auskünden
(sehr vereinzelt
auskunden
),
V.
1.
allg.: ›etw. an die Öffentlichkeit bringen, verkünden, bekannt geben‹, auch mit negativer Konnotation: ›etw. herumerzählen, klatschen‹; ›herumprahlen‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1 (mehrmals),  3, ,  7 (mehrmals), ,  2,  1, (s. v.  1), , , ; vgl.  3, ,  1,  14,  2; zur negativen Konnotation: ,  2, , vermäre; vgl.
1
 11.
Syntagmen:
den dunst, die heimlichkeit / tücke a., der welt etw. a., etw. weit a.
.
Wortbildungen
auskünder
1 (dazu bdv.: ),
auskünderin
,
auskündung.
a) im Bereich des öffentlichen Lebens und des Rechts: ›etw. ausrufen, proklamieren‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  7,  4.
Syntagmen:
den hof / reichstag / frieden, die busse a., etw. an der kanzel, bei der glocke a.
;
ausgekündeter (land)friede
(mehrmals)
/ ausgekündete (-)ordnung, ausgekündetes mandat
.
b) im religiösen Bereich: ›etw. verkündigen, lobpreisen‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
den erenpreis / sieg, die glorie / wirdigkeit, das heiligtum a., etw. offenbar a.
;
himmel
(Subj.)
etw. a
.

Belegblock:

Allg.:
Schwartzenbach C iiijr (
Frankf.
1564
):
Außkuͤnden. [...]. An tag bringen. Gemein machen. Vnter das gemein volck außbreiten.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 709, 43
(
Nürnb.
1631
):
All duͤck vnd dunst, list vnd schwartz kunst, | Wird er [Richter] der Welt außkuͤnden.
Maaler
43r
(
Zürich
1561
):
Außkünden/allenthalben vnd gemeinlich sagen. [...] Die heimlichkeit Außkuͤndẽ oder außbrieffen.
Schmitt, Ordo rerum
120, 46
;
Voc. Teut.-Lat. c iijr;
1
VIIIr;
Rot
308
;
Maaler
43r
;
311v
;
Rwb
1, 1046
.
Zur negativen Konnotation:
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
478, 3
(
halem.
,
1604
):
das nun hinfür keiner etwas uß dem pot oder handwerck [...] nit schwätzen, ußkünden, noch einicherley gstalt vermären.

Zu a):

Chron. Augsb.
7, 324, 2
(
schwäb.
, zu
1558
):
Dieweil dann oftgemelter probst [...] den ausgekündten religionfriden unverschampter weis [...] verclagen thut.
V. Anshelm. Berner Chron.
2, 254, 3
(
halem.
,
n. 1529
):
Demnach ward der frid allenthalb usskuͤnt.
Schwäb. Wb.
1, 482
;
Rwb
1, 1046
.

Zu b):

Quint, Eckharts Pred.
2, 540, 37
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
herre, die himel habent nu auß gekundet dein glorie.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 135, 7
(
Köln
1582
):
Daß ich deiñ gantzen ehrenpreis | Iñ thoren Sion rechter weis | Soll offenbar außkuͤnden.
Koller, Ref. Siegmunds
351, 3
;
Warnock, Pred. Paulis
3, 40
;
Schweiz. Id.
3, 357
.
2.
›jn. verhören, von jm. etw. erkunden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3, .

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
3, 641, 39
(
moobd.
, wohl
1. Dr. 16. Jh.
):
wo in der richter nit aus kunt oder möcht retten.