ausbereiten,
V.
1.
›etw. fertigstellen, vollenden; etw. gebrauchsfertig zubereiten, etw. reparieren; e. S. (z. B. einem Tuch) durch bestimmte Bearbeitungstechniken ein besseres Aussehen geben, etw. für den Verkauf appretieren‹.
Bedeutungsverwandte:
 5; vgl. ,  2,  11.
Syntagmen:
das buch / papier / tuch / messer / malschlos / gebäude / haus / schif, den degen / sattel, die tafel / klinge / kirche / mauer / scheuer / stube a.
;
ausbereitetes holz, ausbereiteter pflug / weizen, ausbereitete bettestat / büchse / säule.
Wortbildungen:
ausbereiter
,
ausbereitergeselle
,
ausbereitung.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 158, 1
(
rib.
,
1421
):
Sower van nuͦ vortan einich Erffortz garn [...] binnen Coelne up den coelzschen slach uisbereite, machte, packte of uisverpenwerde.
Chron. Nürnb.
1, 78, 18
(
nobd.
,
v. 1407
):
sol daz papir allez mit sein selbs kost aus beraiten mit paliren.
Loose, Tuchers Haushaltb.
88, 27
(
nürnb.
,
1511
):
kauft ich [...] 2 mahelschloß, dafur 15 ℔ und 2 ℔ davon außczuberaitten.
Lemmer, Brant. Narrensch.
48, 52
(
Basel
1494
):
vff eynen tag | Eyn dutzen taͤgen vß bereytten.
Bernoulli, Basler Chron.
4, 24, 8
(
alem.
,
1408
):
das [...] klein ingesigel [...] núwe gemaht und uszbereit, und das alte zerschlagen [...] wart.
Chron. Augsb.
4, 60, 22
(
schwäb.
,
v. 1536
):
Bischoff Friderich hat [...] den korenkasten gepauen und das ausbereit und ausgeschidt holtz darzuͦ auff dem Lech herab gefiert.
Haszler, Kiechels Reisen
158, 34
(
schwäb.
,
n. 1589
):
würt noch starc dorinnen [closter] gebaut, dann düe kirch noch nicht ausbereit noch geziert.
Welti, Urk. Rheinfelden
847, 9
;
880, 5
;
Diefenbach
516a
;
Rwb
1, 986/87
;
Preuss. Wb. (Z)
1, 285
;
Schwäb. Wb.
1, 453
;
Schweiz. Id.
6, 1646
.
2.
›(Münzen) prägen‹; Spezialisierung zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  13.

Belegblock:

Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 165, 10
(
schles.
,
1509
):
dass man die zehende theil goldes fein ausbereit.
Ebd.
21, 8, 29
(
1529
):
dass sie [...] allererst noch ausgang desselben jares uns [...] die zehende marg fein ausbereit [...] zu geben vorpflicht sein sollen.
Ebd.
20, 239, 7
;
242, 28
;
21, 22, 17
;
25, 1
;
Schweiz. Id.
6, 1646
.
3.
›sich fein zurechtmachen, herausputzen, ausstatten; sich mit etw. ausrüsten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 398, 8
(
Köln
1619
):
Mit gnaden krafft vnd herrligkeit, | Ist sie [Maria] ob allen außbereit.
Koppitz, Trojanerkr.
2241
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Suss ward daz kind uss beraitt.
Brandstetter, Wigoleis
192, 32
(
Augsb.
1493
):
allem hofgesinde zuouerkünden. das sich die kostlichen außbereyten.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
181, 1
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Zue hant sich aus beraitte | Paris mit clainem her.
4.
›jn. vermögensrechtlich ausstatten, versorgen‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl.  3.

Belegblock:

Leisi, Thurg. UB
7, 1021, 12
(
halem.
,
4. V. 14. Jh.
):
waͤr aber, das ain man abgieng, der kain kúnd hett den ußberaittin kind.
5.
›etw. zerpflücken, böswillig auslegen‹.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Oberschw.
129, 11
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Die artickel, die sy vormals predigt hetten, die wurden barmherzcklich und elendklich von doctor Hansen Ecken außberayt, dan sy waren nit tief gelert.