antreiben,
V., unr. abl.
1.
›jn. zu etw. anregen, treiben, bewegen; etw. verursachen, Anlaß zu etw. geben, etw. bewirken‹; offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  5,  1,  2, ,  1,  3.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
18453
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
want er was der hôstin ein, | dî dô tribin an den mein | mit valschheit ungehuire.
v. Groote, Wierstraat. Bel. Neuß
2044
(
Köln
1497
):
hatten mit vyll erden wijde | gevullet ind dar up gesat | lanx der Nuysser bolwercke plat | eyn starck gebuws zom walle by, | dat dreuen an die vyandt vrij.
Rosenthal. Bedencken
8, 18
(
Köln
1653
):
Daß Hunger [...] pflege anzutreiben zur erwehlung vnd haltung deß ledigen keuschen Stands.
Gille u. a., M. Beheim
118, 565
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Daz uns daz dester vester schieb, | auch antreib czu der mynn und lieb.
Sachs
13, 222, 12
(
Nürnb.
1556
):
die zeitlich straff | Wert Hainrich auch nit aussen bleiben, | Der solich unglück an halff treiben.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
11, 3
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
ob in vns sey dew lieb oder ob wir von vͤbernatuͤrleicher anruerung wern angetriben.
Göz. Leichabd.
193, 8
;
Hohmann, a. a. O.
1, 28
;
31
;
2, 51
;
Chron. Augsb.
1, 238, 24
;
Rwb
1, 753
;
Schweiz. Id.
14, 124
/25.
2.
›jn. zu etw. provozieren, reizen‹.
Bedeutungsverwandte:
 3.

Belegblock:

Rennefahrt, Zivilr. Bern
775, 5
(
halem.
,
1615
):
Wer jemands mit wercken zuͦ einem fraͤffel antribt. Wo jemands [...] einen anderen [...] in der statt gricht mit wercken so ferr anreitzt und antribt.
Welti, Stadtr. Bern
415, 7
;
641, 22
;
Schweiz. Id.
14, 125
.
3.
›jn. für befangen erklären‹.

Belegblock:

Siegel u. a., Salzb. Taid.
231, 10
(
smoobd.
,
1565
/
1624
):
die [zeugen] sollen ôn genuegsam ursach und beweissung und ôn rechtlich erkanntnuß nit angetriben noch verworfen werden.
4.
›etw. kontinuierlich tun, treiben, handhaben‹.

Belegblock:

Neumann, Rothe. Keuschh.
1259
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
der da hat | di kuscheit an sinem liebe | unnd muss ein stetes vechten ane tribe | mit den gedancken zu aller zyd.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
650, 21
(
thür.
,
1421
):
wolden weder lewten noch syngen. Das treben sie an wol drey jar.
Sachs
17, 219, 21
(
Nürnb.
1560
):
Die trügen viertzg schaf aufs nechst jar, | Das ich also von meiner schar | Schaff, wenn ichs zehen jar antrieb, | Mir wol tausent schaf uberblieb.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
126, 27
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
soll er [...] in den zwinger faren und do an den dritten wagen setzen und den auch auf den Marckt füren, und das also antreiben, biß er das gehültz zu dem heiltum stull alles gefürt hat.
Neumann, a. a. O.
3366
;
v. Liliencron, a. a. O.
689, 22
;
Dietz, Wb. Luther
105
/6.
5.
›(Gelder) eintreiben‹.

Belegblock:

Rwb
1, 753
.
6.
›(Daumenschrauben) anziehen, festschrauben‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5.

Belegblock:

Rwb
1, 753
.
7.
›ansteigen, anschwellen lassen (vom Spiegel von Gewässern)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  8.

Belegblock:

Schmid, R. Cysat
6, 7
;
Schweiz. Id.
14, 124
.