auslauf,
der
;
–/auch
-Ø.
1.
›das Heraus-, Hinauslaufen, das Herumlaufen‹; je nach Art und Ziel der Tätigkeit folgende Spezialisierungen: ›Auslauf, Weidegang‹; ›Kontrollgang (über Felder)‹; ›Zulauf zu Vertretern anderer Konfessionen oder Sekten‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Ermisch u. a., Haush. Vorw.
171, 15
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Die knechte auch ihr eigen vieh nicht zum auslauf gewehnen.
Löffler, Columella/Österreicher
1, 45, 6
(
schwäb.
,
1491
):
in den verren ackern, da hin der ussloff daͤs husfatters nit licht ist.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
238, 29
(
moobd.
,
1595
):
das ihr [...] der burgerschafft kainen auslauf zu frembter neuer seelsorg ausser der ordentlichen statt- und pfarrkirchen ungestraft nit gestattet.
Maaler
43v
;
2.
›Hausiererei, Warenhandel ohne festen Standort‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
(Subst.), .

Belegblock:

Schwäb. Wb.
1, 484
(a.
1626
);
Rwb
1, 1052
(a.
1653
).
3.
›Streit, Zerwürfnis‹; metonymisch: ›Auflauf, Tumult; Ausfall, Randale‹;
vgl.  3.
Bedeutungsverwandte:
1
 4,  7, ;  1; vgl. .

Belegblock:

Voc. inc. teut. b
vijv
(
Speyer
um 1483
/
84
):
Auslauff. im volck Tumultus Iñ tumultuare. Auslauff vndern burgern od’ weibern Sedicõ.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
10, 312, 17
(
Straßb.
1466
):
Aller meist des nachtes er auz ging zů soͤlichen auz lauffen.
Mollwo, Rotes Buch Ulm
28, 12
(
schwäb.
,
1376
):
sol allermenglich, der daz hoͤrt oder sicht, zůkeren und den stozz und den uslof wenden.
4.
›Ausfall, Vorpreschen im Kampf‹;
Bedeutungsverwandte:
 1 (subst.); vgl.  3.

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern
398, 16
(
halem.
,
1410
):
dz nieman ane erloͮben des schultheissen [...] enkeinen vßloͮff tuͤ.
Maaler
43r
(
Zürich
1561
):
Außlauff / Das Außhin faren auff die feynd. Procursatio.
5.
›das gedankliche Abschweifen‹; in der Mystik speziell: ›das Sichverlieren an die äußeren Dinge‹;
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , .

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers
280, 1
(
els.
, Hs.
1359
):
so sol er sin gemuͤte heim holen und ruͤffen dem von allen den usloͤiffen und zerstroͤwunge.
Dietz, Wb. Luther
1, 173
.
6.
›Ausflüchte, Ausrede‹.
Bedeutungsverwandte:
 2; vgl. (
die
5,  1, ,  3.

Belegblock:

Dietz, Wb. Luther
1, 173
;
Rwb
1, 1052
(a.
1361
).
7.
›Abfluß, Mündung‹;
vgl.  5.
Bedeutungsverwandte:
 6; vgl.  1.

Belegblock:

Maaler
43v
(
Zürich
1561
):
Der Außlauff oder außgang eins flusses.
Haszler, Kiechels Reisen
120, 24
(
schwäb.
,
n. 1589
):
diser [...] ist ein [...] seh [...] im landt lügende, wölche ob düe 72 innlaufflüs [...] haben solle, und hat nicht mehr dann einen auslauf.
8.
›Durchfall, Diarrhö‹;
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  6.

Belegblock:

Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
345, 29
(
oobd.
,
1349
/
50
):
rôsenwazzer [...] ist guot wider den hitzigen auzlauf des leibs, der von colera kümt.
Ebd.
370, 6
;
Hulsius
L iv
;
Schweiz. Id.
3, 1115
;
Hyrtl, Anatomie.
1884, 14
;
Beckers, Spinnr. Ev.
1989, 188/9
.
9.
›das Auslaufen, Ablaufen, Ende von etw. (unter zeitlichem Aspekt)‹;
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4,  8.

Belegblock:

Lemmer, Brant. Narrensch.
108, 26
(
Basel
1494
):
Dañ keyner sorgt / lůgt [...] | Vff [...] | [...] den vßlouff des stundglaß.
10.
›Auslauf, Ende, Ziel von etw. (z. B. einer Rennbahn)‹.

Belegblock:

Bachmann, Haimonsk.
80, 6
(
halem.
,
1530
):
wurdend sinn kronn und fŭnffhundert marck silber [...] oben am ußlouff gelegt.