ausbruch,
der
.
1.; 2.; 3.,
s.  458.
4.
›Ausbruch, Ausströmen, Hervorbrechen, Verwirklichung, Manifestation von jm./etw. (der Gottheit oder religiöser Kräfte)‹; metonymisch auch: ›Wirkung von etw.‹;
vgl.  6.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 54, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz nâch dem êrsten ûzbruche der gotheit, dâ der sun ûzbrichet von dem vater.
Ebd.
121, 5
:
Swaz got würket, der êrste ûzbruch ist barmherzicheit.
Ebd.
171, 12
:
Ich hân gesprochen von einer kraft in der sêle; an irm êrsten ûzbruche sô ennimet si got niht, als er guot ist.
Ebd.
317, 1
:
in dem êrsten ûzbruche, dâ diu wârheit ûzbrichet und entspringet, [...] sol diu sêle stân.
Ebd.
2, 181, 6
:
ez ist unmügelich in dem êrsten ûzbruche, dâ got ûzbrichet, daz iht, daz lîplich ist, des enpfenclich sî.
Ebd.
324, 4
:
Der erste ûzbruch von der sêle ist vernünfticheit.
Ders., Eckharts Trakt.
219, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
solt dû zwei dinc merken, diu an der minne sint: daz ein ist ein wesen der minne, daz ander ist ein werk oder ein ûzbruch der minne.
Jostes, Eckhart
90, 34
(
14. Jh.
):
Dizz bild ist got in seinem werk, und dor um heizt ez ein bild gotes; in seinem auzbruch ist ez creatur, und do heizt ez ein bild der sele.
Quint, Eckharts Pred.
2, 363, 6
;
370, 8
;
Jostes, a. a. O.
4, 23
;
Bihlmeyer, Seuse
192, 32
;
Zirker, Bereicherung d. dt. Wortsch.
1903, 86
.
5.
›Entstehung, Ursprung von jm./etw.‹;
vgl.  614.
Bedeutungsverwandte:
 4, ; vgl.  13, .

Belegblock:

Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
568
(
pfälz.
,
1436
):
Die erst crafft ist enlich got dem vater, der ein vrsprung vnd ein anfang ist aller dinge.
Schwartzenbach
B iiijv
(
Frankf.
1564
):
Anfang. Ursprung. Außbruch. Eingang einer rede oder sachen.
Bihlmeyer, Seuse
331, 15
(
alem.
,
14. Jh.
):
Wie sich der mensche und alle kreaturen ewklich haben gehalten, und von irem gewordenlichen usbruche.
6.
›Dammbruch infolge von Hochwasser‹;
vgl.  7.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
3, 24, 5
(
preuß.
,
1447
):
das eyn yderman eynen tag czuvor do sey, zcu besehen den usbroch unde denne vort dorumbe mit unserm hern homeister zcu reden.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 71, 6
(
halem.
,
n. 1529
):
Von grusamen, schaͤdlichen ussbruch eines nuͤwen sews, im Bolentzertal ergangen.
Ebd.
18
:
da hat das wasser selb einen ussbruch gewunnen mit [...] wuͦstung.
Preuss. Wb. (Z)
1, 289
.
7.
›Efflorenz, Bildung von Blasen, Beulen u. ä. auf der Haut; Öffnung von Geschwüren, Auslaufen von Flüssigkeit‹;
vgl.
1
 9.
Wortbildungen:
ausbrüchig
3.

Belegblock:

Rohland, Schäden
555
(
nalem.
/
schwäb.
,
1400
/
33
):
diß cappittel seit von alten schaden vnd uß bruchen der glyder zuͦ heiln.
Maaler
39v
(
Zürich
1561
):
Außbruch. Effusio. Als eines geschwaͤrs. Außbruch vnnd geschwaͤr an den fuͤssen oder versinen von grosser kelte. Pernio.
Schweiz. Id.
5, 380
.
8.
›Aufwallung des Gemüts, Ausbruch des Temperamentes‹;
vgl.  17.
14. Jh.; Texte der Mystik.

Belegblock:

Strauch, Schürebrand
19, 35
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
daz ir es in úch behabent on alle zornmuͤtige clagebere usbrüche und bildent in úch.
Ebd.
22, 12
Var.:
das machent uch selb fruchtper und licht in demuͤtiger gelassenhait und behuͤtsamkait vor aller zornmuͤtiger ungedult und ergerlichen ussbrüchen der geswenden worten und gechen ungestuͤmen sitten.
Bihlmeyer, Seuse
164, 17
(
alem.
,
14. Jh.
):
Der sich selben liessi an begirlichen usbrúchen der sinnen, daz weri ein undergang sin selbes.
Ebd.
24
:
Fliz dich, daz kein usbruch beschehe, der dem bilde ungelich sie.
9.
›Empörung, Unruhe‹.
Bedeutungsverwandte:
 2; vgl.  2.

Belegblock:

Maaler
39v
(
Zürich
1561
):
Außbruch (der) Empoͤrung. Tumor rerum.
10.
›Exkurs, den Erzählfaden oder die Argumentationslinie unterbrechende Texteinlage‹.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. Röm. Vorr.
2263, 7
(
Wittenb.
1545
):
D Arnach
[nach der Beschreibung der Früchte des Glaubens]
thut er einen lustigen Ausbruch vnd Spaciergang.