1
ausscheren,
V.,
in der Mehrzahl der diesbezüglich interpretierbaren Belege regelmäßig, aber auch unr. abl. (wohl Beeinflusssung von
2
ausscheren
);
zu
mhd.
schern
›teilen, absondern‹
(Lexer
2, 710
).
1.
›jn. vertreiben, verjagen; jn. verstoßen, jn. von etw. ausschließen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,  1.

Belegblock:

Sachs
2, 5, 27
(
Nürnb.
1530
):
Auch hat die jungkfraw mich mit zorn | Gehandelt und mir außgeschorn | Mit worten so hefftig unnd scharff, | Das ich hinwider nit mehr darff.
Ebd.
16, 319, 19
(
1563
):
[Ein herrschafft] durch verstant sich gar umbkehrt, | Die heuchler von seim hof außschert, | Welche nur suchen iren nutz.
Ebd.
17, 448, 31
(
1562
):
Von aller gsellschafft in außscher | Und werd von iedermann veracht.
Ebd.
23, 12, 19
(
1526
):
Itzund der esel mich ausschert | Und sein futter vor mir zuspert.
Ebd.
17, 443, 18
.
2.
›jn. (z. B. Mönche durch Öffnung der Klöster) befreien‹.

Belegblock:

Luther, WA
10, 1, 1, 684, 5
(
1522
):
O, das hieß stifft und kloster auffgethan, Munch und pfaffen außgeschoren!
Dietz, Wb. Luther
1, 183
.