aus|segnen,
V.
1.
›jn. zum Weggang segnen‹; speziell von der Wöchnerin: ›(die Wöchnerin bei ihrem ersten Ausgang in der Kirche) segnen‹; von Sachen: ›etw. (z. B. einen Pfeil) vor dem Abschießen segnen‹; im Interpretation des dort aufgeführten Belegs als ›den Pfeil durch einen Segensspruch entfernen‹.
Zur Sache: vgl. (s. v.
Aussegnung
).

Belegblock:

Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
er wolt sie auch mit acht wechsen wintlichten und mit dem grossen crucifix herlich außbelaiten, als die ersten creutzer, auß segen.
Bächtold, N. Manuel.
115, 100
(
halem.
,
1525
):
Drum, dass ich mich zů mim wib hat gleit, | Do sie in der kindbette fierzig tag was gelegen | Und eb mir’s der kilchherr erloubt mit sim ussegen.
Ebd.
105
:
Ir pfaffen sind sorgklich und můtwillig lüt, | Unser kilchherr gesegnet vern eine früe vor tag us
[hier mit erotischer Anspielung: die Frau gebiert später einen Sohn].
Brandstetter, Wigoleis
206, 8
(
Augsb.
1493
):
Do aber nun dz ampt der heiligen meß volpracht vnd er von dem priester mit manigem guoten wort außgesegent warde.
2.
›jn. verfluchen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .

Belegblock:

Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
so ain vatter oder muetter die kinder also ungüetig usssegnet oder inen args winschet.
Ebd. :
Also [...] hat ein würt [...] sein sone im abschaidt ussgesegnet und ime gewinscht, das er erhenkt werde.
3.
›jn. mit beschwörenden Floskeln nach draußen komplimentieren‹.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Oberschw. (
schwäb.
,
v. 1542
):
Dieselbe frau segnet die pauren unsauber auß, gesagt ir duse und die: ‚Secht und hört ir nit den großen jamer und not, ligt ir da, hept euch‘.