilff nit bald folgen / oder gar aussen bleyben wolt / das wir vns mit dem troͤsten / [...] / das wir durch Christum einen gnedigen Got haben. Alß deñ wirdt der zorn aussen bleiben / Der sonst nicht kan aussen bleiben.
M. Cunitia. Ur. Prop.
197, 26
;
Dietz, Wb. Luther
195
;
Franke, Luthers Wortlehre.
1914, 167
.
4.
›ausstehen, unbezahlt bleiben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4,  1.
Syntagmen:
zins a.

Belegblock:

Rwb
1, 1100
(a.
1468
).
5.
›sich außer Hauses aufhalten, sich herumtreiben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  10.

Belegblock:

Rwb
1, 1100
(a.
1561
).