anweisen,
V.,
mit der Mehrzahl der diesbezüglich interpretierbaren Belege regelmäßig, kleinerer Teil unr. abl.
1.
›etw. angeben, anzeigen, bezeichnen‹.
Bedeutungsverwandte:
 3; vgl. (V.) 1.

Belegblock:

Küther, UB Frauensee
259, 41
(
thür.
,
1489
):
sal ein rath uff anruffen unde anwießen des pferners, wo ime [...] abebruch geschen were, das der wider gerechtfertiget wurde, behulffen sien.
Luther. Hl. Schrifft 1. Mos.
46, 28
(
Wittenb.
1545
):
er sandte Juda fur jm hin zu Joseph/das er jn anweiset zu Gosen.
Schwartzenbach D iijr;
Rwb
1, 782
.
2.
›jn. belehren; jn. zu etw. anweisen, jm. etw. gebieten, jn. führen, lenken; etw. entscheiden‹.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc Jer.
5, 28
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
der wyttewen sache haben si nicht gericht, des weysen sache haben si nicht angewyset und der armen teydinge haben sy nicht gerichtet.
Ebd. Os.
14, 9
:
Effraym, waz machstu mir me vorgewerfen di apgote? ich wil irhoren und wil in anwisen, ich wil in machen als eine grunde tanne.
Quint, Eckharts Pred.
1, 29, 2
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
mit dem er dich anwîsende wœre ze tuonne und ze lâzenne in einem ieglîchen nû vrî und niuwe.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
211, 25
(
thür.
,
1474
):
der gnante Hans von Geich der junge solde durch recht vormoget unde angewisßet werden, sollichen abkauff widerumbe zu gantzin unde zu fricht zu brengen.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
18, 11
(
nürnb.
,
1446
):
Wir müssen thun, als wir werden auß der heyligen schrift an geweist.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
2010
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Also wist der túfel güt lút an, | Das si kainen mangel söllent han.
Chron. Nürnb.
1, 445, 18
;
Vetter, Pred. Taulers
158, 15
;
Voc. Teut.-Lat. b iiijv; b Vr;
Voc. inc. teut. b IIIr;
Maaler
28r
;
Schwartzenbach D iijr;
Rwb
1, 781
;
Pfälz. Wb.
1, 297
.
3.
›jn. betrügen, anführen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3.

Belegblock:

Chron. Nürnb.
5, 668, 4
(
nobd.
,
1503
):
erzurnt der Veit auf in und gedaht, wie er seins geltz vom Paner wider ein möht kumen und das er in so poslich mit wissen und mit geverd angeweist het und umb das sein gepraht.
4.
›jn. zu etw. veranlassen, drängen, anhalten‹.
Bedeutungsverwandte:
 6; vgl.  6,  1, .

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers
143, 33
(
els.
,
1359
):
als er von Gotte gemant und getriben wirt und von sinen frúnden angewiset wirt.
Barack, Zim. Chron.
3, 289, 4
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
das er von etlichen grave Gotfridt Wernhers nechsten verwandten darauf seie gestift und angewissen worden.
Ebd.
422, 13
;
Ulner B 6r.
5.
›jm. etw. zuweisen, zuerkennen‹.
Syntagmen:
jm. das haus / (-)holz, die stat, den grund / zins a.
Wortbildungen:
anweisung
4.

Belegblock:

Allg. Schau-Buͤhne
60, 44
(
Frankf.
1699
):
Welche jeglichen Theil gewisse Orte/ biß zu Außtrag der Sache zu behalten/ angewiesen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
313, 15
(
thür.
,
1474
):
daz er deme genanten Hanßin Mollere in der anwisunge solde geredt habin.
Rwb
1, 781
;
783
.
6.
›(die Uhr) aufziehen‹.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 113, 20
(
rib.
,
1561
):
A. 1561 den 13. febr. ist das uirwirk s. Jacob eirst uffgesatzt, [...] und uff den fastabent eirst angewisen und gesclagen.