aufsenden,
V.,
in der Mehrzahl der diesbezüglich interpretierbaren Belege rückuml.
1.
›jn. (zu einer Tagung) hinsenden; etw. (im Beleg ütr.: das Herz) hinauf-, emporsenden‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse
438, 23
(
alem.
,
14. Jh.
):
so sendent uwer hertze uf zuͦ dem iemer werenden ewigen guͦt.
Preuss. Wb. (Z)
1, 258
(a.
1495
).
2.
›ein Rechtsverhältnis förmlich aufkündigen‹; die Kündigung kann von seiten beider Vertragspartner erfolgen, a) vom Geber an den Nehmer (so vereinzelt), b) vom Nehmer an den Geber (so meist); für a): ›jm. (dem Lehnsnehmer) etw. (ein Grundbesitztum o. ä.) aufkündigen‹; für b): ›jm. (einem Lehnsherren) etw. (ein Grundbesitztum) aufkündigen, (dem Lehnsherren) etw. wieder zur Verfügung stellen; (Abhängige) an den Lehnsherren zurückgeben‹. Die Aufsendung konnte schriftlich oder durch einen Boten erfolgen.
Obd.
Bedeutungsverwandte:
 1, ; vgl.  1.
Syntagmen:
jm.
(z. B.
dem abt / herren, der herschaft
)
etw.
(z. B.
das burgrecht / gut / lehen / gericht / leibgedinge, den dienst / hof / wildban / zehenten
) /
jn.
(z. B.
die leute
)
bei jm.
(›durch jn.‹)
a., etw. mit dem brief a.
Wortbildungen:
aufsendbrief.

Belegblock:

Chron. Nürnb.
2, 233, 14
(
nobd.
,
1450
):
die ir lehen vor ir iedes vehde, sie weren burger, helfer oder diner, zu beiden teilen aufgesant hetten, den sullen deu wider gelihen [...] werden.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 272, 11
(
alem.
,
1445
):
die denn der selben herren manne weren, das die domit ir lechen uffsenden solten.
Ebd.
281, 2
(
1445
):
sprach der zunfftmeister: Woͤlten die mann, so moͤchten sy der Herrschafft vnd allen den, die unser vygent sind, ir lechen uffsenden.
Leisi, Thurg. UB
5, 859, 23
(
alem.
,
1355
):
daz uns unser lieber oͤhem [...] den kylichun satz ze Winvelden, der sin lehen von uns waz, hat aufgesant mit seinem brief und bei unserm getreün.
Ebd.
6, 375, 27
(
1365
):
sante der egenant Peter von Dienberg dem vorgenanten prior [...] den vorgeschribnen hof uf bi dien erbern mannen.
Ebd.
7, 529, 26
(
1386
):
Do santent die vorgenanten froͮ Ursella und irú kind die vorgenanten lút dem obgenanten minem herren von Sant Gallen uff bi Cuͦnraten von Múnchwile.
Ebd.
933, 6
(
1358
):
senden úch uff an úwer hant und mit disem brief bi Gerwig dem Blarrer [...] disú guͤter.
Ebd.
8, 97, 5
(
1393
):
das únser lieber oͤhen [...] by im uff gesendet hett an únser hand die dry dingg hoͤf.
Ebd.
510, 15
(
1400
):
haut uns der obgenant Cuͦnrat Sailer die vorbenempten guͦt [...] mit sinem brief [...] uffgesendt.
Hauber, UB Heiligkr.
1, 573, 31
(
schwäb.
,
1385
):
daz guͤtli ze Enslingen [...] daz ich untz her von uͥweren gnâden ze lehen hatt daz send ich uͥch uff mit disem brieff ledklich an uͥwer hande.
Chron. Nürnb.
1, 211, 27
;
Leisi, a. a. O.
5, 171, 6
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 2357, 3
;
2488, 7
;
Haltaus
67
;
Rwb
1, 947
;
Schwäb. Wb.
1, 419
;
Schweiz. Id.
7, 1120
.