1
ausraten,
ausgeraten
(letzteres seltener)
V.,
regelmäßige und unr. abl. Flexion nebeneinander;
zu
mhd.
rât
›Vorrat‹
().
1.
›jn. erbrechtlich abfinden, jm. eine Aussteuer geben‹.
Zur Sache: (s. v.
Anerbenrecht
).
Syntagmen:
die tochter
(oft) /
schwester, das kind a.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht (
Thorn
1584
):
Welch kynt syn vatir vs geradet vnd begobit hot by syme lybe.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
91, 33
(
thür.
,
1474
):
soferne unde ap dy ußgeratten unde bestattin tochter nicht wedder inbrengen wolden, waz sy ußbracht hettin.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
das ir vater und muter ire schwestern pei irem lebendigen leibe ausgerat haben.
Ein gemante ausgerate schwester spricht und clagt mit hulfe ires vormundes in zweier bruder guter.
Leman, a. a. O. ; ;
Grosch u. a., a. a. O.
21, 8
;
Kisch, a. a. O. ; ;
2.
›etw. herausschaffen, wegschaffen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, ,  1.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1528
):
Die roster sollen einerlei mass wie in Polen grossen rost sezen, die erzt zum brennen rein lautern und uffsezen, die rostwercke wol ausgebrandt klein klopfen, den gries ausrodten
[die vorgenommene Interpretation dieses Belegs beruht auf der Annahme der Verdumpfung von
ā › ō
].
3.
›zu Ende beraten‹.

Belegblock:

V. Anshelm. Berner Chron.
5, 209, 28
(
halem.
,
n. 1529
):
E nun d’ Eidgnossen, [...] zů tagen ussgerieten.