ausmustern,
V.
1.
›jn. von etw. (z. B. einer Gemeinschaft) zurückweisen, ausschließen; jn. hinauswerfen, verstoßen, des Landes verweisen‹; mit Verschiebung des Objektes: ›eine Gemeinschaft von unerwünschten, schädlichen Personen befreien, säubern‹; speziell: ›(einen Zeugen) zurückweisen, ablehnen‹.
Bedeutungsverwandte:
, (allg.);  4, , , , (zur Spezialisierung); vgl. (V.) 20,  2,  22,  2,  12,  4,  21,  1, ,  2,  3,
1
 1 (zur allg. Variante).
Gegensätze:
 2.
Syntagmen:
jn.
(z. B.
einen soldaten, kriegsleute / gesinde / poeten / zeugen, die bösen
, [eine bestimmte Anzahl]
personen
)
a., etw.
(z. B.
das klösterliche leben, stände
)
a.
;
jn. aus der zal a.

Belegblock:

Rosenthal. Bedencken
43, 15
(
Köln
1653
):
Sol man aber derentwegen das Kloͤsterliche Leben haben außgemustert / so muͤste man viel andere Staͤnd gar außmusteren.
Heidegger. Mythoscopia
77, 9
(
Zürich
1698
):
Poeten / so wahrhaffte Historien außfuͤhren [...] wurden auß der Zahl außgemustert und verlacht.
Chron. Augsb.
8, 174, 22
(
schwäb.
, zu
1562
):
[so] das almuesen verfressen und versoffen haben, dise alle seind ausgemustert und (inen) das almuesen abkindt worden.
Turmair
1, 318, 6
(
Nürnb.
1541
):
darumb er dann außgemustert und [...] in ewig finsternus verstossen [...] worden ist.
Sachs
17, 232, 27
;
Goldammer, Paracelsus.
5, 74, 3
;
Chron. Augsb.
7, 364, 1
;
8, 175, 4
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
468, 25
;
Schöpper
97b
;
Serranus
22r
;
Rwb
1, 1066
.
2.
›etw. aus einer Menge, aus einem Zusammenhang herausnehmen, aussondern‹; je nach Bezugsgröße z. B. ›(ein Lied aus einem Gesangbuch) herausnehmen, streichen‹; ›(Tiere) aussondern‹.
Phraseme:
schamhüte ausmustern
›Moral und Rechtsdenken aufheben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  6,  2,  4.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
551, 24
(
1635
):
Die eisenschwere Kriegesmacht | Hat Diebesmützen aufgebracht | Vnd Schamhüet ausgemustert.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 86, 11
(
Nürnb.
1631
):
hab ich [...] voriges Gesangbuch [...] vmb den dritten Theil verbessert, vnd hergegen andere Gesaͤnger [...] außgemustert.
Rwb
1, 1066
(a.
1645
).
3.
›(Soldaten) ausmustern, entlassen‹.
Bedeutungsverwandte:
.

Belegblock:

Maaler
44r
(
Zürich
1561
):
Ein hauff kriegßleüt Außmusteren od’ vrlauben on alle bezalung / vñ den verdienten sold nit geben.
4.
›Soldaten ausheben‹; antosem zu 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  13.

Belegblock:

Turmair
4, 456, 37
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Aelius mustret aus bei zwelf tausend lauter guet alt knecht zu fueß.
Schmid, R. Cysat
6, 94
.