aufsitzen,
V., unr. abl.
1.
›sich auf ein Reit- oder Lasttier (meist ein Pferd) oder ein Transportmittel (einen Wagen, ein Schiff) setzen, aufsitzen, den Wagen, das Schiff besteigen‹; auch ütr.: ›jn. erheben‹ (dazu ggs.: ).

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 202, 14
(
Nürnb.
1631
):
Der HErr saß auff vnd thet nicht beiten, | Er wolt bald gen Jerusalem reiten.
Schmitz, Schiltb.
174, 10
(
Frankf.
1597
):
Wann sie aber widerumb auffsassen / blieb er alle zeit stehen / biß sich die andern alle zu Roß gesetzt hatten.
Brandstetter, Wigoleis
202, 10
(
Augsb.
1493
):
Als aber der herr diser gezeld den ritter zuo reyten sahe. saß er bald auff vnd rite gegen jm.
Mollay, H. Kottanerin
17, 38
(
moobd.
,
1439
/
40
):
do wir nuͤ farn solten vnd aufsassen, do nam ich eben war, wo das art an dem polster was, do die heilig kran lag, daz ich dar auf nicht sëss.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
173, 2
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Der geist antwurt: ruech dich, wer ich pin; sitz ett auf!
[hier: auf den Geist]. Chron. baier. Städte. Regensb.
162, 8
(
noobd.
,
1540
):
kam künig Ferdinandus auffm wasser heer mit 5 renschifflen, stund am fischmarckt ab und ging auff der maur hinab in wirdt, saß auff, fur dahin.
Gille u. a., M. Beheim
56b, 34
;
Chron. Nürnb.
5, 523, 35
;
524, 15
;
Brandstetter, a. a. O.
213, 28
;
Spiller, a. a. O.
104, 11
;
Maaler
36v
;
335v
;
Golius
285
;
Dietz, Wb. Luther
145
/6;
Bad. Wb.
1, 86
;
Schweiz. Id.
7, 1755
/6.
2.
vom männlichen Tier gesagt: ›das Weibchen bespringen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.
Syntagmen:
stier a.

Belegblock:

Schweiz. Id.
7, 1756
(a.
1563
).
3.
›herumhocken, herumsitzen (in Gaststätten)‹.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
383, 23
(
m/soobd.
,
1598
):
wellicher wiert [...] die göst in seinen hauß uber neun uhr zu nochts aufsüzen läst.
Mell u. a., Steir. Taid.
80, 48
(
m/soobd.
,
18. Jh.
):
das nächtlich langwürig aufsizen, schlemmen und demmen.
Rwb
1, 951
.
4.
›bei einem Meister arbeiten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.
Syntagmen:
dem meister a.

Belegblock:

Rwb
1, 951
(a.
1394
;
1447
).
5.
›(auf einem Besitz) sitzen, wohnen, ansässig sein‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (sein),  3.

Belegblock:

Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
175, 35
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
ausgenomen Starhemperg, Entzensfelldt, das ain Spawrer innehet, und Sebenstain, do der Kunigsperger aufsitzt.
Rwb
1, 951
(
seit 1333
).