ausbürger,
der
;
-s/-Ø
(auch
-e
).
– Fast ausschließlich wobd. Texte.
›j., der außerhalb des Weichbildes einer Stadt wohnt, aber die Bürgerrechte dieser Stadt besitzt‹; die Bürgerrechte galten häufig nur für einen begrenzten Zeitraum und mußten dann wieder erneuert werden.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
1, 1246
-47; Hrg
1, 543
-553 (s. v.
Bürger
, bes. Sp. 551); Haberkern/Wallach
2, 478
(s. v.
Pfahlbürger
).
Bedeutungsverwandte:
(subst. Adj.) 4, (subst. Adj.; s. v. ); vgl. .
Gegensätze:
(mehrmals), (vgl. , Adj., 3), (eingesessener)
1
 2.
Syntagmen:
einen a. haben / annemen, in der herschaft land nemen, auf dem land haben, zu bürger empfangen, zu etw. zwingen, jn. a. nennen, fraue js. ausbürgerin sein
;
einem a. fürgebieten
;
a.
(Subj.)
edel / unedel / geistlich / weltlich / gebauer / freier / graf / helmsgenosse / herzog / schöffe sein, a. etw. verbürgen, a. bürgerrecht empfangen, a. in js. gebiet / in einer grafschaft / unter jm.
(z. B. einem Bischof)
sitzen, a. bei jm. wonen / seshaft sein, wohin gehören, a. ausserhalb / an der fremde wonhaft sein, a. von todes wegen abgehen, a. ane zol kaufen / verkaufen, a. gnade / freiheit / recht haben, a. zu dem ding kommen, a. an keinem landgericht zu rechte stehen, a. mit jm. etw. austragen
;
jn. für a. erkennen
;
kind eines a., recht des a.
Wortbildungen:
ausbürgerbuch
,
ausbürgerin
(im Vergleich zu
ausbürger
selten belegt, bdv.:
ausfraue, ausweib
).

Belegblock:

Roder, Stadtr. Villingen
179, 6
(
önalem.
,
1592
):
bei unseren ußburgern, so an der frembde usserhalb unseren gebüeten wonhaft seien.
Dierauer, Chron. Zürich
93, 8
(
halem.
,
1415
/
20
):
namen die von Luzern in der herschaft land vil usburger.
Welti, Stadtr. Bern
237, 9
(
halem.
,
n. 1437
):
wa ein vsser, der nit burger ist [...], eins burgers sun, er sy ein vßburger oder ein inder [...] zuͦ tode erschlachett.
Ebd.
641, 6
(
halem.
,
1359
):
Welche vßburger syennt
[Überschr.].
Alle die, so sich in vnnser burger buch inschryben lassennnt vnd dannothin der vßburgern recht erfüllent, sy syent in oder vssert halb vnnser statt gricht gsessen, sollent für burger geachtet [...] werdenn.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 341, 15
(
halem.
,
1508
/
16
):
si sond ouch zuͦ ewigen ziten kein ussburger, [...], wirt fúr 2000 guldi geacht.
Mollwo, Rotes Buch Ulm
121, 19
(schwäb., A. 15. Jh. (?)):
er si edel oder unedel, vrowen oder mannes namen, ussburger oder ingesezzner burger.
Roder, a. a. O.
63, 15
;
Roder, Hugs Vill. Chron.
77, 16
;
Welti, a. a. O.
87, 33
;
236, 18
;
641, 8
;
Chron. Augsb.
1, 145, 33
;
Scherzius
73
;
Rwb
1, 1002
/3;
Pfälz. Wb.
1, 436
;
Bad. Wb.
1, 91
;
Schwäb. Wb.
1, 460
;
Schweiz. Id.
4, 1583
;
Schmid, R. Cysat
6, 94
.