ausdrehen,
V.
1.
›etw. ausdrechseln, kunstvoll aushöhlen‹.

Belegblock:

Gereke, Seifrits Alex.
4882
(
oobd.
, Hs.
1466
):
ettlich [trinkchvas] warn aus gedrẽtt | maisterlich.
Ebd.
5873
:
ein lampen [...] | die was aus gedrẽtt woll | und was edels palsams voll.
2.
›sich davon machen, aus dem Staub machen, entrinnen, verschwinden, wegschleichen‹; dazu ütr.: ›sich aus e. S. herauswinden, sich e. S. entschuldigend entziehen‹.
Syntagmen:
j.
(z. B.
knecht / meid / schelm
) /
etw.
(z. B.
fledermaus
)
sich a.
;
sich zur tür a., sich in ein fremdes land a., sich als ein dieb a.
;
sich heimlich a.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Effugere Empfliehen entrinnen entlauffen entwuͤschen entschlipffen entspringen enttraben entkommen empfallen sich außdreyen sich außwischen sich außschwingen sich außwickeln.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Es lert vns hie die Fledermauß, | Die sich draͤet in den noͤten auß.
Luther, WA (
1540
):
Das ist Dei weise, quod suum populum regirt im wort und eusserlichen zeichen, das er uns nicht lasse pampeln und schweben ut papa et omnes Rottae, que sich ausdrehet aus verbo und sichtlichen zeichen, quibus Deus nobis manifestavit.
Ebd. (
um 1535
):
Sich ausdrehen entschuldigen.
Sachs (
Nürnb.
1563
):
Knecht und mayd thund sich den außdrehen, | Weil mangel ist an speiß.
Thiele, Minner. II,
13, 243
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
sicht man das wilbrat an dem sattel hencken, | von dem gesmack die ruden sich uß dreyen
[bed. hier wohl: ›sich der Aufgabe entziehend am Sattel hochspringen‹; der Hrsg. hält Verschreibung von
aufdrehen
für möglich].
Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O.
um 1524
/
7
):
wil not sein daß wir uns außdrehen und davon machen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1600
):
dardurch die andern muren das sie fleissig erscheinen und ander darvan sich außdreen wolten.
Kurz, a. a. O. ;
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Ayrer. Sidea
267, 22
;
Dietz, Wb. Luther ;