artikulieren,
V.
1.
›ein Schriftstück abschnittweise aufsetzen, nach bestimmten formalen Kriterien abfassen‹;
vgl.  2.
Wortbildungen:
artikulierung.

Belegblock:

Sachs
8, 368, 34
(
Nürnb.
1546
):
Alles mit wolzeitigem rat | In bestem furm in unser statt | Unterschiedlich articulieren.
Chron. Augsb.
7, 324, 23
(
schwäb.
, zu
1558
):
zuͤ widerableinung des probsts zum Creutz articulierten vermainten beschwerden.
Möller, Fremdwörter.
1915, 30
.
2.
›sich eine Ordnung, ein Statut geben‹;
Metonymie zu 1; vgl.  3.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Oberschw.
64, 5
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Sy erwelten under iren haufen hauptlewt, ret, artickolierten, wie sy ir regiment wollten halten.
3.
›eine Klage artikulieren, d. h., sie in deutlich abgegrenzte Behauptungen einzelner Tatsachen gliedern‹;
zu  4.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
35, 11
(
Worms
1499
):
ISt aber die clag hoch mergklich vnd wytleuffig so soll dem cleger nach verneynũg der clag vff syn begerde. syn clag zu articuliren vergünstigt vnnd ein tag bestimpt werden. Vnnd ein yeder cleger soll sich fürbas flyssen syn clag vnderschidlich luter formlich vnd beschlußlich in artikel zu stellen. Vnnd dieselben Position vnnd artikel vff dem bestimpten tag fürbringen.
Laufs, Reichskammergo.
234, 5
(
Mainz
1555
):
Daruff in beyden fellen, als nemlich, do der cleger sein articulirt clag anstatt der articul repetirt, dem beclagten zu antwurten, oder so die clag nit articulirt, dem cleger zu articuliren zeit uff nechsten termin zugelassen sein soll.
4.
›(ein Schriftstück) gründlich, Punkt für Punkt durchgehen, studieren‹.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
213, 5
(
thür.
,
1474
):
ßo er der von Peßenigk vorschreibunge gruntlichen artigkelern will.