arg,
das
;
auch
-es/
–;
teils überlagert durch das subst. gebrauchte
Adj.
arg.
1.
›Böses, Übles (auch im religiösen Sinne), Schlimmes; Schwierigkeit, Widrigkeit (jeweils als Gegebenheit der Welt)‹.
Bedeutungsverwandte:
(
das
1, , .
Gegensätze:
1
 10.
Syntagmen:
das a. tun
(häufig)
/ bringen / hassen / lieben / vertreiben / zerstreuen / verhüten
;
a. geschehen
(mehrmals)
/ anen
(›aufhören‹)
/ jn. anden
;
des a. begeren
;
jn. in a. meinen, zu a. geneigt sein
;
abkerung des a.
; ˹Raa.:
a. zu übel machen
;
gut tat mit a. zalen
˺.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Vch en maich gein arch hie geschein.
Valli, Baldemann
271
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
iederman mich meint in arg, | In tuͤtschem lande ich mich fuͤrbarg.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Der lang was karck, | Verdrib das arck.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1551
):
nit gestatten, daß ainicher teutscher schuͤlmaister kneblin und medlin beiainander habe, allerlai ursach des argens zuͤ verhuͤten.
˹In Raa. und Sprichwörtern: Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 178, 18
(
Augsb.
1548
):
Ain Künig / der auff dem Stuͦl sitzet / zuͦ richten / zerstroͤwet alles args mit seinen augen.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Es bleibt kein arges vngestrafft / wenn sichs gleich hundert Jar verweilet. [...]. Das aͤrgste ist gemeingklich war.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
machten argk zu übel.
˺
Helm, H. v. Hesler. Apok. ;
Opel, Spittendorf ;
Henschel u. a., Heidin
1227
;
Vetter, Pred. Taulers ;
Martin, H. v. Sachsenh.
1567
;
Dietz, Wb. Luther ;
Preuss. Wb. (Z)
1, 200
;
Trübner, Dt. Wb.
1, 120
.
2.
›Böswilligkeit, Bösartigkeit, Falschheit, Hinterlist (als Eigenschaft, Haltung, Charakterzug von Menschen)‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Gegensätze:
1
 6.
Syntagmen:
a. argwonen
(fig. etymologica)
/ wirken
;
sich des a. vermuten
;
etw. in a. äfern, gegen jn. in a. (-)denken, miteinander in a. handeln
;
eigenes / grosses a.
;
ane a.

Belegblock:

Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
er ist wyse unde stark | Und ist gerecht an alles ark.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
23, 10
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
gutes oder arges muß allzeit der sinn würken.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2574
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
das sal vor deme hertzen lin, | uff das nicht arges kome dar in.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh. (
osächs.
,
1343
):
ein Israhêlîte in dem kein arg niht inist.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
, Hs.
1359
):
alle hertekeit und ark und urteile und alle die ding die der heilige geist in dich nút gewúrket enhat.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
die rede wart offenbar iude wann sy zuͦ im kamen mit arge.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das der loblich könig Rupprecht ain herr sei gewesen ganz milt und voller tugenden, auch ain könig one gallen und arich.
Hübner, Buch Daniel ;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
203, 19
;
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch ;
Haltaus
51
;
Trübner, Dt. Wb.
1, 120
.
3.
phrasematisch in vielen präpositionalen Verbindungen: ˹
etw. vor arg (an)nemen / etw. in arge auffahen
›etw. übel auffassen‹˺;
etw. im argen liegen
›verworren sein, Kopf stehen‹;
jm. etw. im argen haben
›jm. etw. verübeln, verargen‹;
jm. etw. zu argem zulegen
›jm. etw. zum Argen, zum Nachteil auslegen‹;
in argem etw. tun
›etw. in übler Absicht tun‹;
der ere / wirde zu arg gedenken
›js. Ehre / Würde antasten‹;
jm. etw. zu arg verweisen
›jm. etw. übel anrechnen‹;
jm. etw. in arg aufnemen
›jm. etw. verübeln, verargen‹;
zu argem deuten
›übel auslegen‹;
etw. im argen meinen
›etw. böse meinen‹.

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1524
):
das er vor arg angenommen, geflucht und gescholden.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
15, 27
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Das gebot nomen si vor ark.
Luther. Hl. Schrifft.
1. Joh. 5, 19
(
Wittenb.
1545
):
die gantze Welt ligt im argen.
Pyritz, Minneburg
4843
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Waz ich zu ir gesprich gechuͤde, | Daz vocht sie uff in arge.
Sachs (
Nürnb.
1558
):
Wölt mir das nit in argem han.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
was uns, ob wir darin ufzúgig waͤren, zuͦ argem und unglimpf moͤg zuͦgeleit werden.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen (
halem.
,
1445
):
dar uff die lút antwurtent, si sient in keinen argen fúr dz closter gezogen.
Sappler, H. Kaufringer
6, 253
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich will ze arg nimer mer | gedenken deiner wird und er.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
175, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Ich wirb’s zum Chriechen, | das ir zue argk mir’s nimmer mügt verwissenn.