aufhenken,
V.;
vereinzelt rückuml.
1.
›etw./jn. aufhängen, an eine Vorrichtung hängen‹; speziell: ›jn. durch Aufhängen töten‹.
Phraseme:
den eid / das gelübde aufhängen
›auf den Eid / das Gelübde pfeifen, den Eid / das Gelübde an den Nagel hängen‹.
Bedeutungsverwandte:
 2; vgl.  1.
Wortbildungen
aufhenker
1 (dazu bdv.: ),
aufhenkung
1.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
99, 409
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
der Trakal disen menschen liss | auch auff henken an ainem spiss | und im seiner ler danken.
Koller, Ref. Siegmunds
336, 15
(
um 1474
):
so sy nu horen, wye man reformiren will, so hencken sye yr eyde uff und yr glubde und kerent dem concilio den ars.
Warnock, Pred. Paulis
27, 208
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Do hiess gott Moyses, er sölt ain erin schlangen machen und die uffhenken an ain holtz.
Maaler
33v
(
Zürich
1561
):
Das Aufhencken oder aufstricken an galgen.
Rauwolf. Raiß
30, 2
([
Lauingen
]
1582
):
alß hetten sie es [tuͦch] gleich für sich mit fleiß auffgehencket.
Turmair
4, 807, 4
(
moobd.
,
1522
/
33
):
ein schaff in eim schlachthaus, so teglichen [...] gewarten müest, wen mans aufhenken und abstechen welt.
Gille u. a., a. a. O.
99, 576
;
Koller, a. a. O.
337, 27
;
Voc. Teut.-Lat.
b viijv
;
qq iiijv
;
Maaler
32v
;
Dietz, Wb. Luther
1, 133
;
Rwb
1, 878
;
Bad. Wb.
1, 82
.
2.
›jn./etw. (religiöse oder geistige Kräfte) emporheben, erhöhen, jn. in den Zustand höchster religiöser Erhebung versetzen‹; Ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
 9; vgl.  2.
Wortbildungen:
aufhenkung
2.

Belegblock:

Schmidt, Rud. v. Biberach
69, 21
(
whalem.
,
1345
/
60
):
wenne si [menslich sel] erlúchtet wirt von gotlichem liechte vnd vf gehenket in die wundrung der obersten schoͤni.
Höver, Bonaventura. Itin. B,
88
(
moobd.
,
1450
/
60
):
so durch [...] auffhenckung gemuͤtleicher enczuckung vnser gaist worden ist engelwurckich.
Ebd.
483
:
dar durch du jn die allerhochsten verwundrung wirdest aufgehenckt.
Ebd.
670
:
Mein sel hat erwelet auffhenckung vnd den tod habent erwelet meine gepain.
Schmidt, a. a. O.
54, 6
;
Höver, a. a. O.
1441
.
3.
›jn. kreuzigen‹; Synekdoche zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,
1
 2, ,  1 (spez. Var.).

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse
553, 1
(
alem.
,
14. Jh.
):
Ich beger, daz alle min kraft mit dir ersterbe [...], min sel mit dir uff gehenket werd.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1773
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
In dem sÿ schriwend mit luter stÿmme: | ‘Nim hin, henk in uff an das crútz!’
Höver, Bonaventura. Itin. B,
587
(
moobd.
,
1450
/
60
):
Wellicher [...] Jhesum mit liebender andacht ansicht auff gehenckten am kreúcz.
Bad. Wb.
1, 82
.
4.
›etw. suspendieren, aufheben, unwirksam machen‹.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl.  2,  28.
Wortbildungen:
aufhenker
2.

Belegblock:

V. Anshelm. Berner Chron.
1, 162, 12
(
halem.
,
n. 1529
):
dass der babst dem St. Johanser orden so starken ablass gab, dass er nit allein disen und ander al ufhankt.
Rot
354
;
Schweiz. Id.
2, 1458
.