1
ausraten,
ausgeraten
(letzteres seltener)
V.,
regelmäßige und unr. abl. Flexion nebeneinander;
zu
mhd.
rât
›Vorrat‹
(Lexer
2, 346
/7).
1.
›jn. erbrechtlich abfinden, jm. eine Aussteuer geben‹.
Zur Sache: Haberkern/Wallach
1, 40
(s. v.
Anerbenrecht
).
Syntagmen:
die tochter
(oft) /
schwester, das kind a.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht
2, 4, 74
(
Thorn
1584
):
Welch kynt syn vatir vs geradet vnd begobit hot by syme lybe.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
91, 33
(
thür.
,
1474
):
soferne unde ap dy ußgeratten unde bestattin tochter nicht wedder inbrengen wolden, waz sy ußbracht hettin.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
471, 3
(
osächs.
,
1523
/
4
):
das ir vater und muter ire schwestern pei irem lebendigen leibe ausgerat haben.
Ebd.
522, 5
:
Ein gemante ausgerate schwester spricht und clagt mit hulfe ires vormundes in zweier bruder guter.
Leman, a. a. O.
4, 20
;
73
;
Grosch u. a., a. a. O.
21, 8
;
Kisch, a. a. O.
752, 1
;
621, 45
;
Rwb
1, 1031
;
1071
.
2.
›etw. herausschaffen, wegschaffen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, ,  1.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 260, 14
(
schles.
,
1528
):
Die roster sollen einerlei mass wie in Polen grossen rost sezen, die erzt zum brennen rein lautern und uffsezen, die rostwercke wol ausgebrandt klein klopfen, den gries ausrodten
[die vorgenommene Interpretation dieses Belegs beruht auf der Annahme der Verdumpfung von
ā › ō
].
3.
›zu Ende beraten‹.

Belegblock:

V. Anshelm. Berner Chron.
5, 209, 28
(
halem.
,
n. 1529
):
E nun d’ Eidgnossen, [...] zů tagen ussgerieten.