aufwecken,
V.;
vereinzelt mit Rückumlaut.
1.
›jn. vom Schlafe aufwecken, wach machen; jn. vom Tode auferwecken‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  12.
Wortbildungen:
aufwecker
1.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Mt. 10, 8
(
Wittenb.
1545
):
Machet die Krancken gesund / Reiniget die Aussetzigen / Wecket die Todten auff.
Ebd.
Joh. 11, 11
:
Lazarus vnser Freund schlefft / Aber ich [Jhesus] gehe hin / das ich jn auffwecke. [...] Jhesus aber saget von seinem tode.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
117, 23
(
Nürnb.
1548
):
dz man sie [kinder] zur predig auffwecken / inn die Kirchen fuͤren [...] solte / da woͤllen die Eltern nit hinan.
Sachs (
Nürnb.
1553
):
Soll er entschlaffen in einer ecken, | Das in kein mensch kan auffgewecken.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
stand uf, ich bit dich, und weck die andren heren ŏch uf.
Schlosser, H. v. Sachsenh.
187
(
schwäb.
,
1453
):
Das zwerglin nam sich tugent an | Und wackt mich uff mit worten sueß.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
98, 28
(
tir.
,
1464
):
Jeronimus [...] wekhët si auf von dem schlaff.
Mollay, H. Kottanerin
11, 15
(
moobd.
,
1439
/
40
):
got was huetter, der het sẏ zu rechter zeit aufgewecht vnd ich lag hin vor bei der Juͤngen KungInn.
Kehrein, Kath. Gesangb. ;
Sappler, H. Kaufringer
5, 263
;
11, 409
;
Baumann, Bauernkr. Oberschw. ;
Dietz, Wb. Luther ;
2.
›etw. (eine menschliche Fähigkeit) aufwecken, anspornen, zu etw. anreizen‹; von Personen: ›jn. zu etw. berufen; jn. wachrütteln, (religiös) aufwecken‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.
Wortbildungen:
aufweckung.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Jes. 42, 13
(
Wittenb.
1545
):
DEr HERR wird auszihen wie ein Rise / Er wird den Eiuer auffwecken wie ein Kriegsman.
Ebd.
Sach. 11, 16
:
Jch [HERR] werde Hirten im Lande auffwecken / Die das Verschmachte nicht besuchen [...] werden.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Halle
1537
):
gesanglyder [...], welche vom gemeynen Leyen Gott zu lob vnd ehren, zu auffweckung des geysts, vnd anreytzung der andacht, moͤchten [...] gesungen werden.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
1517
/
8
):
Das er [schweis] die erd bedecket | Und wol in im [sün] aüf wecket, | Als ich erfreis, | Des dürstes erst ursache.
Steer, Schol. Gnadenl.
3,
M1, 309 (
alem.
,
M. 15. Jh.
):
Dye würchung der genaden ist, das si aufweckt den freyen willen zu wolgedenkchen.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
um 1545
):
die uff dem nuwen gluͦben wider zuͦsammen kamen, und ye einner den anderen sins gluͦbens uffwackt.
Munz, Füetrer. Persibein
435, 3
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Den kle uil gar peflecket | vinnd ich von plúet vil rot, | das mir kummer auf wecket.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
2, 17
(
tir.
,
1464
):
des hicze auf wëkcht seines nëchsten träkhait.
Steer, a. a. O.
3,
M1, 64.
3.
›etw. (z. B. einen Orden) stiften, gründen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8,  8,  6.
Wortbildungen:
aufwecker
2.

Belegblock:

Chron. Köln (
Köln
1499
):
Zo deser zit is der orden Carmelitarum [...] upgeweckt ind verhaven.
Sachs (
Nürnb.
1552
):
das man diesem Neydecker, | Der des unraths ist ein auffwecker, | Zu hof [...] beschem.
4.
›jn. rechtlich belangen‹; von Sachverhalten: ›etw. (z. B.
unrecht
) ausschreien, anprangern, bekannt machen‹.

Belegblock:

Koller, Ref. Siegmunds (Hs.
um 1474
):
Man soll unrecht uffwecken, es ist zeyt.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
, Hs.
14. Jh.
):
Swer giht, er sei aufgewechet umb ein guͤlt, da er niht umb wais, datz einem leitgeben, mag er daz bereden mit seinem aide, daz er niht darumb wizze.
5.
›(einen Köder, ein Beutetier) aufscheuchen, auftreiben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  7.

Belegblock:

Schmidt, Falknerei.
1909, 138
.